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Dringend gesucht: Wo ist eigentlich die ominöse Fifa-Klage gegen Sepp Blatter?

Die Fifa beteuert, dass sie tatsächlich Klage gegen Sepp Blatter, 83, eingereicht habe. Aber die Bundesanwaltschaft weiss von nichts.

Henry Habegger / ch media



Das Rätsel der Fifa-Klage. «Angeblich eingereicht, aber nie eingetroffen: Mysteriöse Klage der Fifa gegen Sepp Blatter», schrieben die CH-Media-Zeitungen vor anderthalb Wochen, am 31. Dezember.

Es ging um die Klagen über zwei Millionen plus Zinsen, die die Fifa laut eigener Mitteilung am 16. Dezember 2019 gegen Josef Blatter, ehemaligen Fifa-Präsidenten eingereicht haben will. Eine zweite Klage richtete sich gegen Michel Platini, ehemals Blatters Vize. Während die Klage gegen Platini tatsächlich einging, gab Blatter an, nie etwas erhalten zu haben.

FILE - In this June 1, 2011 file photo Sepp Blatter attends a press conference in Zurich, Switzerland.  FIFA’s former president Sepp Blatter said Thursday March 8, 2018 that the North American bid to host the 2026 World Cup now seems “afraid” of losing to Morocco. (AP Photo/Michael Probst, File)

Im Visier von Fifa-Boss Gianni Infantino – aber wie sehr? Sepp Blatter 2011. Bild: AP/AP

Kurz darauf – das neue Jahr war erst zwei Tage alt – meldete sich ein Sprecher der Fifa auf der Redaktion. Fifa-Sprecher Giovanni Marti gab an, die Fifa sei sehr wohl gegen ihren ehemaligen Präsidenten vorgegangen. Noch vor Weihnachten sei ein Brief an Blatters Anwalt gegangen, und dieser habe das Schreiben sogar quittiert. Deutlich wurde: Fifa-Chef Gianni Infantino und seine Truppe waren nicht amüsiert über die Kritik.

Fifa: Kopie der Klage ging an Blatter-Anwalt

Schriftlich bestätigt die Fifa kurz darauf den Sachverhalt so: «Wir bestätigen, dass dem Anwalt von Herrn Blatter am 19. Dezember 2019 eine schriftliche Kopie der Klage übermittelt wurde und der Anwalt den Empfang am selben Tag bestätigt hat.» Präziseres will die Fifa nicht sagen: «Bitte verstehen Sie, dass wir zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen können.»

Rückfrage also bei Sepp Blatter. Hat er nicht doch Post von der Fifa erhalten, ging die Klage womöglich im Weihnachtstrubel unter und vergessen? Der streitbare ehemalige Fifa-Chef fragte in der Folge bei seinem Anwalt Lorenz Erni nach. Aber auch der wusste nach wie vor nichts von einer neuen Klage, die die Fifa am 16. Dezember 2019 deponiert und ihm am 19. Dezember zur Kenntnis gebracht haben will.

Die einzige Spur, die Blatter fand: Auf die Frage hin, was denn mit der Klage sei, erhielt Blatters Anwalt am 19. Dezember von einer Genfer Fifa-Anwältin die Kopie einer Eingabe bei der Schweizer Bundesanwaltschaft.

«Wenn die Fifa klagen will, muss sie gegen sich selber klagen.»

Sepp Blatter

Diese Eingabe datierte vom 16. Dezember. Die Fifa bezifferte darin ihre zivilrechtliche Adhäsionsklage gegen Blatter auf zwei Millionen plus Zinsen. Das heisst wohl: Die Fifa macht ihre Forderung im seit 2015 gar nicht in einer separaten Klage geltend. Sondern im laufenden Strafverfahren gegen Blatter, bei dem sie als Privatklägerin auftritt.

Bundesanwaltschaft weiss von nichts, heisst es

Was also ist wirklich Sache? Die Bundesanwaltschaft ist bei der Klärung des Rätsels keine grosse Hilfe. Auf die Frage, ob die Fifa im Dezember eine Klage gegen Blatter einreichte, antwortete die Pressestelle von Bundesanwalt Michael Lauber: «Bei der Bundesanwaltschaft ist keine solche Klage eingegangen.»

Und auf die Nachfrage, ob die Fifa im Dezember also eine früher eingereichte Adhäsionsklage beziffert habe, teilte die Behörde mit: «Wie gesagt: Bei der Bundesanwaltschaft ist bis dato nichts dergleichen eingegangen.»

Eine Klage, von der ausser der Fifa keiner etwas weiss?

Blatter wundert sich etwas, wie die Fifa unter seinem Nachfolger fuhrwerkt. Dass der Verband entgegen seiner Ankündigung keine separate Klage gegen ihn einreichte, wertet er allerdings als Entlastung.

Streit um zwei Millionen für Platini

Der ganze Streit dreht sich um die umstrittene Zahlung von zwei Millionen Franken, die der ehemalige Uefa-Präsident Platini im Jahr 2011 von der Fifa erhalten hatte. Laut Platini und Blatter handelte es sich um die Nachzahlung eines Honorars aus den Jahren 1998 bis 2002. Platini war damals als Berater von Blatter tätig.

Blatter stellt sich auf den Standpunkt, die zuständigen Fifa-Gremien inklusive der Fifa-Kongress seien über die Zahlung im Bild gewesen, sie sei vor Jahren ordentlich bewilligt worden. «Wenn die Fifa klagen will, muss sie gegen sich selber klagen», sagt Blatter.

Fifa soll unter politische Aufsicht gestellt werden

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Siru 10.01.2020 22:52
    Highlight Highlight Söihäfeli, Söldeckeli.
  • paule 10.01.2020 09:22
    Highlight Highlight Mit genug Geld passiert Dir in der Schweiz selten etwas!
  • Fairness 10.01.2020 09:16
    Highlight Highlight In der überfüllten Schublade von Herrn Lauber.
  • wasps 10.01.2020 09:12
    Highlight Highlight Wahrscheinlich hat die FIFA das Couvert unter die falsche Türe geschoben.
  • Linus Luchs 10.01.2020 07:27
    Highlight Highlight Fifa, Blatter, Bundesanwaltschaft... – In diesem Umfeld sind ernsthafte Ermittlungen so wahrscheinlich wie die Existenz fliegender Elefanten.
    • The Count 10.01.2020 07:46
      Highlight Highlight Kennst du "Operation Jumbo Drop"?
  • foxtrottmikelima 10.01.2020 07:26
    Highlight Highlight Diesen Laden sollte man sowieso dichtmachen. Die Welt hätte so viele Probleme weniger dann...

    Und Fussball spielen geht auch ohne korrupten Konzern, der massenhaft Menschenrechte verletzt und nutzlose Megastadien bauen lässt.
    • Bowerick Wowbagger 10.01.2020 07:45
      Highlight Highlight Die FIFA verletzt keine Menschenrechte, sehr wohl legt sie sich aber mit fragwürdigen Regimes ins Lotterbett. Aber hey, direkt oder indirekt tun wir das doch alle irgendwie. Unser ganzer Lifestyle fusst auf Produkte fragwürdiger Herkunft. Viele zumindest.
  • frnrsch 10.01.2020 07:13
    Highlight Highlight So wie man die FIFA kennt wird das "intern" geregelt werden. Viel Luft um "nichts" Die FIFA macht dort weiter wo sie nie aufgehört hat, bei der Korruption.
    • fools garden 10.01.2020 08:19
      Highlight Highlight Busines as usual.
    • roger.schmid 10.01.2020 09:02
      Highlight Highlight Infantino sagte es ja, gefühlte 5 Minuten nach seinem Amtsantritt:
      (und somit war auch bereits klar, was von der neuen Führung zu halten ist)
      Benutzer Bild
  • Robin Le Chapeau 10.01.2020 07:11
    Highlight Highlight Erstaunt das irgendwen? Dieser Verein kann sich bekanntlich alles erlauben. Mafiöse Machenschaften vom Übelsten... FIFA Mafia heigah :-) Traurig, aber wahr.
  • Theor 10.01.2020 07:04
    Highlight Highlight Also ich bin ja nur Jurist und daher kein Profi, aber ich verstand "Klageeinreichung" bisher so, dass man die Klage beim Gericht einreichen muss und nicht beim gegnerischen Anwalt.

    Aber eben, ich bin ja kein Profi wie die Fifa-Funktionäre. 🤷‍♂️
    • esclarmonde 10.01.2020 07:21
      Highlight Highlight Haben die bei der Fifa nicht sowieso ihre eigene Rechtsauffassung? Was braucht es da Juristen... lronieoff
  • KrasseChecker 10.01.2020 06:41
    Highlight Highlight Jaja, in der Schweiz können Firmen oder Pseudofirmen wie die FIFA machen was sie wollen. Aber wehe wir zahlen ne Parkbusse mal nicht, dann kommt der Staat ohne Gnade. Aber bei der FIFA und deren Funktionären geht es ja um Millionen. Wir haben einfach ein korruptes System, dass jede grössere Unternehmung unantastbar macht. Ein Hoch auf den Kapitalismus!
    • Stefan Morgenthaler-Müller 10.01.2020 08:03
      Highlight Highlight Jetzt hören Sie aber mir dieser Verschwörungstheorie auf, wonach der Staat die Organisation des Kapitals ist.

      Wir leben in der sogenannten direkten Demokratie. Das ist die beste Demokratie der Welt, in der der Bürger und nicht Unternehmen oder Milliardäre bestimmen, wie wir leben. Weil wir das können, unterscheidet sich unser Leben eben so sehr z.B. von dem der Schweden oder Österreicher.
    • Patrik Hodel 10.01.2020 09:10
      Highlight Highlight @Stefan Morgenthaler-Müller, lege Sie mal die rosa Brille ab und schauen Sie wachen Auges hin.
      KrasseChecker hat schon recht.
      Oder haben Sie z.B. in der Postautoaffaire mal gehört, dass die Verantwortlichen ernsthaft zur Rechenschaft gezogen würde?
      Eben.
      Und genau so läufts bei vielen anderen "Verfahren" auch.
      Mit einem Korrupten BA ist auch nichts Anderes zu erwarten.
      Aber auf das hartnäckige Nichtbezahlen einer Parkbusse steht sogar Gefängnis.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 10.01.2020 10:26
      Highlight Highlight @Hodel. Aber wir haben doch die Direkte Demokratie und können doch selber bestimmen, wie wir leben wollen!

      Die Mehrzahl in diesem Lande sind Mieter und Lohnarbeiter, aber die Gesetze begünstigen nicht die Mehrheit oder wie anders ist zu erklären, dass trotz grossem Wachstum in den letzten 20 Jahren davon im Portemonnaie des Büetzers kaum was übrig geblieben ist und andere aber Zuwächse von 20-50% eingestrichen haben?

      Wir konnten z.B. über 1zu18 Initiative, Mindestlohn oder mehr Ferien abstimmen, aber wir woll(t)en das nicht, also müssen wir mit dem System leben,das wir uns selber auferlegen.
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