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epa08708896 Swiss rider Marc Hirschi (C) of Team Sunweb crosses the finish line to win the 84th edition of the Fleche Wallonne one day cycling race over 202km from Herve to Huy, Belgium, 30 September 2020.  EPA/JULIEN WARNAND

Marc Hirschi – von fast 0 auf 100 in nur zwei Monaten. Bild: keystone

Hirschi nimmt das erste Radsport-Monument ins Visier: «Ich werde viel entspannter sein»

Nach seinem Sieg bei der Flèche Wallonne zählt Marc Hirschi auch am Sonntag bei Lüttich-Bastogne-Lüttich zu den Favoriten. Reicht dem Berner im nächsten Ardennen-Klassiker die Kraft für einen weiteren Exploit?



Marc Hirschi fährt seine Erfolge mit einer Kadenz ein, an die man sich als Schweizer Radsport-Fan erst (wieder) gewöhnen muss. Seit gut einem Monat verzückt der Jungspund die Szene mit seinen phänomenalen Leistungen. Nach seinem Etappensieg bei der Tour de France und WM-Bronze in Imola konnte sich der Sunweb-Profi am Mittwoch bei der Flèche Wallonne auch zum ersten Mal in die Siegerliste eines Eintagesrennen der World Tour eintragen.

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Die Schlussphase der Flèche Wallone. Video: streamable

Aus dem Schweizer Zukunftsversprechen ist in den letzten Wochen ein echter Erfolgsgarant geworden. Die Cleverness und Coolness, die Hirschi dabei mit seinen erst 22 Jahren an den Tag legt, verblüfft immer wieder aufs Neue. Für die französische Sportzeitung «L’Équipe» ist er jetzt schon «DIE Entdeckung» dieser kurzen aber umso intensiveren Radsaison.

19 Jahre nach Oscar Camenzind?

Am Sonntag hat Hirschi die Chance, ein sogenanntes Radsport-Monument zu gewinnen. Etwas, das seit der Jahrtausendwende nur drei Schweizern gelungen ist: Oscar Camenzind, Oliver Zaugg und natürlich Fabian Cancellara. Der Ende 2016 zurückgetretene Berner gewann je dreimal die Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix sowie 2008 Mailand - Sanremo. Zaugg kam 2011 quasi aus dem Nichts zum Sieg an der Lombardei-Rundfahrt. Und Camenzind war 1998 nicht nur der letzte Schweizer Strassen-Weltmeister, sondern drei Jahre später auch der letzte Gewinner bei Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Oscar Camenzind of Switzerland, right, in action during the 18th stage of the Tour of Italy cycling race from Selva di Val Gardena to Alpe di Pampeago Wednesday, June 3, 1998. (KEYSTONE/AP Photo/Alessandro Trovati)

Camenzind 1998 im Dress des Schweizer Meisters. Bild: AP

Nun, 19 Jahre später, gehört mit Marc Hirschi wieder ein Schweizer Fahrer zu den Favoriten bei der «Doyenne», wie die älteste Classique im Fachjargon genannt wird. Die 257 km durch die belgischen Ardennen nimmt der Puncher bereits zum zweiten Mal unter die Räder. Die Erinnerungen an seine Premiere im letzten Jahr sind allerdings nicht die besten. Bei Regen, Kälte und Wind erreichte er als 51. das Ziel fast sieben Minuten nach dem Sieger Jakob Fuglsang. Der Däne verzichtet nach seinem Sieg in der Lombardei-Rundfahrt im August jedoch auf die belgischen Klassiker und richtet seinen Fokus stattdessen auf den Giro d'Italia.

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Das Streckenprofil der diesjährigen Austragung – auf und nieder, immer wieder. bild: liege-bastogne-liege.be

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Der letzte Kilometer ist ganz anders als bei der Flèche Wallone. bild: liege-bastogne-liege.be

Auch am Sonntag sieht es wieder nach «Huddelwetter» aus, was Hirschi nicht entgegen kommen dürfte. «Bei Regen und Kälte bin ich eher im Nachteil gegenüber den robusteren Fahrern», mutmasst der Schweizer, der bei einer Körpergrösse von 1,74 Meter 61 Kilogramm auf die Waage bringt. Im letzten Jahr habe er Mühe gehabt nach 200 km bei dieser Kälte. «Klar zähle ich jetzt zu den Favoriten auf den Sieg. Aber es ist ein langes Rennen und ab dem Start richtig hart», blickte er nach seinem Sieg bei der Flèche Wallonne voraus. «Ich nehme es als Bonus und werde viel entspannter sein.» Entspannter ja, aber sicher nicht weniger gefährlich.

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Durch die Ardennen – gelb ist hin, rot ist zürck. bild: liege-bastogne-liege.be

Alaphilippe ausgeruht?

Anders als Hirschi liess Vorjahressieger Julian Alaphilippe die Flèche Wallonne aus. Nach dem WM-Titel am letzten Sonntag gönnte sich der Franzose eine Pause, um sich körperlich und emotional vom Stress der letzten Wochen zu erholen und danach ausgeruht in Lüttich wieder an den Start zu gehen.

Bei seiner Premiere im Regenbogentrikot des Weltmeisters strebt Alaphilippe nach einem 2., 13., 4. und 16. Platz beim Ardennen-Klassiker in diesem Jahr den Sieg an. Es wäre der erste eines Franzosen seit 40 Jahren, als der fünfmalige Tour-de-France-Gewinner Bernard Hinault die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr.

France's Julian Alaphilippe grimaces when crossing the finish line of stage 17 of the Tour de France cycling race over 107 kilometers (105.6 miles) from Grenoble to Meribel Col de la Loze, France, Wednesday, Sept. 16, 2020. (Stuart Franklin/Pool via AP)

Alaphilippe gehört mit Valverde und Hirschi zu den Topfavoriten. Bild: keystone

Mit Bob Jungels (2018), Alejandro Valverde (2017, 2015, 2008, 2006), Wout Poels (2016), Dan Martin (2013) und Philippe Gilbert stehen in Lüttich voraussichtlich auch fünf ehemalige Gewinner am Start. Mit Tadej Pogacar und Primoz Roglic sind auch der Gesamtsieger und -zweite der Tour de France gemeldet. (pre/sda)

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