Wirtschaft
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Das verdienen die Chefs der Kantonal- und Regionalbanken 

Die Chefs von Kantonal- und Regionalbanken erhalten einen Lohn zwischen 300'000 und zwei Millionen Franken. Sie zieren sich, die genaue Höhe anzugeben. Aber warum eigentlich? Wir haben die Löhne herausgefunden.

Roman Seiler / Nordwestschweiz



Die Genfer Kantonalbank ist weder überdurchschnittlich gross noch überdurchschnittlich profitabel. Überdurchschnittlich hoch ist nur die Vergütung des Bankchefs, Blaise Goetschin. Sein Salär – inklusive Boni – belief sich 2015 auf 1.66 Millionen Franken. Das sind 2.1 Prozent des Gewinns. In der Regel beläuft sich dieser Anteil bei Kantonalbanken mit einer Bilanzsumme zwischen 20 und 30 Milliarden Franken auf weniger als ein Prozent (siehe Tabelle).

Dies zeigt ein Vergleich der «Nordwestschweiz» der Saläre inklusive Bonus und Spesen, die CEO von Kantonal- und Regionalbank 2015 bezogen haben. Dazu kommt der Anteil an die AHV und die Pensionskasse, welche die Bank zu zahlen hat. Aufgeführt sind Institute, die ihre Geschäftsberichte für 2015 publiziert haben.

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Rasante Lohnspirale

Die Unterschiede bei der Entschädigung sind gross. An der Spitze mit mehr als zwei Millionen Franken steht Martin Scholl. Er führt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie ist mit einer Bilanzsumme von 154 Milliarden Franken das viertgrösste inländische Geldhaus.

Grösser sind nur die Schweizer Geschäfte der Grossbanken – gefolgt von der Raiffeisen Gruppe. Deren Chef, Patrik Gisel, bis im vergangenen Herbst der Stellvertreter seines Vorgängers Pierin Vincenz, verdiente 1.5 Millionen, Vincenz – im Vorjahr – 1.9 Millionen Franken. Bei den Genossenschaftsbankern gilt: Mehr als zwei Millionen erhält der Chef nicht.

Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschaeftsleitung der Raiffeisen spricht an der Bilanz-Medienkonferenz am Freitag, 26. Februar 2016 in der Boerse in Zürich  
(KEYSTONE/Siggi Bucher)

Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisen Bank.
Bild: KEYSTONE

Wie hoch dieser Betrag ist, zeigt sich erst, wenn man berücksichtigt: Vor zwanzig Jahren kam ein Grossbankenchef auf zwei Millionen Franken. Heute entspricht das noch dem Basissalär eines Konzernleitungsmitglieds der Credit Suisse wie Schweiz-Chef Thomas Gottstein. Bei der UBS sind es 1.5 Millionen. Dazu kommen Boni in Millionenhöhe.

Die Lohnspirale bei den Grossen schlug auf die ganze Branche durch. Laut dem Salärexperten Urs Klingler von Klingler Consultants profitierten höhere Kader sowie Geschäftsleitungsmitglieder der im Inland tätigen Geldhäuser von den Lohnsteigerungen bei Vermögensberatern und Investmentbankern: «Sie zogen auch die Löhne der Retailbanker in den Führungsetagen nach oben.»

Dies gelte nicht nur für Geschäftsleitungsmitglieder, sondern auch für Verwaltungsräte und deren Präsidenten. Denn seit Jahren würden mehr Marktvergleiche gemacht, so Klingler, «zum Teil mit fragwürdigen Vergleichsgruppen».

Günstige Entschädigungen?

ZUM ENTSCHEID DER ZUERCHER KANTONALBANK ZKB, FUER BESTIMMTE GROSSKUNDEN NEGATIVZINSEN EINZUFUEHREN, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Martin Scholl, CEO Zuercher Kantonalbank, verfolgt die Fragen der Journalisten, anlaesslich einer Pressekonferenz am Montag, 11. November 2013, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Top-Verdiener - ZKB-Chef Martin Scholl.
Bild: KEYSTONE

Dem widerspricht ein Kantonalbankenmanager. Für ihn sind die Lohnsteigerungen ein Spiegel der Erhöhung der Effizienz und damit der Rentabilität der im Privat- und Firmenkundengeschäft tätigen Retailbanken. Allerdings sind längst nicht alle gleich rentabel. Beim Verhältnis des Gewinns in Relation zur Bilanzsumme, also der Grösse der Bank, schneiden die Waadtländer, die Graubündner und die Aargauische Kantonalbank (AKB) am besten ab.

Wenn man dies berücksichtigt, ist die Entschädigung des zukünftigen AKB-Chefs Pascal Koradi erst recht günstig. Sie darf sich inklusive Bonus auf höchstens 600 000 Franken belaufen. Dies verlangt der Aargauische Grosse Rat. Klingler hält den Lohndeckel im Vergleich «für sehr tief angesetzt». Das illustriert das Beispiel der fast fünfmal kleineren Hypothekarbank Lenzburg AG: Ihre Vorsitzende der Geschäftsleitung erhält bis zu 540 000 Franken.

Effektiv bezogen hat «Hypi»-Chefin Marianne Wildi 334 000 Franken. Das ist weniger als einige Verwaltungsratspräsidenten für ihr Nebenamt erhalten. Mehr als 930 000 Franken zahlt die börsenkotierte Waadtländische Kantonalbank Olivier Steimer für dieses Mandat, neben dem er noch andere ausübt. Stolz war auch die Vergütung von 719 000 Franken, die Jürg Rieben bei der Berner Kantonalbank 2014 bezogen hat.

Seine Nachfolgerin Antoinette Hunziker-Ebneter bekam nicht mal halb so viel. Rational erklärbar ist das nicht. Die Entschädigung, insbesondere der Chefs, hat eben auch eine emotionale Seite. Daher legen etliche Kantonal- und Regionalbanken die Löhne ihrer Chefs gar nicht erst offen. Dies müssen nur die tun, die börsenkotiert sind.

Transparenz ist mangelhaft

Andere rechnen die Entschädigungen klein. Das geht so: Die teil- oder ganz privatisierten Inlandbanken gewähren ihren Managern meist auch Boni in Form von Wertschriften, die erst nach ein paar Jahren in deren Besitz übergehen. Deren Wert weisen viele zu einem unter dem Marktwert liegenden Kurs aus.

Daher liegt der Lohn von Pascal Niquille, dem Chef der Zuger Kantonalbank, gerade noch unter der psychologischen Reizschwelle von einer Million Franken. Die ZKB beziffert das Salär von CEO Martin Scholl auf 1.7 Millionen Franken. Dabei fehlt der Anteil eines variablen Lohnanteils. Er dürfte sich auf rund 350 000 Franken belaufen, schätzt die «Nordwestschweiz».

(aargauerzeitung.ch)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 19.04.2016 06:51
    Highlight Highlight Müssen Bankerlöhne wirklich immer so hoch bleiben?

    Die Ordnungsliberalen jammern über die gekürzten Managerlöhne und verweisen auf den Markt, an dem man sich orientieren müsse, auch wenn dieser oft zu absurden Lohnhöhen führe (zum Beispiel auch im Profi-Fussball im Vergleich zu anderen Sportarten). Ist es wirklich nur Populismus, wenn die Politik versucht, diese unsinnigen Verzerrungen – dort wo sie es kann – abzustellen? Wer denn sonst soll gegen dieses Marktversagen und diesen Branchenegoismus angehen? Die Selbstheilungskräfte des Marktes versagen hier doch auf der ganzen Linie!
  • kliby 18.04.2016 08:25
    Highlight Highlight es gibt gute leute, die sind auch mit 600'000 zufrieden. die gierigen sind meist auch die korrupten skruppellosen. man muss nur den kreis der kandidatinnen etwas erweitern, und nicht nur vettern und duz-freunde auf den stuhl heben.
    • Fabio74 18.04.2016 12:44
      Highlight Highlight Wohl kaum. Warum soll einer für so einen Job mit 600K zufrieden sein, wenn er das doppelte oder dreifache haben könnte?
      7x24 Std erreichbarkeit. Möchte diese Jobs nicht haben.

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