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Pferde, Wasserwerfer und Tränengas: Wie die Anti-Lockdown-Proteste in Holland eskalierten

25.01.2021, 11:3125.01.2021, 12:15

Am Tag nach den schweren Krawallen von Gegnern der Corona-Massnahmen in den Niederlanden bieten viele Städte ein Bild der Verwüstung. Strassen und Plätze sind besät mit Glasscherben, ausgebrannten Autos und Steinen.

Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte die Gewalt scharf. «Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt», sagte Rutte am Montag in Den Haag.

In mehr als zehn Städten im Land waren am späten Sonntagabend Proteste gegen die Corona-Massnahmen und Ausgangssperren eskaliert. Die Polizei sprach von den schlimmsten Krawallen in 40 Jahren und rechnet mit weiteren Unruhen in den kommenden Tagen.

Über die sozialen Netzwerke war zu Protesten gegen die Ausgangssperre aufgerufen worden. Die Polizei geht in ersten Analysen davon aus, dass unterschiedliche Gruppierungen sich an der Gewalt beteilig hatten. Dazu gehörten Corona-Leugner, Fussball-Hooligans und Neo-Nazis. Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten.

Die Ausschreitungen hatten am Sonntagnachmittag in Amsterdam und Eindhoven begonnen. Demonstranten hatten Polizisten mit Feuerwerk und Steinen angegriffen. Mit Wasserwerfern und Tränengas hatte die Polizei zuvor verbotene Demonstrationen aufgelöst. Am Abend kurz vor Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr hatten sich die Unruhen dann auf andere Städte im ganzen Land ausgeweitet. Erst gegen Mitternacht hatte die Polizei die Lage unter Kontrolle.

Polizisten wurden mit Steinen und Feuerwerk angegriffen. Autos wurden in Brand gesteckt, Gebäude demoliert. In Enschede wurde ein Krankenhaus mit Steinen beworfen - grosse Schäden blieben aus, wie das Krankenhaus mitteilte. Auch Journalisten wurden angegriffen. Die Polizei nahm eine unbekannte Anzahl Personen fest. Grosse Unruhen wurden unter anderem aus Tilburg, Stein, Roermond, Den Haag, Eindhoven und Apeldoorn gemeldet.

Besonders heftig waren die Krawalle in Eindhoven, im Osten des Landes. Der Bahnhof wurde demoliert, Läden geplündert. «Hooligans kamen aus allen Ecken des Landes, sie hatten sich über die sozialen Medien verabredet», sagte der Bürgermeister von Eindhoven, John Jorritsma. «Wenn man auf diese Weise das Land in Brand steckt, dann ähnelt das einem Bürgerkrieg.»

Auch in Israel kam es am Sonntagabend zu Ausschreitungen bei Protesten gegen die Corona-Regeln. Betroffen war vor allem die von Strengreligiösen bewohnte Stadt Bnei Brak. Dort setzten Randalierer einen Bus in Brand und versuchten, ein Gebäude der Feuerwehr zu stürmen. Die Polizei setzte Medienberichten zufolge Blendgranaten gegen die Randalierer ein. Viele Strengreligiöse befolgen die Regeln zur Pandemie-Bekämpfung nicht. (leb/sda/dpa)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kaleidoskop
25.01.2021 12:22registriert November 2020
Dass man das Eigentum anderer Leute oder öffentliche Einrichtungen demoliert finde ich ganz klar nicht in Ordnung, oder dass man Polizisten mit Steinen bewirft, die machen schliesslich auch nur ihren Job. Ich verstehe aber zum Teil die Leute, die demonstrieren gehen, weil sie einfach kein Licht am Ende des Tunnels, kein Ende dieser Pandemie sehen. Oder die verzweifelt sind, weil sie keinen Job mehr haben.
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Marco Haggis
25.01.2021 11:41registriert Januar 2021
Bei allem Bewusstsein, dass Corona hier ist und entsprechend behandelt werden soll, aber ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die Leute genug haben. Wenn der Lockdown begleitet wäre von effizienter und speditiver Impfpolitik, genereller Schliessung von potentiell grossen Infektionsherden, rigorosem Unterbinden jeglicher Ansteckungsgefahr und man das dann 1-2 Monate durchzieht, bevor geplant und sinnvoll Lockerungen implementiert werden, wäre es unverständlich. Aber so wie es momentan läuft, Behörden-Blödsinn, lahmes Impfen und eingesperrt seit bald über 1 Jahr...schon verständlich.
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Bougainvillea
25.01.2021 14:36registriert März 2020
Ich sehe darin leider, und zu meinem Schrecken, erst den Anfang von Unruhen, die noch viel grössers Aussmass Europaweit annehmen werden.
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