Sport
Wintersport

Curling: Die Schweizerinnen sind zum 4. Mal in Serie Weltmeisterinnen

Schon wieder haben sie es geschafft: 36 Siege holten Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Carole Howald und Briar Schwaller in Serie an Weltmeisterschaften.
Schon wieder haben sie es geschafft: 36 Siege holten Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Carole Howald und Briar Schwaller in Serie an Weltmeisterschaften.Bild: www.imago-images.de

Zum 4. Mal in Serie – die Schweizer Curlerinnen sind wieder Weltmeisterinnen

Die Schweizer Curlerinnen um Skip Silvana Tirinzoni scheinen unschlagbar zu sein. Sie krönen ihre tollen Leistungen an der Weltmeisterschaft im schwedischen Sandviken mit dem vierten WM-Titel in Serie.
26.03.2023, 18:3926.03.2023, 19:28
Mehr «Sport»

Mit dem 6:3-Sieg im Final gegen das Überraschungsteam aus Norwegen um Skip Marianne Rörvik bilanziert die Crew des CC Aarau in Schweden 14 Siege ohne eine einzige Niederlage. An WM-Turnieren sind die Schweizerinnen seit Ende April 2021 über 36 Partien unbezwungen. Es kursierten auch Meldungen, dass sie «nur» 35 Spiele am Stück gewonnen hätten. Es rührt daher, dass in der Statistik des WCF eine Partie von 2021 (Sieg gegen Estland) mit dem Datum falsch eingereiht ist. Es ist in Wirklichkeit eine unvergleichliche Serie von 36 Siegen. So oder so haben Briar Schwaller-Hürlimann, Carole Howald, Silvana Tirinzoni und Alina Pätz in der ganzen Turnierwoche in Schweden Aussergewöhnliches geleistet.

Skaslien verpasst Zusatz-End

Der Final verlief von Beginn an ausgeglichen. Dank einem gestohlenen Stein im 4. End erhöhten die Schweizerinnen auf 2:0, aber die Norwegerinnen glichen noch vor der Pause mit einem Zweierhaus aus. Noch vor dem 10. End war alles offen. Die Schweizerinnen führten 4:3, aber die Norwegerinnen konnten auf den Vorteil des letzten Steins zurückgreifen. Ein gestohlenes Zweierhaus führte schliesslich zum grandiosen Sieg. Norwegens Nummer 4 Kristian Skaslien hätte im 10. End einen relativ einfachen Stein ins Haus legen müssen, um ein Zusatz-End herauszuholen. Aber ihr Versuch geriet deutlich zu kurz, so dass zwei zählende gelbe Schweizer Steine liegen blieben.

Das sagt Silvana Tirinzoni:

«Ich glaube, sie haben besser gespielt als wir, es war extrem knapp und hätte auf beide Seiten fallen können. Im 9. und 10. End sah es dann nicht gut aus. Dass wir trotzdem Weltmeisterinnen sind, ist unglaublich.
Wir haben ein solches Spiel erwartet. Wenn die anderen nicht offensiv spielen wollen, wird es ein Spiel mit wenigen Steinen und sie haben das sehr intelligent gemacht und so war es extrem knapp.
36 Siege in Folge, eine solche Zahl hält man gar nicht für möglich. Ich weiss nicht, wie wir das getan haben, aber wir haben ein grandioses Team zusammen.»

Die Serie von 36 Siegen an Weltmeisterschaften, die Tirinzonis Crew hingelegt hat – und die in einem Jahr noch weitergehen könnte –, ist im Weltcurling einmalig. Auch bei den Männern ist kein ähnlich hoher Wert bekannt. Der schwedische Super-Curler Niklas Edin – er gewann wie Tirinzoni die letzten vier WM-Turniere – brachte es mit seiner besten Serie auf zwölf Siege.

Schweiz Nummer 1 im Frauencurling

Einzigartig ist auch die Dominanz der Schweiz im Frauencurling. Seit 2012 gewannen verschiedene Schweizer Frauenteams acht von elf Weltmeisterschaften. Vor Tirinzonis Aarauerinnen waren es Davos um Skip Mirjam Ott (2012), Flims um Skip Binia Feltscher (2014 und 2016) sowie Baden Regio um Skip Alina Pätz (2015). In der 1979 begonnenen Geschichte der Frauen-WM holte keine andere Nationen in einer so kurzen Zeit derart viele Titel.

In den Anfangszeiten siegten für die Schweiz Basel Albeina (Gaby Casanova) 1979 und Bern-Egghölzli (Erika Müller) 1983. In der ewigen Bestenliste hat die Schweiz mit nunmehr zehn Titeln den 2. Platz gefestigt. Kanada ist mit 17 WM-Titeln bei den Frauen unerreicht.

Für Norwegens Frauencurling ist die Finalqualifikation eine Wiederauferstehung. Der legendäre Skip Dordi Nordby gewann 1990 und 1991 WM-Titel, aber nach Nordbys Rücktritt 2007 brachte es 15 Jahre lang keine norwegische Crew in die erweiterte Weltspitze. Zahlreiche WM- und EM-Turniere fanden sogar ohne norwegische Beteiligung statt.

Das sagt Norwegens Skip Rörvik:

«Defensiv zu spielen war unsere Taktik, es funktioniert gut für uns und die Schweiz ist das beste Team, deshalb wollten wir das Spiel so knapp machen. Am Ende hat es nicht geklappt. Wir haben trotzdem ein sehr gutes Spiel gespielt, aber wenn der Gegner viele gute Schüsse macht, ist es schwer.»
Norway's Marianne Rorvik in action during the gold medal match between Norway and Switzerland of the LGT World Women's Curling Championship at Goransson Arena in Sandviken, Sweden, Sunday, M ...
Die unterlegene Skip Marianne Rörvik. Bild: keystone

(nih/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die erfolgreichsten Schweizer an Olympischen Winterspielen
1 / 14
Die erfolgreichsten Schweizer an Olympischen Winterspielen
12. Mathilde Gremaud (Ski Freestyle): 1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze.
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Olympia 2022? Pff! Diese 11 Alltags-Disziplinen sind viel anstrengender
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
team eberhofer-birkenberger
26.03.2023 18:12registriert Dezember 2020
herzliche gratulation zum titel, absolut verdient.
super round robin gespielt, halbfinal dominiert, final mit etwas mühe und glück gewonnen.
4-ter WM-titel in folge: ÜBERRAGEND!

zuschauer kulisse beschämend für eine WM...
zum glück waren noch schweizer fans anwesend.
593
Melden
Zum Kommentar
11
VfB weiter on fire, Bayern und BVB gewinnen – Schär trifft bei Newcastle-Sieg

Bayer Leverkusen kann frühestens morgen Sonntag erstmals Deutscher Meister werden. Von Rekordmeister Bayern München gab es keine (weitere) Schützenhilfe, er setzte sich zuhause gegen den Abstiegskandidaten Köln durch. Die Bayern taten sich lange schwer. Raphaël Guerreiro erlöste sie erst in der 65. Minute, nach einem Corner traf er herrlich per Weitschuss ins hohe Eck. Thomas Müller sorgte in der Nachspielzeit für den Endstand.

Zur Story