Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Alpine Skiing - FIS Alpine Skiing World Championships - Women's Slalom - St. Moritz, Switzerland - 18/2/17 - Silver medalist Wendy Holdener of Switzerland celebrates with the Swiss team after the flower ceremony.    REUTERS/Stefano Rellandini

Holdener wird von ihren Kolleginnen auf Händen getragen. Bild: STEFANO RELLANDINI/REUTERS

Wenn Silber wie Gold glänzt – «Wendy gehört nun zu den ganz Grossen»

Wendy Holdener zeigt sich in St. Moritz nervenstark. Sie hält an ihrer Heim-WM dem riesigen Druck stand und holt sich die Medaille, die alle von ihr erwartet haben.



«Es ist ein Wahnsinn, wenn man so die WM beenden kann.» Wendy Holdener durfte stolz auf das, was sie in St. Moritz geleistet hat. «Gottseidank hatte ich schon eine Goldene aus der Kombination. Aber trotzdem hat jeder erwartet, dass ich wieder eine hole, wieder ein Medaille.»

Wendy Holdener wird die WM als eine der prägenden Figuren abschliessen. Vor dem abschliessenden Slalom der Männer vom Sonntag stehen einzig der Kanadier Erik Guay, der Österreicher Marcel Hirscher und die Amerikanerin Mikaela Shiffrin wie sie mit Gold und Silber zu Buch.

«Ich bin überglücklich, dass es zum 2. Platz gereicht hat.»

Wendy Holdener

Die Silberfahrt von Wendy Holdener.

Der Jubel war ohrenbetäubend, als Wendy Holdener als Zweite des ersten Laufes über die Ziellinie rauschte. Da war klar, dass sie ihr primäres Ziel erreicht hatte. «Ein paar Fehler hatten sich in meine Fahrt schon eingeschlichen. Ich kann es sicher besser.» Im zweiten Lauf resultierte für sie nur die achtbeste Zeit, doch in der Addition beider Durchgänge war sie 11 Hundertstel schneller als die Schwedin Frida Hansdotter, die letztlich viertplatzierte Slowakin Petra Vlhova lag 25 Hundertstel zurück. «Ich bin überglücklich, dass es zum 2. Platz gereicht hat», sagte die Innerschweizerin.

epa05801702 Wendy Holdener of Switzerland reacts during the flower ceremony of the women Slalom at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, Saturday, February 18, 2017.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Komplett zufrieden: Wendy Holdener freut sich über Silber. Bild: EPA/KEYSTONE

Hans Flatscher, der Cheftrainer der Schweizer Frauen, war sichtlich stolz auf seine Vorzeige-Athletin. «Ich bin brutal erleichtert, dass es Wendy nach Hause gebracht hat. Dafür, dass sie dem Druck an dieser WM während zwei Wochen so gut standgehalten hat, verdient sie meinen höchsten Respekt. Sie ist nun bei den ganz Grossen angekommen.»

Der grösste Vorsprung seit 47 Jahren

Holdener war letztlich aber «nur» die Beste des Rests. Denn ganz obenaus schwang ein weiteres Mal die überragende Technikerin Mikaela Shiffrin, die auf einem Niveau fährt, wie es dies wohl noch nie gab. In dem von ihrem Trainer Mike Day ausgeflaggten zweiten Durchgang kam die erst 21-Jährige Ausnahmekönnerin der Perfektion ziemlich nahe.

«So gut habe ich noch nie umsetzen können, was ich mir vorgenommen habe», freute sich Shiffrin über die Darbietung, die ihr am Ende die unglaubliche Reserve von 1.64 Sekunden eintrug. Einen so grossen Vorsprung gab es letztmals in einem WM-Slalom vor 47 Jahren.

Shiffrins perfekte Fahrt.

Seit Mikaela Shiffrin 2013 ihren ersten WM-Titel im Slalom errungen hat, ist sie an Grossanlässen in ihrer stärksten Disziplin ungeschlagen. 2014 in Sotschi wurde sie ja auch noch Olympiasiegerin. Das hat in der skisportlichen Neuzeit noch niemand geschafft. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lara Gut wird sie zudem in diesem Winter auch noch den Gesamt-Weltcup ein erstes Mal gewinnen – bei dieser Prognose braucht man kein Prophet zu sein.

«Ziel muss sein, Shiffrin in Zukunft fordern zu können», sagte Wendy Holdeners Bruder und Manager Kevin, der den Blick in die nahe Zukunft richtete. Doch das wird nicht einfach sein. Anfang Januar war die Amerikanerin in Zagreb erstmals seit Dezember 2012 in einem Weltcup-Slalom ausgefallen und wenige Tage später wurde sie – müde wirkend – zeitgleich mit Holdener Dritte, geschlagen von Hansdotter und der Norwegerin Nina Löseth.

Der Medaillenspiegel

Bild

Nur Hirscher kann die Schweiz noch von Rang 1 stossen. bild: screenshot stmoritz2017.ch

An der WM in St. Moritz ging Shiffrin deshalb mit ihren Kräften haushälterisch um. Die erste Woche liess sie komplett aus, sie startete weder im Super-G noch in der Kombination und dem Team-Wettbewerb. Der Lohn: Silber im Riesenslalom und Gold im Slalom. (pre/sda)

Die besten Bilder der Ski-WM 2017

Unvergessene Ski-Geschichten

Der Ski-Salto wird zu Didier Cuches Markenzeichen: «Die Fans glaubten, das war geplant …»

Link zum Artikel

Eine TV-Drohne kracht um ein Haar auf Marcel Hirscher

Link zum Artikel

Verrückteste Abfahrt aller Zeiten: Markus Foser macht sich mit der Nummer 66 unsterblich

Link zum Artikel

Weil Hermann Maier falsch jubelt, erbt Mike von Grünigen den Sieg

Link zum Artikel

06.03.1994: Heidi Zeller-Bähler stürzt sich aus dem Starthaus, wie vor und nach ihr nie mehr eine Skifahrerin

Link zum Artikel

06.02.1989: Eine deutsche Eintagsfliege vereitelt in Vail einen Schweizer Vierfach-Triumph und wird Abfahrts-Weltmeister

Link zum Artikel

Heinzers Bindung bricht – was für eine Blamage für den Olympia-Favoriten

Link zum Artikel

31.01.1987: So wie in Crans-Montana haben wir die Österreicher nie mehr paniert

Link zum Artikel

23.01.1994: Vreni Schneider steht noch nicht für den Kafi am Pistenrand, sondern ist der Evergreen im Stangenwald

Link zum Artikel

19.01.2013: Nie rast einer schneller über eine Weltcup-Piste als Johan Clarey am Lauberhorn

Link zum Artikel

18.01.1987: Pirmin Zurbriggen kommt zum billigsten Weltcupsieg – er ist der einzige Starter

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Jetzt strahlt Wendy Holdener noch goldener – so gut wie einst Vreni Schneider

Gold, Silber, Bronze: Skirennfahrerin Wendy Holdener ist eine der ganz grossen Figuren der Olympischen Spiele von Pyeongchang. Erst einmal glückte einer Schweizerin diese fantastische Bilanz: Vreni Schneider 1994.

Silber im Slalom, Bronze in der Kombination und Gold mit dem Team: Wendy Holdener verlässt Südkorea mit einem kompletten Satz Olympiamedaillen. Rund 700 Gramm schwer ist jedes der guten Stücke, was Holdener dazu veranlasste, beim Besuch im SRF-Studio lediglich ihre Goldmedaille um den Hals zu tragen. Silber und Bronze legte Holdener vor sich auf den Tisch mit der Begründung:

Auch ohne Team-Gold wären es glänzende Olympische Spiele gewesen für die Kombinations-Weltmeisterin von 2017. Doch …

Artikel lesen
Link zum Artikel