Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07635321 Ashleigh Barty of Australia poses with the trophy after winning the women’s final match against Marketa Vondrousova of the Czech Republic during the French Open tennis tournament at Roland Garros in Paris, France, 08 June 2019.  EPA/JULIEN DE ROSA

Bild: EPA/EPA

Barty vom Cricket zum Grand-Slam-Sieg – Thiem haut Djokovic raus

Ashleigh Barty hat als erste Australierin seit 46 Jahren das French Open gewonnen. Die 23-Jährige setzte sich im Final gegen die Tschechin Marketa Vondrousova mit 6:1, 6:3 durch. Nach 26 GS-Siegen in Serie unterlag Novak Djokovic im Halbfinal des French Open dem Österreicher Dominic Thiem 2:6, 6:3, 5:7, 7:5, 5:7.



Barty wurde ihrer Favoritenrolle gegen die 19-jährige Vondrousova, die ohne Satzverlust in den Final eingezogen war, vollends gerecht. Sie war die aktivere der beiden Spielerinnen und überstand die wenigen heiklen Moment souverän. In nur gerademal 70 Minuten kam sie zu ihrem ersten Grand-Slam-Sieg.

Vondrousova tat sich nach dem nahezu perfekten Lauf in den Final, schwer den Rhythmus und die Sicherheit zu finden. Als die Linkshänderin Mitte des zweiten Satzes ihre Nervosität etwas abgelegt hatte und besser zu spielen begann, war der Rückstand schon nicht mehr aufzuholen. Dem ersten Teenager im French-Open-Final seit Ana Ivanovic 2007 wurde die Unerfahrenheit etwas zum Verhängnis. Sie hat in ihrer Karriere erst einen Titel gewonnen – 2017 in Biel.

Der Matchball im Video.

Barty wirkte abgeklärter. Sie kam mit dem Druck offenbar besser zurecht. In beiden Sätzen ging sie gleich zu Beginn entscheidend in Führung und im Gegensatz zum Halbfinal gegen Amanda Anisimova wankte sie nicht mehr, als es ernst wurde. Mit ihrem ersten Matchball beendete sie die Partie und die australische Durststrecke. Samantha Stosur war 2011 (US Open) die letzte Major-Siegerin aus Down Under gewesen.

Es ist ein erstaunlicher Weg, der Barty zu diesem Erfolg geführt hat. Als grosses Talent gehandelt scheiterte sie bei ihrem ersten Versuch, bei den Profis in die Weltspitze vorzustossen. Sie kam mit dem Druck schlecht zurecht und bekundete Mühe mit dem Leben auf der Tour. «Alles ging so schnell. Ich wollte mal ein normales Leben führen.» Ende 2014 nahm sie sich eine Auszeit und widmete sich dem Cricket.

Anfang 2016 kehrte Barty zum Tennis zurück. Und ab 2017 - nach einer ausgeheilten Armverletzung - stellte sich der Erfolg ein. Sie kletterte kontinuierlich die Weltrangliste hoch. Im Juni 2016 war sie noch jenseits der Top 600 klassiert gewesen, als Nummer 8 nahm sie das French Open in Angriff, und am Montag wird sie hinter Naomi Osaka die Nummer 2 sein. So gut war letztmals eine Australierin 1976 klassiert (Evonne Goolagong).

Thiem macht Final gegen Nadal klar

Novak Djokovic hatte in Paris die Möglichkeit, zum zweiten Mal in seiner Karriere alle Grand-Slam-Trophäen gleichzeitig in seinen Besitz zu bringen. Doch der Überflieger der letzten Major-Turniere, der Sieger von Wimbledon, des US Open und des Australian Open, wurde in einem nervenaufreibenden Halbfinal von Thiem gestoppt. «Ich glaube, ich habe nicht viel falsch gemacht», sagte Djokovic. Zum Thema Unterbrüche und Spielansetzung gab er sich wortkarg, meinte aber, er habe wohl noch nie bei so schwierigen Bedingungen gespielt.

Der Wind machte den Spielern das Lebens schwer. Zudem musste die Partie wegen des schlechten Wetters mehrmals unterbrochen werden. Am Freitag war sie beim Stand von 2:6, 6:3, 1:3 aus Sicht von Djokovic vertagt worden. Der 32-Jährige fand am Samstag zurück in den dritten Satz, gab zum 5:7 aber seinen Service im entscheidenden Moment ab. Nach dem gewonnenen vierten Umgang, geriet er im Entscheidungssatz mit 1:4 in Rückstand. Dann folgte der nächste Regenunterbruch.

abspielen

Die Highlights des Halbfinals. Video: YouTube/Roland Garros

Djokovic meldete sich danach erneut zurück. Auf dem Weg zum 5:5 wehrte er beim Stand von 3:5 bei Service Thiem zwei Matchbälle ab – oder genauer gesagt: Der Aussenseiter gab seinen Vorteil mit unerzwungenen Fehlern her. Aber auch Djokovic machte in der Schlussphase einen unsicheren Eindruck. Er leistete sich ungewohnt viele Fehler. Nach vier Stunden und 13 Minuten nutzte Thiem seinen dritten Matchball zum verdienten Erfolg.

Thiem, der als zweiter Österreicher nach Thomas Muster (French Open 1995) einen Grand-Slam-Titel gewinnen könnte, misst sich am Sonntag schon zum vierten Mal in Roland Garros mit Nadal. Die bisherigen Duelle in Paris gingen alle klar an den Spanier, das letzte, vor einem Jahr im Final mit 6:4, 6:3, 6:2. Doch Thiem hat Nadal auf Sand auch schon viermal bezwungen, etwa in diesem Jahr im Halbfinal von Barcelona.

Erschwert wird die ohnehin kolossale Aufgabe von Thiem im Final dadurch, dass er im Gegensatz zu Nadal nach dem Halbfinal keinen Ruhetag hatte. «Das ist okay für mich. Es ist nicht das erste Mal, das so etwas geschieht, und es wird nicht das letzte Mal sein. Das ist unser Sport», spielte der Weltranglisten-Vierte die Situation herunter. Positiv bleiben, ist entscheidend für ihn: «Ich denke, es ist das Wichtigste, dass ich in den Final gehe mit dem Glauben an den Sieg.» (abu/sda)

Ticker: 08.06 FO Tagesticker

Die besten Bilder des French Open 2019

Hier will sich Federer niederlassen

Play Icon

Unvergessene Tennis-Geschichten

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link zum Artikel

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link zum Artikel

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link zum Artikel

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link zum Artikel

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link zum Artikel

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link zum Artikel

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link zum Artikel

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link zum Artikel

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link zum Artikel

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link zum Artikel

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link zum Artikel

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link zum Artikel

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link zum Artikel

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link zum Artikel

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link zum Artikel

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link zum Artikel

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link zum Artikel

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • thatstheshit 08.06.2019 18:57
    Highlight Highlight Hmmm wenn man beiden Halbfinals der Männer und Frauen anschaut: und für das gibts das gleiche Preisgeld?🤔
    • ponebone 08.06.2019 22:33
      Highlight Highlight Also ich hab mir im Anschluss an Djoker vs. Thiem zeitweise den Frauen Final angeschaut und hab noch für mich gedacht, dass das Niveau wirklich hoch ist. Tönt komisch angesicht des klaren Resultats, aber die Ballwechsel waren wirklich hochstehend (zumindest die, welche ich mitbekommen hab). Von dem her finde ich dies grundsätzlich legitim.
      Klar an das Niveau von den Männern kommen sie nicht ran, aber ich hab oft genug Übertragungen von Frauentennis zu schauen begonnen und dann gelangweilt umgeschaltet, weils halt einfach so viel weniger hochstehend ist. Und heute war dies nicht der Fall...
    • thatstheshit 08.06.2019 22:40
      Highlight Highlight @ponebone Fand ich auch toll, vom Niveau her will ich gar nichts sagen! Aber die Männer müssen 3 Sätze gewinnen, die Frauen 2. Warum?
    • ponebone 08.06.2019 22:49
      Highlight Highlight ... und wenn jetzt beispielsweise Karlovic gegen Raonic in einem Final spielt, bekommt man auch nicht unbedingt besseres Tennis vorgesetzt
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 08.06.2019 17:11
    Highlight Highlight Den merk ich mir. Sympa.😊👍🏻
  • esclarmonde 08.06.2019 16:18
    Highlight Highlight 👍🏻💪🏻😊 Super gemacht, Dominic Thiem.
  • Gismo71 08.06.2019 16:07
    Highlight Highlight Bravo Dominic Thiem! Verdienter Sieger gegen einen motzenden Djoker. Gestern war er der Einzige, welcher sich über den Wind lautstark aufgeregt hat.

Das ist Federers Outfit für Roland Garros – wie findest du es?

Gut aussehende Tenniskleider sind in den letzten Jahren Seltenheit geworden. Man erinnere sich dabei zum Beispiel an die Zebra-Linie von Adidas. Roger Federer hat seinen Wechsel von Nike zu Uniqlo damals auch damit begründet, dass ihm die Outfits bei Nike nicht mehr besonders gefielen.

Nun, seit heute ist bekannt, mit welchem Outfit der Schweizer das Grand-Slam-Turnier Roland Garros in Paris bestreiten wird.

Wir fühlen uns dabei etwas an einen Latte Macchiato erinnert und sind uns in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel