«Was für eine verflixte Sportart …» – Zenhäusern gelingt ein Befreiungsschlag
Fünf Weltcuprennen, bloss ein zählbares Resultat: Rang 25 in Val d'Isère.
Das war die bescheidene Ausbeute von Ramon Zenhäusern im bisherigen Weltcup-Winter. Die Rückkehr in die Schweiz brachte zumindest im Ansatz eine Wende. Der «Doppelmeter» schaffte es in Adelboden auf Rang 15.
Zenhäusern war als 26. in den zweiten Durchgang gekommen und konnte die Ausgangslage, eine fast makellose Piste unter seinen Latten zu haben, ausnutzen. Seine Laufzeit unterbot nach ihm nur noch der spätere Sieger Paco Rassat um acht Hundertstelsekunden.
«Es gab schon viele ‹Trainings-Weltmeister›»
«Was für eine verflixte Sportart …», meinte Zenhäusern im SRF-Interview. Dass er als Führender ins Ziel gekommen sei und sich von den tausenden Fans feiern lassen konnte, sei eine «totale Genugtuung». Er geniesse diesen Moment vor dieser Kulisse, sagte der 33-Jährige.
Schon bei Halbzeit hatte Zenhäusern betont, dass er im Training jeweils vorne dabei sei. «Aber Training und Rennen sind zwei Paar Schuhe, es gab schon viele ‹Trainings-Weltmeister›.» Die Hoffnung sterbe zuletzt und er gebe nicht auf.
In den Beinen hätten es viele, sprach Zenhäusern über den mentalen Faktor, «aber dass es so schwierig ist, seine Leistung auf den Punkt zu bringen … Es ist wahnsinnig, dass ich das trotz all meiner Erfahrung immer wieder von neuem lernen muss.»
Doch noch an die Olympischen Spiele?
Der 15. Platz am Chuenisbärgli bedeutet zugleich, dass Zenhäusern die Olympia-Limite zur Hälfte erfüllt hat. Das gelang vor ihm schon Daniel Yule und Matthias Iten, die ebenfalls ein weiteres Ergebnis in den ersten 15 benötigen, um sich für Mailand/Cortina zu qualifizieren.
Nun geht es nach Wengen, dann nach Kitzbühel und schliesslich zum Nachtrennen in Schladming. In diesen drei Slaloms entscheidet sich, ob Zenhäusern im Februar seine vierten Olympischen Spiele bestreiten darf. 2018 in Pyeongchang gewann er Slalom-Silber und Gold mit dem Schweizer Team.
Das Olympia-Ticket auf sicher haben Loïc Meillard und Tanguy Nef. Letzterer war als Achter der beste Schweizer des Tages in Adelboden, während Slalom-Weltmeister Meillard in der Entscheidung einfädelte und ausschied.
