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epa04055254 A handout photo released by Syria's official state news agency Syrian Arab News Agency (SANA) shows residents wait to be evacuated from al-Yarmouk refugee Palestinian camp in Damascus, Syria, 04 February 2014. According to SANA, for the sixth day in a row, humanitarian aid continues to be distributed in al-Yarmouk Camp in Damascus with more people being evacuated for medical reasons. Over 4,300 food baskets have been distributed and 2,500 people with medical conditions have been evacuated.  EPA/SANA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Allein in Syrien sind 6,5 Millionen Menschen auf der Flucht. 2,5 Millionen suchen Zuflucht im Ausland, doch Europa gibt sich als Festung.  Bild: EPA

Rapider Anstieg wegen Bürgerkriegen

50 Millionen Menschen sind auf der Flucht – so viele wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg

Gewalt und Not wie in Syrien oder im Irak treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Die Zahl der Flüchtlinge überschreitet erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die 50-Millionen-Grenze.



Weltweit stieg die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden sowie der Vertriebenen innerhalb des eigenen Landes bis Ende 2013 auf 51,2 Millionen an – sechs Millionen Menschen mehr als noch 2012. Jeder Fünfte von ihnen hat im Laufe des vergangenen Jahres seine Heimat verlassen müssen. Das berichtet die UNO in Genf aus Anlass des heutigen Weltflüchtlingstages. 

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Bild: UNHCR

Besonders dramatisch sei die Lage in Syrien, heisst es im Weltbericht 2013 des UNO-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR). Innerhalb des Bürgerkriegslandes seien 6,5 Millionen Menschen auf der Flucht, weitere 2,5 Millionen Syrer seien ins Ausland geflohen.

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Bild: UNHCR

Neue und alte Konflikte

Flucht und Vertreibung hätten auch in Afrika wieder erheblich zugenommen. «Wir sehen hier die enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern», erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres.

A group of returning refugees make their way into Rwanda after crossing the border from Zaire in Gisenyi, Thursday,  Nov. 21, 1996. Hundreds of thousands of Rwandans have been traveling for days, mostly on foot, in order to return to their homes they had left during the civil war in 1994. (AP Photo/ Jerome Delay)

In Afrika treiben Krisen Hunderttausende in die Flucht. Bild: AP

Der starke Anstieg der Flüchtlingszahlen sei einerseits auf eine dramatische Zunahme neuer Krisen zurückzuführen – etwa im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, der Ukraine und im Irak. Zugleich blieben alte Krisen ungelöst, sagte Guterres.

Die meisten Konflikte und Fluchtwellen hätten politische Ursachen. «Die Entwicklung zeigt, dass die internationale Gemeinschaft nur noch über begrenzte Möglichkeiten verfügt, Konflikte zu verhindern oder eine schnelle Lösung für sie zu finden», sagte Guterres.

Der UNO-Sicherheitsrat sei in vielen Fragen gelähmt. Folge seien oft chaotische Zustände, in denen Konfliktparteien den Eindruck hätten, ohne jede strafrechtliche Konsequenz agieren zu können.

Meiste Flüchtlinge in Entwicklungsländern

Die weitaus meisten Flüchtlinge – derzeit 86 Prozent – kommen nach UNO-Angaben in Entwicklungsländern unter. Dabei beherbergt Pakistan mehr Flüchtlinge als jedes andere Land (1,6 Millionen), gefolgt vom Iran und dem Libanon.

Von den 1,1 Millionen Asylsuchenden stellten die meisten – nämlich 109'600 – ihren Asylantrag in Deutschland. Danach folgen in der UNO-Statistik die USA, Südafrika, Frankreich und Schweden. Die weltweit meisten Asylanträge stellten 2013 Syrer (64'300), gefolgt von Bürgern der Demokratischen Republik Kongo (60'400) und Myanmars (57'400).

Als besonders besorgniserregend bewerten die UNO die starke Zunahme von Kindern auf der Flucht. Erstmals seit 2000 seien 2013 mehr als die Hälfte der Flüchtlinge Kinder und Jugendliche gewesen. 25'300 Asylanträge wurden von Kindern gestellt, die von ihren Eltern getrennt wurden. Das sind so viele wie nie zuvor.

Grundlage des Berichts sind Daten, die von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen sowie vom UNHCR selbst gesammelt wurden.

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Kommentar

Bei euch, liebe zu Unrecht als Putin-Trolls Beschimpfte, möchte ich mich entschuldigen. Bei allen anderen nicht

Offener Brief auf einen Artikel, der ein grosses Echo und ein paar Missverständnisse ausgelöst hat.

Vor ein paar Tagen habe ich mich stellvertretend dafür entschuldigt, dass watson einen Artikel des Journalisten Helmut Scheben unter dem Titel: «Spielball der Mächte: Weshalb der Syrienkonflikt ein Stellvertreterkrieg geworden ist» von Infosperber übernommen hat.

Diese Story, so meine Aussage, sei russische Propaganda und Scheben ein Putin-Troll, und wir watson-Deppen seien ihm auf dem Leim gekrochen.

Ich habe auch darauf hingewiesen, dass Scheben auf anderen Portalen schon mehrmals …

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