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Der Champions-League-Sieger und Meister gilt auch diese Saison als Titelfavorit.
Der Champions-League-Sieger und Meister gilt auch diese Saison als Titelfavorit.Bild: keystone

Um Real Madrid war es ungewohnt ruhig – doch das könnte sich bald wieder ändern

Heute Samstag startet die spanische LaLiga. Als Favorit gilt erneut Real Madrid, das sich ungewohnt ruhig auf die neue Saison vorbereiten konnte und dabei auch von den Unruhen um den grossen Konkurrenten profitierte.
13.08.2022, 15:15

Es war überraschend ruhig um Real Madrid in diesem Sommer. Klar, da war der Sieg im UEFA Supercup gegen Eintracht Frankfurt am Mittwoch, aber abseits des Feldes gab es nicht viel zu berichten über den Champions-League-Sieger. Dabei wurde nach der Absage von Kylian Mbappé gemeinhin eine Transferoffensive der «Königlichen» erwartet. Mbappé galt lange als sicherer Neuzugang für die Madrilenen, verlängerte dann aber doch bei PSG.

Die Aufregung war gross, die «Marca» schrieb von «Verrat», Liga-Präsident Javier Tebas tobte ob der grossen Summe, die Mbappé in Paris verdienen wird. Und Real Madrid? Blieb ruhig. Einzig Antonio Rüdiger und Aurélien Tchouameni kamen. Verteidiger Rüdiger ablösefrei von Chelsea, Mittelfeld-Talent Tchouameni für satte 80 Millionen Euro aus Monaco.

Die beiden Neuzugänge beschreiben die Transferpolitik des Klubs in den letzten Jahren. Seit der Corona-Pandemie ist Real Madrid unter Präsident Florentino Perez deutlich zurückhaltender. Seit Sommer 2020 erwirtschaftete der Klub gemäss «Transfermarkt» ein Transferplus von 92,7 Millionen Euro. Dennoch geht der Meister der letzten beiden Jahre erneut als grosser Favorit in die am Samstag beginnende Saison. Auch ohne Cristiano Ronaldo, der für Perez und Madrid ebenso wenig Thema ist wie weitere potenzielle Neuzugänge.

Dies ist ein herber Kontrast zu früheren Jahren. Joan Laporta, Präsident vom Rivalen FC Barcelona, bezeichnete die Vorgehensweise von Perez einst als «imperialistisch und überheblich». Noch in der Saison 2019/20 investierte Real 355,5 Millionen Euro für Spieler wie Eden Hazard, Luka Jovic und Ferland Mendy. 220 Millionen mehr als man einnahm.

Doch während Laportas Barça in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr an Gunst verliert, bleibt es um Real Madrid ruhig. Die Madrilenen haben geschafft, wovon jeder Verein träumt: Der Kern der Mannschaft ist schon sehr lange zusammen. Spieler wie Sergio Ramos, Luka Modric, Cristiano Ronaldo und Karim Benzema bildeten das Gerüst und rundherum wurden dann die passenden Spieler geholt.

Wer wird spanischer Meister?

So wie nun Rüdiger und Tchouameni. Der deutsche Nationalspieler kommt für die Defensive, die in den letzten beiden Jahren mit Ramos, Raphaël Varane und Marcelo drei langjährige Stammverteidiger verloren hat. Weil David Alaba und Eder Militao in der Innenverteidigung gut harmonierten, könnte der 29-jährige Deutsche gar auf der linken Seite eingesetzt werden, wie Trainer Carlo Ancelotti nach dem Testspiel gegen Barcelona sagte.

Die beiden Neuzugänge posieren mit dem Supercup-Pokal: Antonio Rüdiger (l.) und Aurélien Tchouameni.
Die beiden Neuzugänge posieren mit dem Supercup-Pokal: Antonio Rüdiger (l.) und Aurélien Tchouameni.bild: imago-images.de

Tchouameni ist vor allem ein Mann für die Zukunft. Das Mittelfeldtrio um Modric (36), Toni Kroos (32) und Casemiro (30) ist trotz noch immer starken Leistungen schliesslich schon etwas in die Jahre gekommen. Mit dem 22-jährigen Tchouameni und dem drei Jahre jüngeren Eduardo Camavinga steht die nächste Generation schon bereit.

Dass die Leistungsträger gehalten werden können und auf dem Transfermarkt auch mal ein Fehlgriff wie Luka Jovic oder Eden Hazard drin liegt, liegt natürlich auch am Geld, das die «Königlichen» zur Verfügung haben. Doch gibt es genügend andere Vereine mit ähnlichen finanziellen Mitteln, die seit Jahren daran scheitern, eine erfolgreiche Mannschaft aufzubauen. Wie beispielsweise Manchester United.

Aber auch bei Real Madrid dürfen die Schulden nicht ausser Acht gelassen werden. Gemäss sport.es betrugen diese zu Beginn des Jahres 2021 über 900 Millionen Euro. Und in Zukunft dürften die Königlichen auch auf dem Transfermarkt wieder offensiver agieren.

In diesem Sommer ist Real Madrid sowohl bei Mbappé als auch bei Erling Haaland abgeblitzt. Doch kurz nachdem der Norweger bei Manchester City unterschrieben hatte, kursierten bereits die Gerüchte über eine Ausstiegsklausel, die ihm 2024 einen Wechsel erlauben würde. Die festgeschriebene Ablösesumme beträgt 150 Millionen Euro.

Sagte Madrid erstmal ab und verlängerte bei PSG: Kylian Mbappé.
Sagte Madrid erstmal ab und verlängerte bei PSG: Kylian Mbappé.Bild: keystone

Und auch für Mbappé sind die Türen in Madrid nicht langfristig geschlossen. Modric sagte der kroatischen Zeitung «Sportske»: «Es kann sein, dass Mbappé in ein paar Jahren kommen wird, auch wenn es jetzt nicht so scheint.» So könnte die aktuelle Zurückhaltung bei den «Blancos» auch nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

Was ist mit Atlético?

Als dritte Kraft hinter Stadtrivale Real und dem FC Barcelona konnte sich in den letzten Jahren Atlético Madrid etablieren. Mit den Meistertiteln in den Saisons 2013/14 und 2020/21 ist Atlético der einzige Klub, der die Dominanz von Real und Barça seit 2004 durchbrechen konnte.

Aber ob das Team von Diego Simeone das Rennen an der Spitze wieder zu einem Dreikampf machen kann, bleibt abzuwarten. Mit Saul Niguez, der nach einer Saison bei Chelsea von seiner Leihe zurückkehrt, Axel Witsel von Borussia Dortmund und Alvaro Morata, der ebenfalls von einer Leihe zurückkehrt, konnte das Kader verstärkt werden. Zumindest auf eine weitere Platzierung unter den Top 3 stehen die Chancen gut.

Der einzige Schweizer in der spanischen Liga: Valencias Eray Cömert.
Der einzige Schweizer in der spanischen Liga: Valencias Eray Cömert.Bild: imago

Denn dahinter fallen die Teams etwas ab. Der Marktwert vom viertwertvollsten Klub Villarreal (359 Mio. Euro) beträgt nur knapp mehr als die Hälfte von Atlético (671,5 Mio. Euro). In der Sphäre vom Champions-League-Halbfinalisten bewegen sich auch Real Sociedad, die beiden Klubs aus Sevilla und Eray Cömerts Valencia. Der Ex-Basler ist wie schon letzte Saison der einzige Schweizer in der spanischen Liga. Neben diesen Klubs zählt auch Athletic Bilbao zu den Anwärtern für die europäischen Wettbewerbe.

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