2. Vincent Kriechmayr AUT +0,79
3. Giovanni Franzoni ITA +0,90
4. Franjo von Allmen SUI +0,93
5. Alexis Monney SUI +0,95
13. Marco Kohler SUI +1,63
14. Stefan Rogentin SUI +1,68
17. Justin Murisier SUI +1,91
21. Niels Hintermann SUI +1,99
30. Lars Rösti SUI +2,38
«Mein Plan ging perfekt auf» – Odermatt triumphiert am Lauberhorn überlegen
Sieger beider Abfahrten 2024. Sieger der Abfahrt 2025. Und nun auch Sieger der Abfahrt 2026. Marco Odermatt ist und bleibt der König vom Lauberhorn.
Das Rennen am Samstagmittag war wegen des Windes verkürzt durchgeführt worden. Odermatt und Co. starteten am Hundschopf, der oberste Abschnitt fiel weg. Dem 28-jährigen Dominator der letzten Jahre kam das entgegen – obwohl er das selbstredend gar nicht nötig hat.
Von oben bis unten makellos
Direkt vor Odermatt hatte Vincent Kriechmayr, zweifacher Sieger der Lauberhorn-Abfahrt, deutlich die Führung übernommen. Die Fahrt des Österreichers war zweifellos gut, am Ende sollte sie für Rang 2 reichen. Doch Odi, angefeuert von zehntausenden euphorischen Fans, pulverisierte die Bestzeit.
In jedem Sektor baute er seinen Vorsprung gegenüber Kriechmayr aus. Den Zielstrich überquerte Odermatt nach 1:33.14 Minuten um 79 Hundertstel schneller als sein österreichischer Rivale. «Ich fuhr ins Ziel und wusste, dass ich nirgends schneller fahren könnte», sagte er im SRF. «Mein Plan ging perfekt auf.»
Kriechmayr verneigte sich vor dem vierfachen Gesamtweltcupsieger. Er habe ein gutes Gefühl gehabt beim Abschwingen, sagte er. «Zwei, drei Zehntel schneller wäre sicher noch möglich gewesen, aber niemals acht. Unglaublich von Odi, aber ich bin es ja gewohnt von ihm. Es ist keine Schande, hinter ihm Zweiter zu werden.»
«Es gibt nichts auszusetzen an dieser Fahrt», lobte Altmeister Beat Feuz als SRF-Experte seinen Nachfolger nach dessen 52. Weltcupsieg. «Ich wüsste wirklich nicht, wo ich Marco etwas zeigen könnte, das er besser hätte machen können.»
Von Allmens Fehler im Kernen-S
Nur ganz unten war Alexis Monney noch um sieben Hundertstel schneller als Odermatt. Der sagte nach Rang 4 im Super-G am Freitag: «Ich wusste, dass auf dieser verkürzten Strecke jeder Hundertstel zählt, und habe deshalb viel riskiert. Was gestern in die Hose ging, machte heute den Unterschied.»
Gefährlich hätte ihm Franjo von Allmen werden können. Doch der Weltmeister fuhr das Kernen-S nicht optimal. Er büsste dort sieben Zehntel auf Odermatt ein – und schaffte es dennoch beinahe aufs Podest. Denn vorher und danach war von Allmen insgesamt nur 0,25 Sekunden langsamer als der Sieger.
Franzoni wieder auf dem Podest
Von Allmen schlug damit auch den endschnellen Monney um zwei Hundertstel. Dass es ihm nicht aufs Podest reichte, dafür war Giovanni Franzoni besorgt. Mit der Startnummer 28 war der Italiener der letzte Favorit, hatte er doch die Trainings dominiert und am Freitag im Super-G seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Franzoni setzte sich gegen Weltmeister von Allmen um drei Hundertstel durch.
Es war so, wie es Marco Odermatt gesagt hatte: Jede Hundertstel zählte. Ausser für ihn, den Ausserirdischen, der den Rest der Welt mal wieder zu Statisten degradierte.
