Wirtschaft
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US-Justiz will nun auch Daimlers Abgase genauer prüfen



Nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen nehmen die US-Behörden nun auch Daimler unter die Lupe. Der deutsche Autohersteller ist nach eigenen Angaben vom US-Justizministerium aufgefordert worden, den Zertifizierungsprozess in Bezug auf Abgasemissionen zu untersuchen.

Daimler CEO Dieter Zetsche poses in front of Mercedes-Benz Concept IAA car, prior to the Daimler annual shareholder meeting in Berlin, Germany, April 6, 2016.  REUTERS/Hannibal Hanschke

Daimler-CEO Dieter Zetsche muss sich Fragen stellen lassen.
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Daimler wolle vollumfänglich mit den amerikanischen Behörden kooperieren, gab das Unternehmen in der Nacht auf Freitag bekannt. Etwaigen Hinweisen auf Regelverstösse werde Daimler «konsequent nachgehen und die erforderlichen Massnahmen selbstverständlich treffen».

Der Autokonzern, zu dem hauptsächlich die Marke Mercedes gehört, teilte darüber hinaus mit, die US-Sammelklagen wegen angeblich überhöhter Abgaswerte für unbegründet zu halten. Das Unternehmen wolle sich dagegen mit sämtlichen juristischen Mitteln zur Wehr setzen.

Der Besitzer eines Mercedes-Modells mit Blue-Tec-Dieselmotor wirft dem Autohersteller vor, der Ausstoss von giftigem Stickoxid überschreite bei Temperaturen unter zehn Grad die Grenzwerte in den USA um bis das 65-fache. Die Klage vor einem Bezirksgericht in Illinois wurde von der Anwaltskanzlei Hagens Berman eingereicht, die bereits VW in den USA wegen überhöhter Abgaswerte verklagt hat.

Der Wolfsburger Konzern hatte im September zugegeben, Stickoxid-Abgaswerte mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Daimler hat den Einsatz einer speziellen Software zur Manipulation von Abgaswerten mehrfach bestritten.

Nachfragen bei Mitsubishi

Derweil nimmt die US-Verkehrsaufsicht den japanischen Autohersteller Mitsubishi Motors unter die Lupe. Die Behörde NHTSA teilte am Freitag mit, den PKW-Hersteller um Informationen über Fahrzeuge gebeten zu haben, die in den USA verkauft worden seien. Weitere Angaben machte die NHTSA zunächst nicht.

Mitsubishi hatte am Mittwoch Tricks bei Tests zum Treibstoffverbrauch eingeräumt. Es geht um 625'000 Kleinwagen für den japanischen Markt, die meisten davon wurden für Nissan gebaut.

Der Konzern baut etwa eine Million Autos im Jahr und wirbt unter anderem mit umweltfreundlichen Motoren. Analysten von JP Morgan schätzen, der Skandal könne Mitsubishi mindestens 400 Millionen Euro kosten – zusätzlich zum Vertrauensverlust.

(sda/reu)

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