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Alessia Russo bejubelt ihr Tor zum 3:0.
Alessia Russo bejubelt ihr Tor zum 3:0.Bild: IMAGO / Shutterstock

«Heaven and heel» – ein Traumtor begeistert die Massen und England träumt vom Titel

27.07.2022, 08:4227.07.2022, 14:53

Was für eine Gala! England fegte an der Frauen-EM im eigenen Land Schweden im Halbfinal – arbitriert übrigens von der Schweizerin Esther Staubli – gleich mit 4:0 weg und zog ins Endspiel im ausverkauften Wembley-Stadion ein. Für besonders grosse Begeisterungsstürme sorgte das 3:0 der «Lionesses» durch Alessia Russo.

Die 23-jährige Mittelfeldspielerin von Manchester United erwischte Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl mit dem Absatz zwischen den Beinen.

Das Tor mit britischem Kommentar.Video: streamja
Das Tor mit spanischem Kommentar.Video: streamja

Das Tor sorgte in den sozialen Medien und bei Expertinnen und Experten für Jubelstürme. Abby Wambach, ihres Zeichens Weltmeisterin mit den USA, schrieb: «Ich habe meine ganze Karriere von so einem Tor geträumt, ist nie passiert. Alessia Russo, ich verbeuge mich.»

Arsenal- und England-Legende Ian Wright war ebenfalls begeistert: «Die Improvisation war fantastisch. Russo hat nach ihrer Einwechslung sofort den Unterschied ausgemacht. Wir nennen sie jetzt nur noch ‹Lessi›, wie Messi.» Derweil sprach der frühere Liverpool-Akteur Michael Owen von einem «brillanten Abschluss».

Englands Trainerin Sarina Wiegman lobte ihre Spielerin in höchsten Tönen: «Du musst extrem viel Mut haben, um so etwas Überraschendes, so etwas Unerwartetes zu versuchen.» Die Torschützin selbst betrachtete die Situation deutlich nüchterner:

«Wenn ich ehrlich bin, war ich enttäuscht, dass ich die erste, 100-prozentige Chance nicht genutzt habe. Ich dachte, ‹oh Gott, jetzt muss ich mich rehabilitieren›. Zum Glück fiel mir der Ball auf den Fuss. Ich hatte das Gefühl, die Hacke war die schnellste Möglichkeit, den Ball wieder aufs Tor zu bringen. Glücklicherweise ging er rein.»
Alessia Russo

Vielmehr richtet Russo den Blick voraus auf den Sonntagabend im ausverkauften Wembley, wo entweder Deutschland oder Frankreich wartet: «Wir können das Endspiel kaum erwarten. Es war eine grossartige Leistung heute, ein harter Test. Wir sind positiv, aber haben noch viel Arbeit vor uns.»

Die englische Presse zeigt sich gewohnt euphorisch und träumt nach zuletzt drei Halbfinal-Niederlagen in Folge bereits vom Titel im eigenen Land. Nicht Himmel und Hölle, sondern «Heaven and heel» (Himmel und Absatz) titelt etwa «The Mirror» im Sportteil. Der «Daily Express» setzt auf den klassischen englischen Fussballspruch «It's coming home».

Die «Sun» schreibt derweil davon, wie sich «ein dominantes England in den Final getanzt» habe, und fordert auf der Titelseite: «Und jetzt bringt uns Deutschland (oder Frankreich) im Wembley!» Ohne Zweifel eine Anspielung auf den WM-Final 1966 mit dem berühmten Wembley-Tor von Geoff Hurst.

Eins ist klar: In Fussball-England herrscht mindestens bis am Sonntagabend Partystimmung. (abu)

Video: streamja
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Die Stadien der Frauen-EM 2022 in England

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quelle: keystone / robert ghement
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