Odermatt scherzt: «Muss mich langsam mit den Schwingern zusammentun»
Gegen ihn war wieder einmal kein Kraut gewachsen. Marco Odermatt triumphierte am Chuenisbärgli von Adelboden zum fünften Mal in Folge. Das ist ein neuer Rekord, so eine Siegesserie hatte vor ihm auf diesem Hang noch niemand geschafft.
Nach dem Weltcupsieg Nummer 51 war klar, dass die Siegerehrung am Abend noch einmal zu einem Hit avancieren würde. Marco Odermatt erhielt aus den Händen von Altmeister Didier Cuche, Adelboden-Sieger 2002 und Odermatts Jugend-Idol, eine Glocke.
Mittlerweile besitzt der 28-Jährige schon so viele dieser Trophäen, dass er offenbar kaum mehr weiss, wohin damit. Jedenfalls scherzte Odermatt auf der Bühne: «Ich muss mich wohl langsam mit den Schwingern zusammentun, damit ich meine Glocken an ihre Lebendpreise hängen kann.»
Inmitten lautstarker «Odi, Odi»-Rufe sprach der Ski-Dominator über den Druck, der besonders bei Heimrennen auf ihm lastet. «Es wird immer viel erwartet von mir, wenn ich hierhin komme. Allerdings erwarte auch ich selber den Sieg», gestand er ein. Er benötige ein grosses Team im Rücken, in dem jede und jeder Vollgas gebe. Wenn dann so viele Fans für Stimmung sorgten wie in Adelboden, «gibt das noch Extramotivation, den Sieg noch etwas mehr zu wollen».
Von der Ambiance im Berner Oberland schwärmten auch die beiden anderen Fahrer auf dem Siegerpodest. «Adelboden: Ich liebe dich», rief Lucas Pinheiro Braathen, der zweitklassierte Brasilianer. Der Riesenslalom am Chuenisbärgli sei eines jener Rennen gewesen, die in ihm als kleinem Jungen vor dem TV in Norwegen den Wunsch weckten, ein Skirennfahrer zu werden.
Erstmals in Adelboden stand Léo Anguenot auf dem Podest. Der drittplatzierte Franzose schwärmte ebenfalls von der grossartigen Atmosphäre – und er schielte in die Mitte des Podests. «Ich hoffe, dass ich eines Tages da stehen kann, wo jetzt Marco ist.»
Am 10. Januar 2026 war dieser Tag noch nicht gekommen.
