Ihr Vater kämpft im Krieg: Ukrainerin erlebt an den Australian Open emotionale Momente
Im Duell mit Titelverteidigerin Madison Keys hat sich die Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa bei den Australian Open in Melbourne mit 6:7 (6:8), 1:6 geschlagen geben müssen. Dennoch fühlte sich die 25-Jährige nach ihrem ersten Auftritt bei einem Grand-Slam-Turnier ebenfalls als Gewinnerin – die Zuschauer in der Rod Laver Arena bedachten sie mit genauso viel Applaus wie ihre Gegnerin.
«Ich werde diesen Moment nie vergessen», sagte die Nummer 92 der Weltrangliste, die nach der Partie fleissig Autogramme schrieb. Mit ihrem couragierten Auftritt gegen die Nummer neun der Tennis-Welt wollte sie auf die Zustände in ihrer Heimat aufmerksam machen.
𝑹𝑶𝑨𝑹𝑰𝑵𝑮 into the second round is Madison Keys 🤩
— #AusOpen (@AustralianOpen) January 20, 2026
PS: How good was it of Keys to let Oliynykova have her moment post match too!@wwos • @espn • @tntsports • @wowowtennis • #AO26 pic.twitter.com/u3o9hlALyU
Olijnykowa berichtet von üblen Zuständen in Kiew
«Der Krieg ist sehr lang. Deshalb verlieren die Leute etwas das Interesse», sagte Olijnykowa. «Aber im Moment haben die Leute in der Ukraine keinen Strom. In meiner Wohnung in Kiew gibt es gerade keinen Strom, kein Wasser, keine Heizung. Deshalb ist jede Gelegenheit, darauf hinzuweisen, sehr wichtig.» Russland hatte seinen Angriffskrieg vor knapp vier Jahren begonnen und attackiert das Nachbarland täglich mit Bomben und Drohnen.
Ihr Vater kämpfe als Soldat, berichtete Olijnykowa. «Die Nacht, bevor ich nach Australien geflogen bin, hat es unweit meiner Wohnung Explosionen gegeben. Eine Drohne hat ein Haus in der Strasse getroffen, ich konnte die Erschütterungen in meiner Wohnung spüren.» Auftritte wie diesen nutze sie, um Spenden vor allem für Kinder und Frauen zu werben. «Ich weiss, was alles nötig ist.»
Gegen Keys sah es zunächst so aus, als bekomme sie noch eine weitere Chance dafür. Olijnykowa führte im ersten Satz bereits mit 4:0 und hatte im Tiebreak sogar zwei Satzbälle. Am Ende setzte sich Keys mit ihrem druckvollen Spiel und der grösseren Erfahrung durch. (riz/tonline)

