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Chelsea manager Jose Mourinho grimaces before before the Champions League round of 16 second leg soccer match between Chelsea and Paris Saint Germain at Stamford Bridge stadium in London, Wednesday, March 11, 2015. (AP Photo/Matt Dunham)

José Mourinho: «The Special One», «The Only One», «The Happy One» – und ein Doktor. Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Unvergessen

José Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

23. März 2009: José Mourinhos übergrosses Ego wird noch mehr aufgeplustert: «The Special One» wird zum Ehrendoktor ernannt. Seine Reaktion ist allerdings so unglaublich bescheiden, dass die Kinnladen reihenweise runterfallen.



Je zweimaliger Champions-League- und Europa-League-Sieger, Meister mit Porto, Chelsea, Inter Mailand und Real Madrid, mit allen Klubs auch Cupsieger – José Mourinhos Titel-Palmarés lässt sich sehen. Noch umfangreicher ist nur seine Sammlung arroganter Sprüche. Der Portugiese ist nie um eine schlagfertige Antwort verlegen. So gibt er bereits bei seiner Vorstellung 2004 bei Chelsea den Tarif durch mit dem Kult-Satz: «Ich bin nicht einfach irgendeiner, ich bin ‹a special one›!»

Was neben all diesen markigen Statements des Portugiesen fast in Vergessenheit gerät: Mourinho ist Ehrendoktor, und zwar an der Technischen Universität von Lissabon.

epa01674269 Portuguese coach of Italian soccer team Inter Milan, Jose Mourinho (R),  flanked by principal Fernando Cardoso Ribeiro (L), receives his 'honoris causa' doctor degree during a ceremony at Lisbon's Technical University, Lisbon, Portugal, 23 March 2009.  EPA/ANDRE KOSTERS

Der frischgebackene Dr. h. c. José Mourinho erhält seine Auszeichnung – mit passender Robe! Bild: EPA

«Wie eine Kugel, mit hervorragenden Noten»

Dr. h. c. José Mourinho, wie man ihn offiziell ansprechen müsste, hat vor über 20 Jahren an dieser Uni einen Studiengang zu Sportwissenschaften abgeschlossen. Gemäss seiner Mutter hat der Jungspund den Kurs «wie eine Kugel, mit hervorragenden Noten» absolviert.

Mourinhos beste Sprüche:

«Wenn mein Leben verfilmt wird, wäre George Clooney die ideale Besetzung.»

«Ich habe nicht gesagt, dass ich der Beste bin. Ich kenne nur keinen Besseren.»

«Wir sind momentan die Nummer eins, aber nicht, weil der Klub so viel Geld hat, sondern wegen meiner guten Arbeit.»

Über Karim Benzema: «Er spielt, weil ich keinen anderen habe. Wenn man keinen Hund zum Jagen hat, muss man eine Katze mitnehmen.»

Als Trainer von Inter Mailand wird Mourinho 2009 nach Lissabon eingeladen und zum Ehrendoktor ernannt. Diese ehrenhalber verliehene Auszeichnung wird normalerweise für hervorragende Verdienste auf wissenschaftlichem Gebiet verliehen – beim Erfolgstrainer wird eine Ausnahme gemacht.

epa01674274 Portuguese coach of Italian soccer team Inter Milan, Jose Mourinho popses for photographers during a press conference after receiving his 'honoris causa' doctor degree during a ceremony at Lisbon's Technical University, Lisbon, Portugal, 23 March 2009.  EPA/TIAGO PETINGA

Überschwängliche Freude sieht anders aus. Bild: EPA

Mourinho ist für vieles bekannt, sicherlich aber nicht für seine Bescheidenheit. Dennoch beginnt der selbsternannte «Special One» zum kollektiven Erstaunen aller Anwesenden seine Dankesrede mit folgendem Satz: «Ich bin nicht sicher, ob ich diese Auszeichnung verdiene.»

Während die Kinnladen rundherum reihenweise runterklappen, führt Mourinho unbeirrt aus: «Ich bin überrascht. Ich bin wahrscheinlich eine Quelle des Stolzes für diese Universität.» Ach, da ist er ja wieder, der alte Mourinho. War also nur ein Ausrutscher.

Proteste gegen die Auszeichnung

Nicht nur Mourinho selber ist sich nicht sicher ob dieser überraschenden Dekoration, auch die Universität ist gespalten. Tatsächlich haben sich einige Fakultätsmitglieder auf Mourinhos Seite geschlagen und gegen die Verleihung protestiert: Ihrer Meinung nach hat der Portugiese zu wenig getan, um eine solche Auszeichnung zu verdienen.

Ob der mittlerweile 57-Jährige den Doktortitel verdient oder nicht, sei dahingestellt. Viel mehr erfreuen wird er sich sowieso an seinen zahlreichen Pokalen. Und, mal ehrlich: Wer braucht schon einen Doktor?

Musiker John Mayer braucht keinen:

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Video: YouTube/frivolaH

Unvergessen

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