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Der Beweis: Hier sind die bisherigen 223 Gemeinde-Selfies

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Tour Dur D'Schwiiz: 358 Gemeinden sind abgespult – war Reto schon bei dir?
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Tour dur dSchwiiz

222? 223? Wie viele der 2324 Gemeinden sind's denn jetzt? Sicher ist: Ich habe eine neue Schwäche gefunden

Ich dachte ja immer, ich könne gut zählen. Kann ich scheinbar nicht. Hoffentlich liegt's nur an den erschwerten körperlichen Bedingungen. Auf jeden Fall hab ich mich beim Gemeindezählen schon paarmal vertan. Aber irgendwie zählt ja eh was anderes.
24.07.2015, 11:1124.07.2015, 14:14
Reto Fehr
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Mit dem Velo durch die Schweiz
In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d’Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter!

Man lernt ja nie aus. Ich erfahre dies für einmal schmerzhaft. In den letzten Tagen fiel mir eine neue Schwäche auf: das Zählen. Ich mein, ja, vielleicht ist das halt so, wenn man über 30 ist, dass man dann immer wieder neue Schwächen bei sich selber feststellt. Bisher hätte ich diese drei als meine (nach eigener Ansicht) wichtigsten Schwächen bezeichnet:

  • Ich kann mir fest vornehmen, das Wetter zu schauen, was ich dann auch konzentriert mache. Doch am Ende der Sendung hab ich doch keine Ahnung, was für Wetter angesagt ist. Nein, das liegt nicht an den Wetterfeen. Egal wer die Prognose erzählt – ich verpasse sie.
  • Ich esse die Lasagne komisch. Wie mir andere Leute sagen.
  • Ich brauche zuhause, bei meinen Eltern und bei meinen Schwiegereltern immer eine Extra-Gabel für den Salat. Und ein Extra-Schüsseli. Andernorts würde ich das nie zugeben oder erwähnen, sondern kämpfe mich tapfer durch. Ist mir zu peinlich, das zu erklären. 
Die Leventina erwacht. Blick Richtung Personico weit unten im Süden.
Die Leventina erwacht. Blick Richtung Personico weit unten im Süden.Bild: watson

Natürlich ist die Liste noch viel länger, aber es ist halt bisschen wie beim Vorstellungsgespräch, wenn nach Schwächen gefragt wird. Man gibt die nicht gerne preis: «Hmmm, Schwächen? Puh. Also, ich bin so ein Perfektionist, dass es schon fast eine Schwäche ist, aber das finden Sie dann schon heraus, hihi ...»

Auf jeden Fall hätte ich Mathematik und Zählen bisher meinen Stärken zugeordnet. In der Schule war ich ein Ass. Ehrlich. Das liegt auch bisschen an meinem Vater, der kann das alles. Ich erinnere mich, als er mal an einen Schulbesuchstag kam und der Lehrer dann meinte: «Oh, der Herr Fehr ist da. Jetzt muss ich doppelt aufpassen, dass ich mich nicht verrechne.»

So schwer es für ihn in Giornico ist, den Stein zu bewegen, so schwierig scheint für mich das Zählen zu sein.
So schwer es für ihn in Giornico ist, den Stein zu bewegen, so schwierig scheint für mich das Zählen zu sein.Bild: watson

Soweit der Schwenk aus meiner Vergangenheit und der Blick auf einige meiner dunklen Seiten. Wie gesagt, hab ich neu das Zählen als Schwäche entdeckt. Es fing schon bei Gemeinde 124 von 2324 an. Damals posaunte ich herum: Es fehlen nur noch 2100. Mein sportlicher Leiter Quentin schrieb mir daraufhin: «Ich will dich ja nicht runterziehen, aber es fehlen noch 2200 Gemeinden.»

Naja, Flüchtigkeitsfehler, kann ja mal passieren. Danach zählte ich ziemlich souverän bis 100. Die 122 (Mendrisio und Castel San Pietro) gab's dann zweimal, vorgestern zählte ich Gerra und Cugnasco als zwei statt eine Gemeinde und heute folgte auf 214 Personico, wieder 214 Bodio. Zum Glück haben die User mich auf die Fehler aufmerksam gemacht.

Ich war dann bisschen verwirrt, bei wie vielen Gemeinden ich jetzt in Airolo wirklich stehe. Ich kam auf 222. 

Mein sportlicher Leiter Quentin im kühlen Büro in Zürich zählte 223. 

Ich beim ersten Nachzählen 222.

Und beim zweiten 223.

Zwischendurch eine kleine Zählaufgabe für euch: Wie viele Strassen seht ihr auf diesem Bild von der Abfahrt von Sobrio?
Zwischendurch eine kleine Zählaufgabe für euch: Wie viele Strassen seht ihr auf diesem Bild von der Abfahrt von Sobrio?Bild: watson

Dann rief mein Vater an (genau, der, welcher so gut rechnen kann). Er komme auf 213 bis Biasca. Später schickte er mir ein SMS: «Alles geflickt. Seit Etappe 13 hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Jetzt in Airolo ist mit 223 auch nach meiner Buchhaltung alles i.o.» Ich sag euch: Wenn er das sagt, dann stimmt das.

Nur leider kenne ich mich seit 35 Jahren. Wenn ich daran denke, dass ich bis Ende Oktober noch fehlerfrei von 223 bis 2324 zählen muss – dann schwant mir Böses. Das schaffe ich kaum. Darum entschuldige ich mich schon mal für kommende Fehler und nehme Hinweise darauf sehr gerne entgegen. Falls jemand die beste Zähl-Eselsbrücke der Welt kennt – ab ins Kommentarfeld damit!

Aber eigentlich ist die Zahl ja ziemlich egal, Hauptsache am Ende ist diese Schweizer Karte pink. Denn da muss ich nicht zählen, sondern einfach nur anmalen. Das kann ich. Glaub ich.

Bild:

Tour dur d'Schwiiz, 19. Etappe

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Tour dur d'Schwiiz, 19. Etappe Biasca – Airolo
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2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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Ich hatte während der «Tour dur d'Schwiiz» viele nicht so gute Ideen. So wie die letzten elf Kilometer. Aber es kam dann doch gut –  sehr gut sogar
Meine Kollegen im Büro haben längst die Push-Nachricht geschickt, dass ich die Schweiz abgefahren habe. Dabei stecke ich noch mitten in einem der anstrengendsten Stücke (gemäss quaeldich.de sogar eines der anstrengendsten der ganzen Schweiz). Und Mitfahrer Remy fragt: «Gell, eigentlich müssten wir hier nicht mehr hoch?» Ja, da hat er recht. Eigentlich.

Jetzt sitze ich also da. Auf dem Sofa. Nachdem ich endlich mal wieder ausschlafen konnte. Gemacht habe ich nicht viel heute. Wie oft habe ich mir in den letzten Wochen diesen Moment herbeigesehnt. Die Sonne scheint draussen. Aber das ist mir gerade ziemlich egal. 

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