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Anni Friesinger-Postma gleitet dem Ziel entgegen.
Anni Friesinger-Postma gleitet dem Ziel entgegen.Bild: youtube
Unvergessen

Alles scheint verloren, da rettet Anni Friesinger Deutschland – schwimmend!

27. Februar 2010: Anni Friesinger-Postma ist das Postergirl des deutschen Wintersports. In Vancouver schreibt sie nicht mit einer Medaille Geschichte, sondern mit einer spektakulären Schwimm-Einlage nach einem Sturz.
27.02.2019, 00:0127.02.2019, 16:47

Anni Friesinger-Postma ist als mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin eine der erfolgreichsten Eisschnellläuferinnen der Geschichte. Die Spiele von Vancouver 2010 sollen das letzte Highlight bilden: Die Bayerin ist 33 Jahre alt und hat ihren Zenit mittlerweile längst überschritten.

In ihren beiden Einzelstarts bleibt Friesinger-Postma über 1000 und 1500 Meter ohne Medaille. So bleibt einzig das Team-Rennen, um im letzten grossen Wettkampf der Karriere noch einmal abzuräumen.

Anni Friesinger-Postma am Boden: Sie glaubt, dass Deutschland wegen ihres Sturzes den Final verpasst hat.
Video: YouTube/melziebell

Deutschland setzt sich im Viertelfinal gegen den Erzrivalen Holland durch und trifft nun auf die USA. Es geht um den Einzug in den Final. Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms schlagen ein Tempo an, das ihre Teamkollegin Friesinger-Postma nicht bis am Schluss halten kann. Sie verliert mehr und mehr den Kontakt – dabei zählt im Ziel ihre Zeit, die der dritten Läuferin.

Mit Slapstick-Einlage ins Finale

«Nach dem Wackler in der vorletzten Kurve habe ich den Anschluss verloren, weil die Mädels so Tempo gemacht haben», erzählte Friesinger-Postma später. «Ich habe immer gerufen, aber die konnten ja nicht mehr stoppen.»

Wenn es nur beim Wackler geblieben wäre: 50 Meter vor der Ziellinie strauchelt die 33-Jährige erneut, sie knallt aufs Eis. Aus der Traum vom Finale, von der letzten Goldmedaille.

Aus der Traum? Nein!

Jetzt wird es spektakulär. Wie eine Brustschwimmerin bewegt sich Friesinger-Postma nun voran. Und ganz kurz vor der Ziellinie schwingt sie ihr rechtes Bein nach vorne, um die Zeitmessung auszulösen, massgebend ist nämlich der Schlittschuh.

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Wütend schlägt Anni Friesinger-Postma, immer noch auf dem Boden liegend, mit der Faust aufs nackte Eis. «Ich habe es verbockt», schiesst es ihr durch den Kopf.

Hat sie nicht. Das deutsche Team rettet einen knappen Vorsprung von 23 Hundertstelsekunden über die Runden und rutscht im wahrsten Sinne des Wortes in den Final.

Wieso wir Anni Friesinger-Postma in der Einleitung dieses Artikels als «Postergirl» bezeichnen.Video: YouTube/hansofot

Kein Einsatz mehr im Kampf um Gold

Den Final bestreitet Anni Friesinger-Postma nicht, sie wird von Katrin Mattscherodt vertreten. Mehr als würdig: Dank einem phänomenalen Schlussspurt holt das deutsche Team die Goldmedaille. Nachdem es lange Zeit deutlich zurückliegt, ist das Trio im Ziel winzige drei Hundertstelsekunden vor den Gegnerinnen aus Japan.

Wenige Wochen nach der letzten Goldmedaille wird Anni Friesinger-Postma am Knie operiert. Als dort ein schwerer Knorpelschaden bemerkt wird, gibt die Strahlefrau ihren Rücktritt bekannt. Als dreifache Olympiasiegerin, wovon sie 2,9 als Eisschnellläuferin und 0,1 davon als Brustschwimmerin errungen hat.

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Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Fantastisch knappe Fotofinishs

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