Wirtschaft
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Office workers walk by an electronic stock board of a securities firm during their disaster drill in Tokyo Thursday, Feb. 13, 2014. Asian stocks were mostly lower Thursday, led by a fall in Tokyo after Wall Street ended lower for the first time this week. Japan's Nikkei 225, the region's main index, dropped 265.32 points, or 1.79 percent to 14,534.74. (AP Photo/Koji Sasahara)

Absturzgefahr an den Aktienmärkten? Sicher ist: Die Luft an den Börsen ist wieder dünn geworden. Bild: AP

Finanzmärkte

Teure Aktien, politische Krisen: Platzt die Börsenblase?

Ob Dow Jones, Dax oder SMI: An den Börsen herrscht Euphorie. Die Anleger sind gierig geworden und ignorieren die realen Risiken.



Vor ein paar Wochen machte die «Grafik des Grauens» Schlagzeilen. Sie zeigt eine Kurve, die unheimliche Parallelen zum Verlauf der Börsenindizes von 1929 und heute aufweist. Zu Recht wurde diese Grafik als dümmliche Panikmacherei verurteilt. Die Geschichte wiederholt sich nicht, und wenn, dann bekanntlich als Farce. 

Das heisst aber nicht, dass die Befürchtungen eines heftigen Rückschlags an den Börsen unberechtigt wären. Der Höhenflug der letzten Jahre hat die Kurse auf ein Niveau getrieben, das keine reale Basis mehr hat.

Platzt demnächst eine Blase? Die Hinweise mehren sich.

Kleinanleger schaufeln viel Geld in Anlagefonds

Das «Wall Street Journal» hat kürzlich Anzeichen aufgelistet, die für ein Ende der Aktienrally sprechen. Die Kleinanleger schaufeln wieder viel Geld in den Aktienfonds. Denken Sie also an die alte Regel:

Wenn Ihnen der Taxichauffeur oder der Coiffeur Aktientipps gibt, dann ist es Zeit, auszusteigen.

Dies umso mehr, als bei den Profis der Pessimismus überhand gewinnt. Das zeigt das einflussreiche Stimmungsbarometer Investor’s Intelligence. Die Investoren haben die Lektionen des Crashs von 2008 anscheinend vergessen. Angst und Gier bestimmen die Kurse, die Fundamentaldaten werden ignoriert. 

Das gilt vor allem für das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das sich bei vielen Aktien wieder auf dem Niveau wie 1929, 1999 und 2007 befindet. Ignoriert wird auch die Tatsache, dass trotz der Börsenhausse die reale Wirtschaft sich eher mässig bis schlecht entwickelt. Der amerikanische Aufschwung ist mittelprächtig, der europäische immer noch ein Versprechen, und die Schwellenländer stehen gar vor einer neuen Krise.

Gefahr droht von der politischen Front

Noch fragiler als die ökonomische Lage ist die politische Situation. Auch hier agieren die Investoren kopflos und ignorieren die Risiken. Kaum hatte Putin erklärt, er werde die Manöver an der Grenze der Ukraine einstellen, machten die Börsen Freudensprünge. Dabei ist die Krimkrise alles andere als bewältigt. Sie hat nach wie vor das Potenzial, die Weltwirtschaft nachhaltig zu erschüttern. 

Die Ukraine ist bloss einer der zahlreichen politischen Brandherde: In Syrien wird die Lage täglich verzweifelter und eine Lösung unwahrscheinlicher. Wie es in der Frage einer Aufrüstung mit Atomwaffen im Iran weitergehen wird, ist ebenfalls noch nicht geklärt.

Wie bei der Ukraine könnten sich hier der Westen und Russland in die Haare kommen. Brisant ist die sozialpolitische Lage auch in vielen Schwellenländern. In der Türkei sind Unruhen jederzeit möglich, genauso wie in Brasilien.

Hoffnungsträger Europa?

Irritierend ist schliesslich, dass die Investoren ihre Hoffnungen auf Europa setzen. Objektiv gibt es dafür kaum Gründe: Euroland ist knapp der Rezession entronnen. In den Peripherieländern droht Deflationsgefahr, die fundamentalen Probleme sind nicht einmal ansatzweise gelöst. Dank Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, ist zwar eine akute Finanzkrise wenig wahrscheinlich geworden.

Politische Krisen hingegen stehen uns noch bevor. Anti-EU-Populisten werden die kommenden Wahlen im Mai für das Europaparlament zum Sturm auf Brüssel nutzen und damit für zunehmende Unsicherheit sorgen.

An den Börsen ist die Luft dünn geworden. Muss man also sofort aussteigen? Das wissen leider nur die Götter. Börsencrashs lassen sich nicht voraussagen, selbst von den klügsten Köpfen nicht. Oder wie John Maynard Keynes einst sagte:

Märkte können viel länger irrational bleiben als Investoren liquid.

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