Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Novak Djokovic, of Serbia, walks off the court as he retires during his match against Stan Wawrinka, of Switzerland, during the fourth round of the U.S. Open tennis championships, Sunday, Sept. 1, 2019, in New York. (AP Photo/Eduardo Munoz Alvarez)

Djokovic macht sich unter Pfiffen auf den Weg in die Garderobe. Bild: AP

«Nicht korrekt!» Publikum pfeift Djokovic für Forfait gegen Wawrinka gnadenlos aus



Bitterer Abend für Novak Djokovic: Die serbische Weltnummer 1 musste im US-Open-Achtelfinal gegen Stan Wawrinka beim Stand von 4:6, 5:7 und 1:2 aufgeben. Der Titelverteidiger hatte soeben ein Break zu null kassiert und gemerkt, dass es so nicht weitergehen konnte. Seine linke Schulter, die ihm schon seit einigen Wochen Probleme bereitet, schmerzte zu sehr.

So schritt Djokovic zum Netz, erklärte sich dem Schiedsrichter und Wawrinka, der sein Gegenüber mit ein paar freundlichen Worten zu trösten versuchte. Wenig Verständnis für das vorschnelle Ende zeigte jedoch das New Yorker Publikum: Es deckte den Serben auf dessen Weg in die Garderobe mit einem gellenden Pfeifkonzert ein.

abspielen

Djokovic packt seine Sachen, das Publikum pfeift ihn gnadenlos aus. Video: streamable

abspielen

Die Pfiffe verhallen erst, als Djokovic in den Katakomben verschwunden ist. Video: streamable

Djokovic hatte in seinen jungen Jahren den Ruf, Matches etwas vorschnell abzuschreiben. Das Forfait gegen Wawrinka war die 13. Aufgabe während eines Matches auf der ATP-Tour, die sechste an einem Grand-Slam-Turnier.

Gegen Wawrinka war der «Djoker» aber sichtlich handicapiert. Vor allem beim Aufschlag wirkte die Weltnummer 1 klar gehemmt. Christopher Clarey, Tennis-Experte bei der «New York Times», nahm Djokovic deshalb in Schutz: «Djokovics Form kann man in Frage stellen, aber nicht seine Kämpferqualitäten. Die hatte er zuletzt immer wieder unter Beweis gestellt. Er hat nicht einfach aufgegeben, weil er am verlieren war.»

Dieser Meinung war auch ESPN-Kommentator Patrick McEnroe: «Djokovic heute auszupfeifen, war nicht korrekt», sagte der Bruder von John McEnroe stellvertretend für viele, die mit der Reaktion des News Yorker Publikums nicht viel anfangen konnten.

Djokovic zeigte sich nach dem Match an der Pressekonferenz souverän und machte dem Publikum keinen Vorwurf: «Ja, es war die linke Schulter. Es ist sehr frustrierend und es tut mir leid für die Zuschauer. Offensichtlich kamen sie, um ein komplettes Match zu sehen. Aber es sollte heute nicht sein. Das ist alles. Die Leute wussten nicht, was genau passiert ist, also kann man ihnen keinen Vorwurf machen.»

abspielen

Die Highlights des Achtelfinals zwischen Djokovic und Wawrinka. Video: YouTube/US Open Tennis Championships

Medwedew dankt pfeifendem Publikum

Pfiffe gab es an diesem Sonntagabend schon früher – und zwar erneut für den Geheimfavoriten Daniil Medwedew. Der russische Cincinnati-Sieger wurde nach seinem 3:6, 6:3, 6:2, 7:6-Sieg gegen den deutschen Überraschungsmann Dominik Köpfer erneut mit Pfiffen und Buhrufen eingedeckt.

Für Medwedew allerdings kein Problem. Beim Platzinterview sagte er: «Ich lag heute 3:6, 0:2 zurück. Ich hatte Schmerzen in den Adduktoren und in der Schulter. Ich dachte, ich werde nicht spielen, weshalb ich so viel Schmerzmittel wie möglich nahm. Aber dass ihr alle so gegen mich wart, gab mir erst die Energie, zu gewinnen. Herzlichen Dank!»

abspielen

Medwedew dankt dem pfeifenden Publikum. Video: streamable

Medwedew zog den Zorn des New Yorker Publikums schon in der 3. Runde gegen Feliciano Lopez auf sich, als er einem Ballboy das Handtuch unsanft aus den Händen riss, sich mit dem Stuhlschiedsrichter anlegte und das pfeifende Publikum mit ausgestrecktem Mittelfinger an seiner Schläfe beleidigte.

Auch im Viertelfinal gegen Djokovic-Bezwinger Wawrinka wird Medwedew das Publikum gegen sich haben. Gut, dass der junge Russe einen Weg gefunden hat, damit umzugehen. (pre)

Die besten Bilder des US Open 2019

Mehr Tennis

Auf dieses Grundstück in Rapperswil zieht Federer – doch gebaut werden kann noch nicht

Link zum Artikel

Novak Djokovic hat eine Geheimwaffe – und sie kommt aus der Schweiz

Link zum Artikel

«GOAT» in Gefahr – so schnell könnte Djokovic Federers wichtigste Rekorde an sich reissen

Link zum Artikel

Wie der Direktor des Tennis-Turniers in Gstaad von Christian Constantin hintergangen wurde

Link zum Artikel

«Das hat man mich schon oft gefragt» – wieso ein Schweizer zum Nadal-Fan wurde

Link zum Artikel

Wie Djokovic das unfaire Wimbledon-Publikum aus seinem Kopf brachte

Link zum Artikel

Das brachte die Versteigerung von Boris Beckers Trophäen ein

Link zum Artikel

«Eine hässliche Welt, die niemals schläft» – das Märchen vom Traumleben der Tennis-Stars

Link zum Artikel

15 Dinge, die du zum 15-jährigen Wunderkind Coco Gauff wissen musst

Link zum Artikel

Dieser Psychotest zeigt dir, ob du aus Federer-Holz geschnitzt bist

Link zum Artikel

Williams nach US-Open-Eklat in psychologischer Behandlung – Osaka-SMS rührte sie zu Tränen

Link zum Artikel

Schweizer Tristesse in Gstaad – warum die Suche nach dem «nächsten Federer» schwierig ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

30
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • das Otzelot 02.09.2019 11:36
    Highlight Highlight Das Djokovic nicht bei 100% war sah man zum Teil. Ich denke eher, dass sich ein: w.o in der Statistik halt besser liest als eine Niederlage.
    So nach dem Motto: Wenn ich nicht verletzt gewesen wäre...
  • youmetoo 02.09.2019 10:55
    Highlight Highlight Djokovic hat durch sein Festhalten an Gimelstob und seinem Verhalten im Spielerrat den Unwillen des (nicht nur) amerikanischen Publikums selbst verschuldet. Die Sympathien werden immer bei seinen Gegnern sein.
  • Heini Hemmi 02.09.2019 10:45
    Highlight Highlight In einem Land, in dem Trump zum Präsidenten gewählt worden ist, sollte das nicht weiter überraschen. Das Publikum in Roland Garros freut sich bestimmt: Es ist nur das zweitunfairste der Welt.
  • JonathanFrakes 02.09.2019 10:39
    Highlight Highlight Ich mag Daniil Medwedew. Sehr geil, wie er den Groll der Zuschauer zu nutzen weiss. Weiter so!
  • zaphod67 02.09.2019 10:07
    Highlight Highlight Das New Yorker Publikum hat ja schon beim Williams-Skandal gezeigt, was von ihm zu halten ist.
  • Calvin Whatison 02.09.2019 10:00
    Highlight Highlight Ich mag den Herrn nicht.

    Ein hervorragender Tennisspieler ist er allemal und hat das nicht verdient.

    Shame Shame Shame Publikum.👎🏻
  • fczzsc 02.09.2019 09:58
    Highlight Highlight Ich war bisher an allen Grand Slams (ausser Roland Garros).
    Das US Open Publikum hat den Namen Publikum nicht verdient.
    Ein konstanter Lärmpegel verursacht durch respektloses Getratsche der unsachverständigen Zuschauer verunmöglicht es, Spiele zu geniessen, wie man es sich anderswo gewohnt ist.
  • Kiro Striked 02.09.2019 09:49
    Highlight Highlight JA aber ist es wirklich überraschend, dass die US-Open Zuschauer sich nicht zu verhalten wissen? Letztes Jahr haben die Spieler noch um Ruhe im stadion Betteln müssen... Die Verhalten sich jedes Jahr wie Steinzeitmenschen... möchte jetzt nich sagen "sind halt Amis" aber... Amis und Sport ist immer Grausames, Steinzeitmenschenverhalten... Man siehe Basketball, American Football und Auch Baseball... Die Fans verhalten sich wie die gestörten. Da ist Fussball hier mit Hooligans und Ultras gleich noch Gesittet.
    • P. Meier 02.09.2019 12:56
      Highlight Highlight @Kiro L.
      Fussball mit Hooligans ist gesittet? Sie geruhen zu scherzen! Dass sich in den USA das Publikum teilweise für uns unverständlich aufführt ist schon so. Ihre Mainstream-Sportarten zeichnen sich ja auch durch kürze Actiophasen und dann wieder Pausen aus. Die Kindsköpfe, welche sich Fussballfans nennen und die die Verbände/Vereine nicht kennen als positive Erscheinung zu erwähnen ist wohl nicht ganz Ihr Ernst.
    • TodosSomosSecondos 02.09.2019 15:31
      Highlight Highlight Für die US Open mag das ja gelten aber ansonsten ist die Aussage einfach schlicht Unsinn und lässt vermuten, dass der Schreiber weder jemals an einem NBA oder NFL Spiel war noch jemals in der Fankurve bei einem Fussballspiel in Europa gestanden hat.
  • Dr. Unwichtig 02.09.2019 09:37
    Highlight Highlight Die aktuelle Situation ist im Herrentennis wirklich einmalig. Nicht genug damit, dass mit Federer und Nadal zwei absolut aussergewöhnliche Spieler die gleiche Ära prägen - mit Djokovic gesellte sich ein dritter hinzu. Und es ist ein Drama für sich, dass dieser Dritte - und bisher in vielerlei Hinsicht erfolgreichste - derjenige ist, der alles zu gewinnen vermag - bis auf die Herzen der Zuschauer...
    • Pümpernüssler 02.09.2019 12:48
      Highlight Highlight da ist er nunmal völlig selber schuld. tennis spielen kann er. alles andere kriegt er einfach nicht auf die reihe.
  • Neruda 02.09.2019 09:19
    Highlight Highlight «Ich lag heute 3:6, 0:2 zurück. Ich hatte Schmerzen in den Adduktoren und in der Schulter. Ich dachte, ich werde nicht spielen, weshalb ich so viel Schmerzmittel wie möglich nahm. Aber dass ihr alle so gegen mich wart, gab mir erst die Energie zu gewinnen. Herzlichen Dank!»
    💓💓💓 😁
  • Ziasper 02.09.2019 09:15
    Highlight Highlight Das US-Publikum hat sich schön des Öfteren als unfair gezeigt. Man erinnere sich an das Spiel Williams - Osaka. Vielleicht sollte man ihnen einfach mal für ein Jahr das Turnier entziehen?
    • Chääschueche 02.09.2019 18:28
      Highlight Highlight Naja...Djokovic ist selber schuld. Hast du den Final Djokovic - Federer in London gesehen? Da hat er sich ein weiteres mal aufgeführt wie ein Riesenbaby. Der Typ ist richtig unsportlich wenns nicht so läuft wie er will. Da kommt halt irgendwann die Retourkutsche 🤷‍♀️
  • Orfeo 02.09.2019 09:10
    Highlight Highlight Aufgeben oder nicht, das Ausbuhen zeigt doch vor allem wie unsympathisch Djokovic generell rüberkommt.
  • 3,2,1... vorbei 02.09.2019 09:08
    Highlight Highlight Achtung der kommt flach:

    Djokovic pfeift auf die Meinung vom Publikum.
  • Rechthaberwoman 02.09.2019 09:06
    Highlight Highlight Wenn man die Berichterstattung der letzten Tage verfolgt hat, dnn spricht das nicht gerade für das Publikum. Was stimmt mit denen nicht? Sind das eigentlich Baseballfans, die sich bei jedem Spiel betrinken und die Meinung raus lassen und jetzt gedacht haben "Tennis wär auch mal was"?
    • Marshawn 02.09.2019 09:26
      Highlight Highlight Einwohner von New York gelten nicht einfach so als unfreundlich. 😅 Das Ausbuhen ist leider auch in anderen Sportarten weit verbreitet. Zum Beispiel als dir Jets-Fans ihren eigenen Draft-Pick ausgebuht haben.

      Djokovic hat es halt einfach schwierig, weil Nadal und Federer absolut vergöttert werden.
    • Grittibenz 02.09.2019 11:07
      Highlight Highlight Ich erinnere mich auch an dem Moment, als die Fans der Islanders John Tavares ausgebuht haben, da er nach Toronto wechselte.
  • wasps 02.09.2019 08:51
    Highlight Highlight Den Joker HEUTE auszupfeifen, sei nicht korrekt gewesen, sagt McEnroe!
  • Marshawn 02.09.2019 08:32
    Highlight Highlight Djokovic auszupfeifen ist eine absolute Frechheit. Das hat dieser hervorragende Sportler nicht verdient. Ein bisschen verstehen kann ich den Unmut des Publikums aber schon. Anscheinend zahlte man für ein Ticket über 300$.

    Ebenfalls zeigt sich bei den Aufgaben von Djokovic an Grand Slams stets ein ähnliches Bild. Er kann spielen, bis er klar zurückliegt – dann geht‘s nicht mehr.

    2019 US Open 4R, 6-4 7-5 2-1 ret.

    2017 Wimbledon QF, 7-6(2) 2-0 ret.

    2009 AO QF, 6-7(3) 6-4 6-2 2-1 ret.

    2007 Wimbledon SF, 3-6 6-1 4-1 ret.

    2006 RG QF, 6-4 6-4 0-0 ret.

    2005 RG 2R, 4-6 6-2 3-2 ret.
    • PHI (formerly known as Pat the Rat) aka Capy 02.09.2019 08:42
      Highlight Highlight Interessante Beobachtung von Dir.

      Könntest Du dir vorstellen, dass Er aufgrund der physischen Probleme nicht richtig spielen konnte und darum aufgab?
    • MarGo 02.09.2019 08:53
      Highlight Highlight Ein Djoker kann auch mit schmerzender Schulter den Grossteil des Tenniszirkus schlagen - das muss er doch probieren. Für Stan reichts nicht (wie so oft :) Sauber, Stan!) aber ihn deshalb auszubuhen oder ihn hier als "am verlüre und denn ufgeh-Typ" zu bezeichnen, ist unfair.
    • Marshawn 02.09.2019 08:54
      Highlight Highlight Der Diskussionspunkt ist nicht, ob Djokovic verletzt ist. Das ist unbestritten. Aber nehmen wir zum Beispiel Federer. Dieser hat in seiner Karriere noch nie während einem Match aufgegeben. Entweder er tritt gar nicht erst an oder er spielt das Spiel zu Ende. Ich denke, dass Federer auch aus Respekt vor dem Gegner nicht aufgibt. Denn so wird dessen Leistung geschmälert.

      Kann sein, dass Djokovic auch einfach seinen Körper weniger gut einschätzen kann. Ich weiss es nicht. Aber trotzdem finde ich es ein wenig irritierend. Aber wie gesagt, ausbuhen sollte man ihn trotzdem nicht!
    Weitere Antworten anzeigen

Die Limmat in Zürich ist grasgrün – was dahintersteckt

Das Wasser der Limmat in der Stadt Zürich leuchtete heute grasgrün. Die Stadtpolizei stand vor einem Rätsel, angemeldet war jedenfalls nichts. Kurz nach 12 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei die Meldung ein, dass die Limmat grasgrün eingefärbt worden sei. Die Polizei leitete umgehend Abklärungen ein und bot die Wasserschutzpolizei auf, wie sie mitteilte. Zudem wurden Detektive eingesetzt, um den Ursprung der Verfärbung abzuklären.

Schnell war klar: Hinter dem «Farbanschlag» auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel