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Paris–Roubaix: Tadej Pogacar verpasst historischen Sieg – van Aert siegt

Belgium's Wout van Aert crosses the finish line ahead of Tadej Pogacar of Slovenia, left, to win the Paris-Roubaix cycling race in Roubaix, France, Sunday, April 12, 2026. (AP Photo/Jean-Francois ...
Wout van Aert kochte Tadej Pogacar im Sprint ab und triumphierte erstmals bei Paris–Roubaix.Bild: keystone

Van Aert verhindert historischen Pogacar-Triumph – und erinnert an verstorbenen Freund

Tadej Pogacar fehlt beim Pavé-Klassiker Paris-Roubaix nur wenig zum historischen Triumph. Der Belgier Wout van Aert schnappt dem zweifachen Weltmeister nach epischen 258 km im Zweiersprint den Sieg weg.
12.04.2026, 16:2512.04.2026, 18:33

Die 123. Ausgabe des prestigeträchtigsten Eintagesrennens wurde erst auf den letzten Metern entschieden. Nachdem Wout van Aert mit einem Angriff 54 km vor dem Ziel eine Vorentscheidung herbeigeführt hatte, konnte nur Pogacar dem Belgier folgen. In der Folge gelang es keinem der beiden, den Kontrahenten auf den verbleibenden Pavé-Sektoren abzuschütteln. So musste die Entscheidung im legendären Velodrom von Roubaix fallen, wo der Belgier im Sprint die grösseren Kraftreserven mobilisierte.

Der 31-jährige Belgier sprintete aus Pogacars Windschatten zu seinem zweiten Sieg in einem der fünf Radsport-Monumente, nachdem er vor sechs Jahren bei Mailand-Sanremo triumphiert hatte. Pogacar musste sich wie im Vorjahr bei seiner Premiere bei Paris-Roubaix mit dem 2. Platz begnügen.

Pogacars Jagd geht weiter

Damit verpasste es der vierfache Tour-de-France-Sieger eine der wenigen Lücken in seinem beeindruckenden Palmares zu schliessen. Der Slowene hätte mit einem Sieg nicht nur seine Ungeschlagenheit in diesem Jahr aufrecht erhalten, sondern auch alle fünf grossen Eintagesrennen nacheinander gewonnen, was noch niemandem gelungen ist. Ausserdem wäre Pogacar der erst vierte Radprofi gewesen, der alle fünf Monumente gewonnen hat. Dies gelang bisher nur den Belgiern Rik Van Looy (1958 bis 1965), Eddy Merckx (1966 und 1976) und Roger De Vlaeminck (1970 bis 1979), wobei die Eintagesklassiker erst 1989 in diesen Status erhoben wurden.

Vor einer Woche feierte Pogacar seinen dritten Sieg an der Flandern-Rundfahrt. Schon zuvor hatte er mindestens einmal Mailand-Sanremo, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt gewonnen.

Van der Poels folgenschwerer Defekt

Doch Paris-Roubaix bleibt ein Rennen, in dem ein Defekt oder ein Sturz jede Hierarchie in Sekunden zerlegen kann. Auch in diesem Jahr entwickelte sich die Fahrt durch die «Hölle des Nordens» zu einer wahren Materialschlacht, bei der alle Favoriten mindestens einmal einen Defekt erlitten.

Die Highlights des Rennens.Video: YouTube/TNT Sports Cycling

Neben Pogacar, der gleich dreimal das Velo wechseln musste und dadurch viel Energie verlor, erwischte es Mitfavorit Mathieu van der Poel besonders hart. Der Sieger der letzten drei Jahre musste sich nach einem Reifenschaden im berüchtigten Wald von Arenberg und einer langen Aufholjagd hinter dem Belgier Jasper Stuyven mit Platz 4 begnügen.

Starker Bisseger, emotionaler Sieger

Stefan Bissegger, im Vorjahr als Siebter bereits bester Schweizer, zeigte erneut ein starkes Rennen. Der Thurgauer erreichte das Ziel 20 Sekunden hinter dem Sieger in der ersten Verfolgergruppe, die um den 3. Platz sprintete. Am Ende fehlten Bissegger die Kräfte, weshalb er Achter wurde.

Für van Aert war es ein sehr emotionaler Erfolg. Aufgrund von Stürzen und Verletzungen hat er eine schwierige Zeit hinter sich. Mit dem Sieg in der «Hölle des Nordens» zeigte er eindrücklich, dass er wieder in Topform ist. Nach dem Rennen erinnerte er im Siegerinterview an seinen 2018 verstorbenen Teamkollegen Michael Goolaerts, der damals 23-jährige den Folgen eines Sturzes bei Paris–Roubaix erlegen war. Seinen Sieg widmete van Aert deshalb Goolaerts. (nih/sda)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Berner
12.04.2026 16:47registriert Juni 2014
Was soll die Wortwahl im Titel "in die Suppe spucken"? Zwei grossartige Sportler liefern sich einen spannenden, faszinierenden Wettkampf und am Schluss gewinnt derjenige, der eine Spur geschickter taktiert, evtl. 1% mehr Kraftreserven hat und sicher das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hat. "In die Suppe spucken" hingegen wäre gemein und hinterhältig, von Missgunst getrieben - so ziemlich das Gegenteil dieses tollen Finales von Paris - Roubaix.
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James McNew
12.04.2026 17:00registriert Februar 2014
😍

Woutje van Art! Nichts gegen Seriensieger, aber die besten Geschichten schreiben eben immer noch die tragischen Helden, wenn ihnen doch mal was gelingt.
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Petrasilias Zwackelfrau
12.04.2026 16:37registriert Februar 2014
Grossartiges Rennen! Mag es Van Aert so gönnen.
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