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Tour dur d'Schwiiz, 10. Etappe: Juf – Verdabbio

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Wo die Schweiz so einen lustigen Hick hat. Und was der Grund dafür ist

Schaut man sich die Schweizer Karte etwas genauer – also sehr genau – an, dann fällt in Graubünden dieses «Viereckli» auf, das noch zur Schweiz gehört. Am Ende eines Sees. Ich radelte da hoch, um einen Augenschein zu nehmen.



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Ein Arbeitskollege macht mich am Tag vor der Fahrt nach Avers via Twitter auf einen Geheimtipp aufmerksam: 

Als ich an der Kreuzung ankomme, habe ich noch Saft. Und vor allem hatte ich mir das Ganze noch über Nacht auf der Karte angeschaut. Im Val di Lei hat's einen See, dessen Ende nach einem Stausee aussieht. Und genau dieser Damm gehört noch zur Schweiz, alles andere zu Italien. Keine Frage: Das will ich mir anschauen.

Die Abfahrt vom Lago di Lei

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YouTube/Reto Fehr

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Der Hick in der Schweizer Landesgrenze. screenshot: google maps

Ich schleppe mich also die 250 Höhenmeter hoch. Fast ganz oben wartet ein Tunnel mit Ampel. Am anderen Ende des dunklen Lochs fahre ich praktisch schon auf der Staumauer. Das Tal ist herrlich, die Mauer imposant. Der sechstgrösste Stausee der Schweiz ist der Lago di Lei. Wobei eben: Der See, die Zuflüsse und der Abfluss Reno di Lei gehören Italien. Alles, was Schweiz ist, ist praktisch nur die Mauer. Und der Strom. Clever. Wir stauen den Italienern Alpen weg und nehmen den Strom mit ihrem Wasser.

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Der Lago di Lei. Bild: watson

So ähnlich lief es tatsächlich ab, damals 1957, als der Stromhunger der Schweiz wuchs und die Mauer innert fünf Jahren gebaut wurde. Es war ein Meisterwerk der Italiener, die das Tal mit Seilbahnen erreichten und das Material so hochschleppten. Von Schweizer Seite her wurde für das Bauvorhaben die oben erwähnte Strasse und der Tunnel gebaut. 

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1500 Mann waren beim Bau der Staumauer beteiligt. Zehn kamen ums Leben. Bild: khr

Ein Dorf wie Marmorera im Surses musste glücklicherweise nicht geopfert werden. Aber 15 Alpen wurden überschwemmt. Diese wurden den Besitzern abgekauft oder ein Realersatz geboten. Die Italiener waren froh ums Geld. Es heisst, dass es Glück der Händler war, dass sie nur mit den Grundstückbesitzern – die einfach einen Ersatz wollten – verhandelten und nicht mit den Alphirten selbst. 

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Heute nur noch eine Ruine: Die Endstation der Seilbahn. Bild: watson

Nach der Fertigstellung des 160 Meter hohen Ungetüms – das sind nochmals 20 Meter mehr als der Prime Tower in Zürich – wurde die Grenze, wie erwähnt, durch einen Gebietsabtausch verlegt. Die Italiener machten die Arbeit, wir erhielten das fertige Produkt. Heute betreibt die Hinterrhein Kraftwerk AG den Stausee.

2012 wurde der See erstmals seit Bestehen für nötige Revisionen ganz geleert. Die alten Ruinen der Alpen kamen zum Vorschein. Jetzt wird er wieder aufgefüllt. Bis 2017 soll dies noch dauern.

Tour dur d'Schwiiz, 9. Etappe: Zillis – Juf (Avers)

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