«Ihr Bein sah überhaupt nicht gut aus»: Brignone überrascht beim Comeback alle
292 Tage nach ihrem fürchterlichen Sturz bei den italienischen Meisterschaften ist Federica Brignone zurück im Ski-Weltcup. Die Italienerin sichert sich mit dem 6. Platz beim Riesenslalom am Kronplatz gleich ein Topergebnis. Einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss zog sich Brignone bei ihrem Sturz im April 2025 zu und es war von Anfang an klar, dass es mit Blick auf die Olympischen Spiele im eigenen Land ein Wettlauf gegen die Zeit wird.
Am Montag verkündete die 35-Jährige auf einer Pressekonferenz, dass sie am Kronplatz an den Start gehen wird und sorgte somit bereits für die erste Überraschung. «Ich muss meinen Körper, meinen Kopf und mein Bein testen», erklärte Brignone und stellte klar, dass sie weiterhin täglich mit Schmerzen zu kämpfen habe.
Das Rennen am Dienstag startete sehr gut für die aktuelle Riesenslalom-Weltmeisterin, sie klassierte sich im 1. Lauf auf dem siebten Platz. «Es war ziemlich emotional, und zu Beginn des Laufs war ich blockiert. Doch es ist ein wunderbarer Tag», sagte Brignone bereits am Mittag gegenüber «SRF» und es kam noch besser für sie.
Auch im zweiten Durchgang merkte man kaum, dass die letztjährige Gesamtweltcupsiegerin in diesem Winter noch kein Rennen bestritten hatte, und sie durfte zwischenzeitlich sogar auf dem Leaderthron Platz nehmen. Schlussendlich wurde Brignone starke Sechste.
«Es waren viele Emotionen. Ich wusste nicht, wo ich stehe, es war eine spezielle Situation für mich», erklärte «Fede» nach dem Rennen. Die Schmerzen habe Brignone durch das ganze Adrenalin nicht gespürt. «Heute war wirklich ein fantastischer Tag.»
Auch die Konkurrenz staunt über das Comeback von Brignone. «Es ist unglaublich. Ich war im Sommer bei Brignone und habe ihr Bein gesehen und das sah überhaupt nicht gut aus», sagte die Zweitplatzierte Camille Rast. «Sie hat sicherlich nicht vergessen, wie man Ski fährt. Es fehlt nicht viel, bis sie wieder ganz oben stehen wird.» Die Eurosport-Kommentatoren sprachen nach dem ersten Durchgang sogar vom «Comeback des Jahres».
Mit einem solchen Comeback gehört Brignone zu den grossen Medaillenkandidatinnen an den Olympischen Spielen. Neben dem Riesenslalom würde sie wohl auch in der Abfahrt und dem Super-G an den Start gehen. Eine olympische Goldmedaille fehlt noch im glorreichen Palmarès von Brignone. Bereits am kommenden Samstag steht in Spindlermühle der nächste Riesenslalom an.
