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Der FC Basel ist zum 20. Mal Schweizer Meister

«Dieser Titel stimmt nachdenklich» – das sagen die Konkurrenten zur Dominanz des FC Basel

Der FC Basel macht den zweiten Stern und den achten Titel in Serie fix. Vier Super-League-Vereine und ein Challenge-League-Klub nehmen Stellung zur Dominanz der Basler im Schweizer Fussball.



Young Boys

«Dieser Titel stimmt nachdenklich»

Sportchef Christoph Spycher: «Wir können uns derzeit nicht mit Basel vergleichen. Aber gleich ein so grosser Abstand? Nein, das sollte natürlich nicht sein. Dieser Titel des FCB stimmt uns nachdenklich. Nur: die jetzige Situation hat sich über Jahre herauskristallisiert, man denke nur an die Prämien aus den Auftritten in der Champions League. Es ist eine Spirale: Wer viel hat, erhält immer noch mehr. Diese Tendenz gibt es vielerorts in Europa.

Der neue Sportchef von YB Christoph Spycher waehrend einer Medienkonferenz, am Donnerstag, 22. September 2016, im Stade de Suisse in Bern. Die Young Boys haben als Nachfolger von Fredy Bickel den bisherigen Talent-Manager und frueheren Team-Captain Christoph Spycher praesentiert. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Nippt Christoph Spycher mit YB bald wieder am Glas des Erfolgs? Bild: KEYSTONE

Die aktuelle Saison haben wir schon ziemlich früh verloren. Wobei man nicht ausser Acht lassen darf, dass Basel eine unglaubliche Saison spielt. Und wenn ich dann die ständige Kritik an den Auftritten unter Urs Fischer höre, ist das schon erstaunlich. Wir müssen nun unsere Hausaufgaben machen. Klar ist: Wir wollen mehr Konstanz in unsere Auftritte hineinbringen. Wie viele Punkte wir gegen vermeintlich ‹kleine› Mannschaften liegen gelassen haben in der Vergangenheit, das tut schon weh.» (euw/az)

FC Sion

«Weit und breit keine Konkurrenz»

Präsident Christian Constantin: «Natürlich bin ich beeindruckt von den Erfolgen, die der FC Basel Jahr für Jahr feiert. Basel ist die Sportstadt Nummer eins in der Schweiz, hat die meisten und begeisterungsfähigsten Fans. Die Chefetage mit Präsident Heusler und Sportchef Heitz hat hervorragende Arbeit geleistet. Das grosse Plus des Serienmeisters ist aber das Geld. Dank der Teilnahme an der Champions League und dank Transfers in Millionenhöhe haben die Basler ein Budget, das viermal, ja fünfmal so hoch ist wie die Budgets der härtesten Rivalen.

Christian Constantin, Praesident des FC Sion, lauscht einer Rede, waehrend der Ankuendigung des positiven und definitiven Entscheids des Exekutivrats von Swiss Olympic zu der Lancierung einer Schweizer Kandidatur fuer die Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026, waehrend einer Presskonferenz, am Dienstag, 11. April 2017, im Haus des Sports in Ittigen. (KEYSTONE/Dominik Baur)

Constantin konstatiert, dass der FC Basel keine Konkurrenz hat. Bild: KEYSTONE

Ich bin überzeugt, dass die neue Crew mit Präsident Burgener, Sportchef Streller und ehemaligen Spielern wie Frei und Ceccaroni ebenfalls Erfolge feiern kann. Das viele Geld und die vielen Siege und Titel werden den Baslern in Zukunft die nötige Kraft für sportliche Höhenflüge geben. Ich sehe in der Schweiz jedenfalls weit und breit keine Konkurrenz für den FCB.» (ruku/zap)

FC Luzern

«Das kann ich nur schwer verstehen»

Trainer Markus Babbel: «Erst einmal gilt: Bei sich zu Hause können die Basler gerne feiern! Aber nicht bei uns. Wir werden alles daransetzen, dass der FCB seine Meisterfeier erneut verschieben muss, weil er bei uns verliert. Wenn wir aber gewinnen wollen, müssen wir uns dringend auf unsere Stärken besinnen. Wenn wir so auftreten wie zuletzt, kann es übel enden. Den FC Basel kann man in dieser Saison leicht beschreiben: Erste Chance, erstes Tor. Zweite Chance, zweites Tor. So läuft das.

Der Luzerner Cheftrainer Markus Babbel im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Luzern, im Stadion Kybunpark in St.Gallen, am Samstag, 11. Maerz 2017. (KEYSTONE/Benjamin Manser)

Markus Babbel lebt in keine Blase: Er weiss, wie das Fussball-Geschäft läuft.  Bild: KEYSTONE

Und das bringt mich zu einem nächsten Punkt. Ich kann es ehrlich gesagt nur schwer verstehen, dass Urs Fischer nicht bleiben darf. Ich bin mittlerweile der dienstälteste Trainer in der Super League. Aber an diesem ‹Jubiläum› habe ich gar keine Freude. Es ist keine positive Entwicklung. Ich kann mich nur wiederholen: Es bringt Ruhe in einen Verein, wenn der Trainer über eine längere Zeit derselbe bleibt.» (ewu/az)

Grasshoppers

«Leistungsdruck überall»

Trainer Carlos Bernegger: «Dieser FC Basel steht in den letzten Jahren für Erfolg. Die Titel sind kein Zufall. Sondern das Resultat einer Organisation, die sich an höchsten internationalen Standards orientiert. In Basel herrscht Leistungsdruck auf allen Ebenen. Alle Rädchen greifen perfekt ineinander. Und wenn das so ist, ist eben die herausragende Leistung der ersten Mannschaft eine logische Folge.

Carlos Bernegger, coach of Grasshopper Club Zuerich cheers with fans after the Super League soccer match of Swiss Championship between FC Lausanne-Sport, LS, and Grasshopper Club Zuerich, GC, at the Stade Olympique de la Pontaise stadium, in Lausanne, Switzerland, Sunday, April 2, 2017. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Applaus, Applaus: Carlos Bernegger ist voll des Lobes für den FC Basel. Bild: KEYSTONE

Die letzten Jahre bieten für andere Vereine nun auch die Chance, sich an diesem Modell orientieren zu können. Nicht primär finanziell, sondern strukturell. Für uns geht es uns nun einzig und allein darum, die Saison gut zu beenden. Ich bleibe dabei: Wir sollten uns überhaupt nicht beruhigen. 10 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz dürfen nicht täuschen. Gelassenheit wäre kontraproduktiv. Ich selbst befinde mich in einer Entdeckungsphase. Ich lasse mich überraschen von den Erkenntnissen, die mir meine Spieler bieten.» (ewu/az)

FC Zürich

«Arbeit, Arbeit, Arbeit!»

Leiter Sport Thomas Bickel: «Der FC Basel überzeugt mit seiner Konstanz. Nicht nur in dieser Saison, schon seit Jahren. Er hat sich von allen anderen Vereinen weit entfernt. Gute Leute an den richtigen Positionen arbeiten gut. Sie sind nie abgehoben, sind immer bodenständig geblieben. Im Verein herrscht Ruhe. Die Entwicklung von Basel kann für die anderen Teams ein Beispiel sein. Aber die Basler sind ja auch nicht immer dort gewesen, wo sie jetzt sind.

FCZ-Sportchef Thomas Bickel an einer Medienkonferenz nach dem Trainingslager des FC Zuerich in Zuerich am Freitag, 8. Juli 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Pickelhart analysiert: Thomas Bickel sieht die Arbeit des FC Basel als gutes Beispiel. Bild: KEYSTONE

Was nun der Umbruch im Sommer für sie bedeutet, kann ich nicht beurteilen. Ein Umbruch ist immer eine Chance, aber auch eine Gefahr. Ich wünsche mir, dass die anderen Klubs die aktuelle Situation als Herausforderung betrachten. Mit einer klaren Strategie und Geduld daran gehen, näher an den FCB zu rücken. Mit Arbeit, Arbeit und Arbeit. Ich hoffe, dass auch dem FCZ dies mittel- bis langfristig gelingen wird. Zuerst aber müssen wir einmal aufsteigen.» (br/az)

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