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Eugenie Bouchard of Canada reacts during her match against Ying-Ying Duan of China at the Wimbledon Tennis Championships in London, June 30, 2015.  REUTERS/Toby Melville

Eugenie Bouchard bringt derzeit kein Bein vors andere. Bild: TOBY MELVILLE/REUTERS

Genie Bouchard im freien Fall: Das Tennis-Starlet leidet unter dem Kurnikowa-Syndrom

Wer hoch fliegt, kann tief fallen: Eugenie Bouchard kann ein Lied davon singen. Vor einem Jahr noch als künftige Nummer 1 gefeiert, steht die Tennis-Prinzessin nach dem achten Erstrunden-Aus in dieser Saison vor dem sportlichen Nichts. Die aufkommende Kritik lächelt sie einfach weg.



Ass und König: Diese Hand heisst im Poker «Anna Kurnikowa». Warum? Sieht gut aus, gewinnt aber selten. Die hübsche Russin stürmte 1997 als 16-Jährige in den Wimbledon-Halbfinal und galt als kommende Rivalin von Martina Hingis im Kampf um den Tennisthron. Doch während Hingis durchstartete und Turniersieg an Turniersieg reihte, sorgte Kurnikowa fast nur neben dem Platz für Furore. Sie ergattert unzählige Werbeverträge, ist das Poster-Girl des Tennis-Zirkus schlechthin, doch einen WTA-Titel kann sie in ihrer Karriere nicht gewinnen.

Diesen hat Genie Bouchard bereits in der Tasche. Im Mai 2014 durfte die 21-jährige Kanadierin in Nürnberg ihre erste (aber bisher einzige) Siegertrophäe in die Höhe stemmen. Ansonsten sind die Parallelen zu Kurnikowa aber unübersehbar.

Martina Hingis, left, of Switzerland, and Russia's Anna Kournikova, right, arrive for an exhibition match on Copacabana beach, Rio de Janeiro, Saturday, Dec. 10, 2005. (AP Photo/Str)

Anna Kurnikowa (hier mit Martina Hingis in Brasilien) gewann in ihrer Karriere leider nur Blumensträusse. Bild: AP

2012 gewann Bouchard den Juniorinnen-Titel in Wimbledon, 2014 folgte der Durchbruch bei den Profis. Beim Australian Open und beim French Open scheiterte sie erst im Halbfinal, in Wimbledon stand ihr auf dem Weg zum ersten Grand-Slam-Titel nur Petra Kvitova im Weg. 

Doch für alle Experten war damals klar: Hier wächst eine zukünftige Major-Siegerin und Weltnummer 1 heran. Sie hatten auch allen Grund zu dieser Annahme. Mit ihrem Powertennis und der mentalen Stärke spielte Bouchard ihre Gegnerinnen regelrecht an die Wand – als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

Doch der verlorene Wimbledon-Final gegen Kvitova sollte der grosse Wendepunkt in Bouchards Karriere werden. Plötzlich ging gar nichts mehr. Seit diesem 5. Juli 2014 hat die Kanadierin nur noch 17 von 39 Partien gewonnen, von den letzten 14 Matches nur noch zwei. Auch ihr neuer Trainer Sam Sumyk, der ihr riet, mit mehr Topspin und etwas weiter hinter der Grundlinie zu spielen, konnte die Talfahrt nicht stoppen.

Da musste sogar Bouchard lachen

Die 6:7-4:6-Niederlage in der 1. Runde von Wimbledon gegen die Chinesin Duan Ying-Ying (WTA 117) war bereits die achte Auftaktpleite in der laufenden Saison. Bouchard, die mit einer Bauchmuskelzerrung aus dem Eastbourne-Match gegen Belinda Bencic angetreten war, fliegt damit am übernächsten Montag aus den Top 20. Im Herbst war sie noch die Weltnummer 5.

Die aufkeimende Kritik lächelt die 1,78 Meter grosse Blondine einfach weg. «Vor ein paar Monaten, als ich in Indian Wells und Miami verlor, fühlte es sich für mich nicht wie ein Weltuntergang an, für ein paar andere hingegen schon. Jetzt sind wir wieder ein Stück näher am Ende der Welt», sagte Bouchard nach der Niederlage gegen Duan mit einem Lächeln im Gesicht. «Die letzten zwölf Monate waren eine lehrreiche Zeit für mich. Aber es wäre schön, wenn diese jetzt dann bald zu Ende ist.»

Die besten Instagram-Bilder von Eugenie Bouchard

Bouchard: «Für mich zählt nur Tennis»

Vielleicht sollte sie dafür etwas mehr auf ihre Kritiker hören. Diese glauben nämlich, dass ihr die unzähligen Fotoshootings für Hochglanz-Magazine und der im letzten Jahr abgeschlossene Millionen-Deal mit dem Vermarktungsriesen IMG den Kopf verdreht hätten. Zumal dieser auch einen Modelvertrag beinhaltet.

«Wer mich kennt, der weiss, dass für mich nur Tennis zählt. Und der Erfolg», entgegnet Bouchard diesen Vorwürfen jeweils gebetsmühlenartig. «Ich wusste nicht, dass ich täglich 24 Stunden Tennis spielen muss. Es gibt immer Leute, die nicht damit einverstanden sind, was du tust. Aber das bedeutet zumindest, dass du für etwas eingetreten bist und etwas in deinem Leben getan hast.»

LONDON, ENGLAND - JUNE 25:  Eugenie Bouchard attends the WTA Pre-Wimbledon Party at Kensington Roof Gardens on June 25, 2015 in London, England.  (Photo by Karwai Tang/WireImage)

Bouchard präsentierte sich an der Pre-Wimbledon-Party von ihrer schönsten Seite. Bild: WireImage

Doch nicht nur ihre Aktivitäten neben dem Platz rufen ihre Kritiker auf den Plan: Bouchard, die im letzten Jahr noch vor Weltstars wie Neymar, Lewis Hamilton oder Usain Bolt zum bestvermarktbaren Sportler der Welt gekürt wurde, gibt sich zwar gerne als stets lächelndes Postergirl, doch sie hat auch noch eine andere Seite. 

Zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz

Oft wandelt sie auf dem gefährlich schmalen Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz. Ihre jahrelange Freundschaft mit Tenniskollegin Laura Robson hat sie zuletzt gekündet. «Ich denke nicht, dass der Tennis-Zirkus der Ort ist, um dort Freunde zu haben», begründete Bouchard.

Dass sie sich keine Freunde machen will, bewies sie auch beim Fed-Cup-Duell mit Rumänien vor ein paar Wochen. Sie verweigerte bei der Auslosung ihrer Gegnerin Alexandra Dulgheru den Handschlag. Die Begründung hier: «Ich glaube einfach nicht daran, dass es gut ist, meiner Kontrahentin vor dem Spiel Glück zu wünschen.»

Bild

Keine Lust auf ein Handshake: Bouchard weist Dulgheru in die Schranken. bild: twitter

Gut aussehend, talentiert, launisch – die Parallelen zu Anna Kurnikowa sind tatsächlich unübersehbar. Dass Bouchard nicht so endet wie ihre russische Kollegin, liegt in ihren eigenen Händen. Das weiss auch sie. In unnachahmlicher Manier sagte sie nach der Duan-Pleite nämlich auch: «Wenn ich mich voll reinhänge, werde ich auch wieder Erfolg haben. Dann wird alles wieder viel süsser werden.»

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