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Olympia 2038 in der Schweiz: Die Geschichte der Schweizer Kandidaturen

Supporters of the cadidature Sion 2006 show their disappointment and grief in Sion, Switzerland, Saturday, June 19, 1999 after the International Olympic Committee (IOC) president Juan-Antonio Samaranc ...
Enttäuschung im Wallis, nachdem Sion für 2006 Turin unterlegen ist.Bild: KEYSTONE

Olympia in der Schweiz – von Erfolgen, Träumen und (vielen) Abstimmungspleiten

Die dezentralen Spiele von Mailand-Cortina sind eine Vorlage für die Schweizer Olympia-Pläne für 2038. Können erfolgreich durchgeführte Olympische Spiele in Norditalien die Skeptiker einer Schweizer Kandidatur zum Umschwenken bringen?
05.02.2026, 19:1605.02.2026, 19:16

Bewerbungen um Olympische Spiele zeigen in unserem Land ein Muster: Wenn sich Gemeinden oder Kantone an den Kosten – die Spiele kosten inzwischen mehr als eine Milliarde Franken – beteiligen müssen, hat ein Projekt inzwischen keine Chance. «Sion 2006» war die letzte Bewerbung mit demokratischer Legimitation.

Diese bis heute aussichtsreichste Bewerbung seit St. Moritz 1948 scheiterte an der Naivität der Initianten, die auf ihr viel besseres Bewerbungsdossiert vertrauten und die Korruption im IOC sträflich unterschätzten. Die Niederlage gegen Turin boshaft auf den Punkt gebracht: Die IOC-Delegierten kennen eben den Unterschied zwischen einem Raclette und einem Ferrari.

Ein Rückblick auf die Geschichte von Olympischen Spielen in der Schweiz und gescheiterten Kandidaturen:

Winterspiele St. Moritz 1928

19 Feb 1928: The Canadian and Swiss teams in action during a match in the Ice Hockey event at the 1928 Winter Olympic Games in St. Moritz, Switzerland. Canada won the match 13-0 and went on to win the ...
Kanada fegt die Schweiz 13:0 weg.Bild: Getty Images Europe

St. Moritz setzt sich gegen Engelberg und Davos durch. Das Schweizerische Olympische Committee (SOC, heute Swiss Olympic) hatte dem IOC offiziell einen Dreiervorschlag unterbreitet. Beim IOC-Kongress 1926 fällt der Entscheid einstimmig und bei einer Enthaltung für St. Moritz.

Winterspiele St. Moritz 1948

ARCHIV --- ZUM TOD DES EHEMALIGEN SCHWEIZER SKIRENNFAHRERS KARL MOLITOR STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- The Swiss ski racer Karl Molitor in the olympic downhill skiing at the Winte ...
Karl Molitor unterwegs zu Abfahrts-Bronze.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

St. Moritz setzt sich gegen Lace Placid (USA) in einer brieflichen Abstimmung durch. Gemäss IOC-Präsident Sigfrid Edström «mit überwältigender Mehrheit». Die Anzahl Stimmen ist nicht bekannt.

Sommerspiele Rom 1960 und Winterspiele 1960 in Squaw Valley

Einmalig: Die Schweiz bewirbt sich am 16. Juni 1955 beim IOC-Kongress in Paris sowohl um die Winter- als auch um die Sommerspiele.

Squaw Valley setzt sich gegen St. Moritz und Garmisch-Partenkirchen und Innstruck durch. Das SOC hatte zuvor bei einer Bewerbung von St. Moritz und Davos mit 19:5 Stimmen für St. Moritz entschieden.

Ski racer Roger Staub after he won the men's giant slalom race in Squaw Valley, USA. To his left, with the number 21, stands Swiss ski racer Nando Pajarela, pictured on February 21, 1960, at the  ...
Riesenslalom-Olympiasieger Roger Staub.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Am 15. Juli 1952 reicht Lausanne schriftlich seine Kandidatur für die Sommerspiele von 1960 beim IOC ein, die Bewerbung wird vom späteren Bundesrat Pierre Graber orchestriert. Lausanne muss beim IOC-Kongress in Paris gegen Brüssel, Budapest, Rom, Detroit, Mexico City und Tokio antreten und verliert schliesslich in der letzten Abstimmung – sozusagen im Final – mit 24:35 Stimmen gegen Rom.

Winterspiele Grenoble 1968

Sepp Haas im Langlaufrennen ueber 50km der olympischen Winterspiele im Februar 1968 in Grenoble, wo er die Bronzemedaille gewinnt. (KEYSTONE/Str) === ===
Sepp Haas läuft über 50 km zu Bronze.Bild: KEYSTONE

Sion bewirbt sich für die Spiele von 1968. Es kommt weltweit zur ersten Volksabstimmung über die Durchführung von Olympischen Spielen. Am 11. Dezember 1963 verwirft das Stimmvolk im Wallis mit 13'085 Nein- gegen 12'775 Ja-Stimmen das Projekt und die Bewerbung wird zurückgezogen.

Winterspiele Innsbruck 1976

Ski Alpin Olympische Spiele Innsbruck 1976: RUSSI (SUI), KLAMMER (AUT) Olympische Winterspiele Innsbruck 04-15.02.1976 Abfahrt Herren 05.02.1976 Der Zweitplazierte Bernhard RUSSI (Schweiz links) und O ...
Franz Klammer (rechts) schlägt in der Abfahrt Bernhard Russi (links).Bild: www.imago-images.de

Sion verliert mit 30:39 Stimmen gegen Denver. Die Amerikaner geben später die Spiele zurück und Innsbruck springt ein. Am 2. November 1969 war bereits das Projekt «Winterspiele 1976 in Zürich» mit 145'347 Nein- gegen 40'912 Ja-Stimmen wuchtig an der Urne gestoppt worden.

Winterspiele Calgary 1988

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Erstmals am Start: Jamaikas Bob-Mannschaft.Bild: imago sportfotodienst

1980 scheitert das Projekt der Winterspiele von 1988 in Graubünden an der Urne. In Laax mit 42 Ja und 102 Nein, in Chur mit 1141 Ja und 6972 Nein, in Davos mit 1090 Ja und 1318 Nein und am knappsten in St. Moritz mit 612 Ja und 644 Nein. Die Skepsis ist wegen der immer mehr ausufernden Kosten der Spiele gross.

Winterspiele Lillehammer 1994

Mit einen herzlichen Empfang wird die dreifache Medaillengewinnerin der Olympischen Winterspiele von Lillehammer 1994, Vreni Schneider, in ihrer Heimatgemeinde Elm gefeiert. (KEYSTONE/Str)
Gold, Silber und Bronze bringt Vreni Schneider mit nach Elm.Bild: KEYSTONE

Zuerst entscheidet sich das SOC mit 59:14 Stimmen für Lausanne und gegen Interlaken als mögliche Standorte. Gegen die Bewerbung bzw. die finanzielle Beteiligung der Stadt Lausanne wird das Referendum ergriffen. Am 26. Juni 1988 bodigt das Stimmvolk in Lausanne die Olympia-Pläne für die Initianten völlig überraschend mit 20'414 Nein gegen 12'341 Ja deutlich. Im Rückblick zeigt sich: Diese Bewerbung hätte mit ziemlicher Sicherheit die Spiele in die Schweiz gebracht.

Winterspiele Salt Lake City 2002

Der Schweizer Skispringer Simon Ammann zeigt am Mittwoch, 13. Februar 2002 in Salt Lake City nach der Medaillenzeremonie an den Olympischen Spielen 2002 seine zwei Goldmedaillen, die er fuer seine Sie ...
Doppel-Olympiasieger Simon Ammann ist der «Fliegende Harry Potter der Lüfte».Bild: KEYSTONE

Im Wallis gelingt es, eine Bewerbung für die Spiele von 2002 in Sion demokratisch zu legimitieren: Am 12. Juni 1994 wird das Projekt an der Urne vom Walliser Stimmvolk mit 54'603 Ja gegen 34'830 Nein bewilligt. Salt Lake City bekommt mit 54 Stimmen der IOC-Delegierten den Zuschlag, Sion bringt es nur auf 14 Stimmen.

Winterspiele Turin 2006

Swiss Goran Bezina, Martin Pluess, Paul di Pietro and Ivo Ruethemann, from left, celebrate di Pietros second goal, during their men's preliminary round group A ice hockey match Canada against Swi ...
Die Hockey-Nati schlägt Kanada sensationell 2:0.Bild: KEYSTONE

In allen tangierten Bezirken wird am 8. Juni 1997 das Projekt «Sion 2006» mit über 60 Prozent Ja-Stimmen bewilligt. Auf Bundesebene wird die Unterstützung im Ständerat ohne Gegenstimme durchgewunken und im Nationalrat mit 145 zu 11 bei sechs Enthaltungen.

Die Bewerbung ist erstklassig und möglicherweise wird das Vertrauen in das eigentlich perfekte Bewerbungs-Dossier den Initianten zum Verhängnis. Sie unterschätzen das «Korruptions-Potenzial» im IOC. Am 19. Juni 1999 unterliegt Sion beim IOC-Kongress den Mitbewerber Turin mit 36:53 Stimmen. Es ist die bitterste Enttäuschung in der Geschichte der helvetischen Olympia-Bewerbungen.

Winterspiele Vancouver 2010

ARCHIV --- ZUM RUECKTRITT DES SCHWEIZER SKICROSSFAHRERS MIKE SCHMID STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Men's ski freestyle cross gold medalist Michael Schmid of Switzerland shows ...
Skicrosser Mike Schmid begeistert und gewinnt Gold.Bild: KEYSTONE

Zwei helvetische Kandidaturen gibt es: Bern Westschweiz und Zürich Ostschweiz. Im Herbst 2001 entscheidet sich das Sportparlament für die Variante Bern-Westschweiz. Diese wird am 22. September 2002 von der Berner Bevölkerung mit 75 Prozent Nein-Stimmen. Die Bewerbung beim IOC muss zurückgezogen werden.

Winterspiele Sotschi 2014

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON FLORENCE SCHELLING --- Switzerland's ice hockey women goalkeeper Florence Schelling celebrates her bronze medal during the women's ice hockey victory ceremony a ...
Goalie Florence Schelling führt die Schweizer Frauen-Eishockeynati zur Bronzemedaille.Bild: KEYSTONE

Am 14. September 2004 werfen die Initianten einer Bewerbung für die Spiele in Zürich und Graubünden wegen fehlender Unterstützung das Handtuch.

Winterspiele Peking 2022

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Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2022 in Peking
Zum Abschied gibt's wie immer ein riesiges Feuerwerk.
quelle: keystone / wu hong
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Auf Gemeindeebene wird eine Kandidatur bzw. die finanzielle Beteiligung für die Spiele in St. Moritz, Laax, Klosters und Davos vom Stimmvolk gutgeheissen. Die kantonale Abstimmung am 3. März 2013 wird für die Olympia-Optimisten zum demokratischen Waterloo: 41'758 Bündnerinnen und Bündner sagen «Nein» und nur 37'450 «Ja». Es gibt keine Bewerbung.

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Die Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele 2026 Mailand-Cortina
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Die Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele 2026 Mailand-Cortina

Hier wird vom 6. bis 22. Februar 2026 um Gold, Silber und Bronze gekämpft.

quelle: keystone / alessandro trovati
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