Wellen bis zu 16 Meter – Zyklon «Harry» verwüstet Mittelmeerraum
Das Sturmtief «Harry» sorgt im Mittelmeerraum aktuell für Verwüstung. Nachdem es zuletzt über Spanien und Süditalien – besonders Sizilien – hinweggezogen ist, hat es nun auch Malta und die Küste Griechenlands erreicht. Mehrere Menschen sollen bereits gestorben sein. Videos zeigen das Ausmass der Zerstörung, welches der Zyklon hinterlässt.
Der Zyklon «Harry» hat die Mittelmeerregion arg in Mitleidenschaft gezogen. In der süditalienischen Region Kalabrien fielen innerhalb von nur vier Tagen Regenmengen, die der Hälfte des durchschnittlichen Jahresniederschlags entsprechen. Auf dem Meer hat das Institut für Umweltschutz und Forschung historische Höchstwerte gemessen: Zwischen Portopalo di Capo Passero und Malta registrierte man eine maximale Wellenhöhe von 16 Metern. An den Küsten selbst trafen Wellen mit Höhen von bis zu neun Metern auf das Land, berichtete die italienische Tageszeitung Corriere della Sera.
Betroffen waren auch kleinere Inseln wie Lipari oder Stromboli. Auch in anderen Anrainerländern des Mittelmeers sowie auf der Insel Malta hatte der Sturm erheblichen Schaden angerichtet. Später zog der Sturm weiter nach Griechenland, wo in der Hauptstadt Athen laut Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben kamen.
Milliardenschäden in Süditalien
In Italien wird jetzt, wo der Sturm abgeflacht ist, eine erste Bestandesaufnahme gemacht. Nach Schätzungen der Behörden hat «Harry» im Süden des Landes einen Sachschaden in Milliardenhöhe verursacht. Allein auf der grössten Insel Sizilien werden die Schäden auf etwa 740 Millionen Euro beziffert.
Auch auf Sardinien richteten hohe Wellen, Böen und schwerer Regen erhebliche Zerstörungen an. Auch dort sprachen die Behörden von Schäden in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.
An der Festlandküste war insbesondere die Region Kalabrien im Süden des Landes betroffen. Der Sturm war in den vergangenen Tagen über die Inseln und die Küste hinweggezogen.
Auf Sizilien wurden in verschiedenen Küstenorten die Strände völlig überspült. In den Strassen stand das Wasser kniehoch. In mehreren Restaurants gingen durch enorme Wellen die Scheiben zu Bruch, wie auch Videos zeigen.
Auf der am Meer verlaufenden Eisenbahnstrecke zwischen Messina und Catania wurde der Boden weggespült, so dass die Gleise nun praktisch in der Luft hängen. Berichtet wurde von 16 Meter hohen Wellen.
Der Regionalpräsident von Sizilien, Renato Schifani, kündigte Soforthilfen in Höhe von insgesamt mehr als 140 Millionen Euro an. Er will ausserdem den nationalen Notstand ausrufen.
(lzo mit Material von sda/dpa)
