«Es brät halt immer weiter»: Spieler haben bei den «French Ofen» mit der Hitze zu kämpfen
Stets über 30 Grad, kaum eine Wolke und viel Sonne. Die Sportlerinnen und Sportler an den French Open sind nicht zu beneiden. Da muss man schon fast mit dem Gedanken spielen, den Namen des Turniers auf «French Ofen» zu wechseln, so warm, wie es auf den Plätzen ist. Dass es bereits im Mai in Paris so heiss ist, ist neu. Es ist die erste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Casper Ruud litt bei seinem ersten Spiel sehr, wie die Weltnummer 16 selbst erklärte: «Es fühlt sich ein bisschen wie ein Hitzeschlag an. Ich hatte vor einigen Jahren etwas Ähnliches, als ich in Washington im dritten Satz aufgeben musste. Das war das einzige Mal, dass ich dasselbe Gefühl hatte wie heute, wo mir zeitweise richtig schwindlig wurde, ich total erschöpft war und fast wie ein Zombie herumlief.»
Als Ruud gegen Roman Safiullin nach drei Sätzen in Führung lag, teilte der Norweger seine Kräfte ein. «Ich erlaubte mir, die Intensität im vierten Durchgang etwas zu reduzieren, um meinen Puls und meine Körpertemperatur so weit wie möglich zu senken und zu sehen, ob ich im fünften noch etwas Energie übrig hatte. Zum Glück hat das am Ende funktioniert.»
Auch die Deutsche Eva Lys musste sich gut zureden, um auf dem Platz durchzuhalten: «Ich habe mir im Kopf immer gesagt: Du wirst nicht diejenige sein, die wegkippt. Aber von rechts nach links laufen – man schwitzt sich da einen ab.» Ähnlich klingt es bei ihrer Landsfrau Laura Siegemund: «Es brät halt immer weiter.»
Bei der Partie zwischen Andrej Rublew und Ignacio Buse gab es sogar einen kleinen Unterbruch, weil ein Ballmädchen aufgrund der Hitze fast in Ohnmacht fiel. Mittlerweile gibt es auch Regeln, die befolgt werden müssen. Sollte es über 32,2 Grad werden, soll es gemäss den Organisatoren zu verpflichtenden Unterbrechungen kommen.
Es gibt aber auch Tennis-Asse, welche nichts gegen die warmen Temperaturen haben. So zum Beispiel Alexander Zverev, der es lieber warm als kalt hat, oder die Schweizerin Belinda Bencic. Nach ihrem Sieg in der zweiten Runde sagte die 29-Jährige: «Es ist schon heiss, aber es ist nicht anders als bei den US Open oder in Australien. Wir sind uns, glaube ich, solche Temperaturen in Europa einfach nicht gewohnt. Aber ich leide mit den Männern mit, wenn sie bei einem Fünf-Sätzer über vier Stunden auf dem Platz stehen müssen, aber ich habe es eigentlich gerne, wenn es warm ist.»
In der zweiten Turnierwoche wird das Wetter gemäss den Wetterprognosen dann ein wenig schlechter und es muss auch mit Regen gerechnet werden. (riz)
