Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fotofinish Anni Friesinger

Anni Friesinger-Postma gleitet dem Ziel entgegen. Bild: youtube

Unvergessen

Alles scheint verloren, da rettet Anni Friesinger Deutschland – schwimmend!

27. Februar 2010: Anni Friesinger-Postma ist das Postergirl des deutschen Wintersports. In Vancouver schreibt sie nicht mit einer Medaille Geschichte, sondern mit einer spektakulären Schwimm-Einlage nach einem Sturz.



Anni Friesinger-Postma ist als mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin eine der erfolgreichsten Eisschnellläuferinnen der Geschichte. Die Spiele von Vancouver 2010 sollen das letzte Highlight bilden: Die Bayerin ist 33 Jahre alt und hat ihren Zenit mittlerweile längst überschritten.

In ihren beiden Einzelstarts bleibt Friesinger-Postma über 1000 und 1500 Meter ohne Medaille. So bleibt einzig das Team-Rennen, um im letzten grossen Wettkampf der Karriere noch einmal abzuräumen.

abspielen

Anni Friesinger-Postma am Boden: Sie glaubt, dass Deutschland wegen ihres Sturzes den Final verpasst hat.
Video: YouTube/melziebell

Deutschland setzt sich im Viertelfinal gegen den Erzrivalen Holland durch und trifft nun auf die USA. Es geht um den Einzug in den Final. Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms schlagen ein Tempo an, das ihre Teamkollegin Friesinger-Postma nicht bis am Schluss halten kann. Sie verliert mehr und mehr den Kontakt – dabei zählt im Ziel ihre Zeit, die der dritten Läuferin.

Mit Slapstick-Einlage ins Finale

«Nach dem Wackler in der vorletzten Kurve habe ich den Anschluss verloren, weil die Mädels so Tempo gemacht haben», erzählte Friesinger-Postma später. «Ich habe immer gerufen, aber die konnten ja nicht mehr stoppen.»

Wenn es nur beim Wackler geblieben wäre: 50 Meter vor der Ziellinie strauchelt die 33-Jährige erneut, sie knallt aufs Eis. Aus der Traum vom Finale, von der letzten Goldmedaille.

Aus der Traum? Nein!

Jetzt wird es spektakulär. Wie eine Brustschwimmerin bewegt sich Friesinger-Postma nun voran. Und ganz kurz vor der Ziellinie schwingt sie ihr rechtes Bein nach vorne, um die Zeitmessung auszulösen, massgebend ist nämlich der Schlittschuh.

Der rechte Schlittschuh löst die Zeitmessung aus. bild: ap

Wütend schlägt Anni Friesinger-Postma, immer noch auf dem Boden liegend, mit der Faust aufs nackte Eis. «Ich habe es verbockt», schiesst es ihr durch den Kopf.

Hat sie nicht. Das deutsche Team rettet einen knappen Vorsprung von 23 Hundertstelsekunden über die Runden und rutscht im wahrsten Sinne des Wortes in den Final.

abspielen

Wieso wir Anni Friesinger-Postma in der Einleitung dieses Artikels als «Postergirl» bezeichnen. Video: YouTube/hansofot

Kein Einsatz mehr im Kampf um Gold

Den Final bestreitet Anni Friesinger-Postma nicht, sie wird von Katrin Mattscherodt vertreten. Mehr als würdig: Dank einem phänomenalen Schlussspurt holt das deutsche Team die Goldmedaille. Nachdem es lange Zeit deutlich zurückliegt, ist das Trio im Ziel winzige drei Hundertstelsekunden vor den Gegnerinnen aus Japan.

Wenige Wochen nach der letzten Goldmedaille wird Anni Friesinger-Postma am Knie operiert. Als dort ein schwerer Knorpelschaden bemerkt wird, gibt die Strahlefrau ihren Rücktritt bekannt. Als dreifache Olympiasiegerin, wovon sie 2,9 als Eisschnellläuferin und 0,1 davon als Brustschwimmerin errungen hat.

Wettstrahlen mit Goldmedaillen: Anni Friesinger-Postma (zweite von links) und ihre Teamkolleginnen. Bild: Youtube/olympicvancouver2010

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
​Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Fantastisch knappe Fotofinishs

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

Pirmin Zurbriggen krönt seine Karriere mit dem Abfahrts-Olympiasieg in Calgary

Link zum Artikel

Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Link zum Artikel

Mit Full-Doublefull-Full springt Sonny Schönbächler zum Olympiasieg

Link zum Artikel

Strassenbauer, Pistencowboy, Pechvogel, Stehaufmännchen, Olympiasieger

Link zum Artikel

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Link zum Artikel

Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», da schenkt ihr Jacobellis Gold

Link zum Artikel

26.02.1988: Vreni, vidi, vici

Link zum Artikel

27.02.2010: Alles scheint nach dem Sturz verloren – da schwimmt sie einfach übers Eis und rettet Deutschland in den Final

Link zum Artikel

26.02.2002: Hexerei, von der Putzfrau geweihtes Wasser und Doping – Johann Mühlegg läuft, bis er auffliegt

Link zum Artikel

20.02.2014: Ein Sturz produziert das beste Photo-Finish aller Zeiten – zumindest für Profiteur Armin Niederer

Link zum Artikel

25.02.1994: Am Ende strahlt die Schöne Nancy Kerrigan und das Biest Tonya Harding vergiesst bittere Tränen

Link zum Artikel

Liechtenstein ist so klein, dass es fast in eine Gondelbahn passt. Wieso uns der Nachbar 1980 trotzdem abgetrocknet hat

Link zum Artikel

23.02.1980: Das zweite «Miracle on Ice» – in neun Tagen fünfmal Olympiasieger

Link zum Artikel

Strassenbauer, Pistencowboy, Olympiasieger, Pechvogel, Stehaufmännchen

Link zum Artikel

18.02.2006: Als die «Eisgenossen» kanadischer spielen als die Kanadier und sich für eine uralte Schmach rächen

Link zum Artikel

Der historische Schrei des berühmtesten Münstertalers

Link zum Artikel

17.02.2006: Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», als Lindsey Jacobellis ihr Gold schenkt

Link zum Artikel

16.02.2002: Der krasse Aussenseiter Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Link zum Artikel

10.02.2002: Simon Ammann, der voll geile Harry Potter der Lüfte, wird Olympiasieger

Link zum Artikel

Heinzers Bindung bricht – was für eine Blamage für den Olympia-Favoriten

Link zum Artikel

12.02.2006: Die Ösi-Reporter reiben schon gierig die Hände – da klaut ein Franzose doch tatsächlich noch «ihr» Abfahrts-Gold

Link zum Artikel

Der Adler ist gelandet – «Eddie the Eagle» springt in die Herzen der Fans

Link zum Artikel

11.02.1972: Wie die DDR dem Vogelmenschen die Flügel stutzte 

Link zum Artikel

03.02.1972: «Ogis Leute siegen heute» wird zum Motto einer ganzen Nation

Link zum Artikel

04.02.1932: Eisschnellläufer Jack Shea wird Olympiasieger und ahnt nicht, was er damit auslöst

Link zum Artikel

09.02.1964: Die Schweiz erlebt mit der «Schmach von Innsbruck» ein historisches Debakel

Link zum Artikel

07.02.1972: Wie «Aroma-Kaffee» Bernhard Russi zum Abfahrts-Olympiasieger machte

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Shiffrin holt sich Super-G-Kugel: «Das hätte ich nie erwartet!»

Mikaela Shiffrin ist auch die beste Super-G-Fahrerin des Winters. Die Amerikanerin verteidigt am Weltcup-Finale in Soldeu ihre Führung in der Disziplinenwertung mit einem geteilten 4. Platz.

Den Tagessieg im letzten Super-G holte sich die Deutsche Viktoria Rebensburg, die Zweite der Abfahrt vom Vortag. Tamara Tippler und Federica Brignone komplettierten das Podest.

Mikaela Shiffrin teilte sich den 4. Rang mit der Abfahrts-Disziplinensiegerin Nicole Schmidhofer, die ebenfalls noch Chancen auf Platz 1 in der Super-G-Wertung hatte. Tina Weirather schied nach guten Zwischenzeiten aus. Mit einem Sieg hätte die Liechtensteinerin, welche die Disziplinenwertung in den letzten beiden Saisons …

Artikel lesen
Link zum Artikel