Unvergessen
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Bild: Getty Images Europe

Der Inbegriff des One-World-Cup-Wonders

Unvergessen

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

28. Juni 1994: Lediglich acht Länderspiele hat Oleg Salenko für Russland bestritten und er ist eigentlich nur eine Randnotiz des Weltfussballs. Wenn er nicht bei der WM 1994 in den USA im Spiel gegen Kamerun fünf Tore erzielt hätte.



In 58 Minuten zur Unsterblichkeit: Exakt solange benötigt Igor Salenko im letzten WM-Gruppenspiel gegen Kamerun im Stanford Stadium in San Francisco, um beim 6:1 als erster Spieler fünf Tore in einem WM-Spiel zu schiessen.

In der 15. Minute eröffnet er den Torreigen mit einem Tunnel durch die Beine von Kamerun-Goalie Jacques Songo'o. Kurz vor dem Seitenwechsel erhöht Salenko auf 2:0 und beinahe mit dem Pausenpfiff erzielt er schon seinen Hattrick. 

28 JUN 1994:  OLEG SALENKO OF RUSSIA CHARGES IN ON HANS AGBO OF CAMEROON DURING THEIR 1994 WORLD CUP MATCH AT THE STANFORD STADIUM IN PALO ALTO, CALIFORNIA. Mandatory Credit: Stephen Dunn/ALLSPORT

Voller Einsatz von Salenko gegen Kamerun. Bild: Getty Images Europe

Kamerun reagiert und bringt Altstar Roger Milla. Mit dem 42-jährigen Stürmer wollen die unzähmbaren Löwen für frischen Schwung sorgen und die Wende einleiten. Und tatsächlich: Milla trifft zwei Minuten nach Wiederbeginn und führt als ältester WM-Torschütze aller Zeiten wie schon nach jedem seiner vier Treffer in Italien 1990 an der Eckfahne sein Makossa-Tänzchen auf.

Doch Salenko erstickt die drohende Aufholjagd der Kameruner im Keim. Mit seinen Toren Nummer 4 und 5 macht der 24-Jährige alles klar. Krönender Abschluss seiner Sternstunde ist die Vorbereitung des sechsten Treffers durch den eingewechselten Dmitri Ratschenko.

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Die fünf Tore von Oleg Salenko gegen Kamerun. Video: Youtube/EveryFourthYear

Dank des verwandelten Elfmeters im Spiel zuvor gegen Schweden – es ist sein erstes Länderspieltor überhaupt – wird der Ukrainer Torschützenkönig des Turniers. Zusammen mit dem Bulgaren Hristo Stoitchkov. Allerdings absolviert dieser insgesamt sieben Spiele, während Salenko nur dreimal im Einsatz steht. 

Trotz des Kantersiegs gegen Kamerun müssen Salenkos Russen nach der Vorrunde nach Hause reisen. Nach den Niederlagen gegen den späteren Weltmeister Brasilien (0:2) und gegen Schweden (1:3) ist die WM bereits vor dem Kamerun-Spiel zu Ende gewesen.

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Bild: Getty Images Europe

Viele Verletzungen und frühes Karriereende

Der glanzvolle Auftritt bei der WM 1994 bringt Salenko kein Glück, er tanzt nur einen Sommer und wird zum Inbegriff des One-World-Cup-Wonders. Dabei hatte doch alles so gut begonnen. Erst im November 1993 gibt er mit 24 Jahren sein Debüt im Nationalteam. In den USA kommt er zum Zug, weil viele Stars die «Sbornaja» nach dem Zerfall der Sowjetunion boykottieren.

Seine Karriere hat Salenko als 16-Jähriger bei Zenit Leningrad begonnen. Als er 1989 für umgerechnet etwa 60'000 Franken zu Dynamo Kiew wechselt, ist er der erste sowjetische Spieler, für den ganz offiziell eine Ablösesumme bezahlt wird.1992 wechselt er in die spanische Primera Division. Seine 16 Tore retten CD Logrones vor dem Abstieg. Er selbst geht dabei mit angeblich nur rund 1000 Franken Mindestlohn als billigster Spieler in die Annalen der Primera Division ein.

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Salenko winkt mit Stürmer-Kollege Roger Milla ins Publikum. Bild: Getty Images Europe

Nach der WM tingelt Salenko verletzungsgeplagt durch halb Europa. Er spielt in Spanien beim FC Valencia, in Schottland bei Celtic Glasgow, in der Türkei bei Istanbulspor und schliesslich in Polen bei Pogon Stettin. Durchsetzen kann er sich nirgends, bei keinem Klub bringt er es noch über 25 Einsätze.

Mit nur 31 Jahren beendet Salenko seine Karriere 2001 und wird Trainer der ukrainischen Beachsoccer-Nationalmannschaft. Mittlerweile arbeitet er für den ukrainischen Fussballverband. Vor einigen Jahren geisterte die Meldung herum, dass er sich von seinem Goldenen Schuh der WM 1994 trennen will, weil er in Geldnöten stecke. Ein Angebot über 500'000 Dollar soll ihm aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgelegen haben. Ober seine wichtigste Auszeichnung auch tatsächlich verkauft hat, ist leider nicht überliefert.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei.

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Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

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