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Firmenhauptquartier in Peking: Der Internetriese Baidu spannt mit dem Taxidienst Uber zusammen. 
Firmenhauptquartier in Peking: Der Internetriese Baidu spannt mit dem Taxidienst Uber zusammen. 
Bild: JASON LEE/REUTERS
Kooperation zwischen zwei umstrittenen Firmen

Chinesischer Internetgigant Baidu steigt bei Uber ein 

Zwei umstrittene Firmen schmieden eine Allianz: Baidu investiert Berichten zufolge in Uber. Chinas Suchmaschinenkonzern steht wegen Mitarbeit bei der Internetzensur in der Kritik, die Transport-App steht wegen Sicherheitsmängeln. 
12.12.2014, 13:5612.03.2015, 16:37
Ein Artikel von
Spiegel Online

Uber zieht offenbar auch in China Investoren an. Laut «Wall Street Journal» und der Finanzagentur Bloomberg steigt der Internet-Riese Baidu bei der umstrittenen Transport-App aus Kalifornien ein. Das Investment betrage 600 Millionen Dollar, berichtet der chinesische Radiosender China National Radio.

Uber werde neben Geld auch Zugang zu den Online-Ressourcen des grössten chinesischen Suchmaschinen-Betreibers bekommen, hiess es in einigen Berichten. Baidu hat eine Anfrage von Spiegel Online bislang nicht beantwortet.

Fest steht: Eine Allianz wäre für beiden Firmen von Vorteil. Baidu könnte Uber helfen, den riesigen chinesischen Markt zu erschliessen. Uber wiederum könnte Baidu helfen, sein mobiles Serviceangebot zu verbessern und sich gegenüber Konkurrenten wie Tencent und Alibaba zu behaupten.

Uber-App: Der kalifornische Start-Up ist in 50 Ländern aktiv und weist einen Wert von 40 Milliarden Dollar aus.
Uber-App: Der kalifornische Start-Up ist in 50 Ländern aktiv und weist einen Wert von 40 Milliarden Dollar aus.
Bild: Julio Cortez/AP/KEYSTONE

Uber und Baidu in der Kritik

Uber vermittelt mit Hilfe seiner Smartphone-App Uber Pop private Fahrer. Eine Fahrt mit Uber ist deutlich günstiger als mit dem Taxi. Das Start-up befindet sich auf rasantem Expansionskurs und ist nach eigenen Angaben bereits in 50 Ländern aktiv. Erst Anfang des Monats hatte die Firma 1,2 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Das Startup aus San Francisco wird derzeit mit 40 Milliarden Dollar bewertet.

Die Firma aus Kalifornien ist stark umstritten. Taxi-Gewerbe und Behörden werfen ihr unfairen Wettbewerb vor. Nach Ansicht von Experten verschlimmert Uber die Billiglöhnerei in der Taxibranche. Zudem stellt der Dienst ein Sicherheitsrisiko da, weil Uber-Fahrer ohne Lizenz und Versicherungspflicht arbeiten. In Indiens Hauptstadt Neu-Dehli wurde der Dienst Anfang Dezember verboten, nachdem ein Uber-Fahrer eine Frau vergewaltigt haben soll.

Auch die chinesische Suchmaschine Baidu steht in der Kritik. Dem IT-Riesen wird vorgeworfen, die chinesische Internetzensur allzu willfährig mitzutragen. Debatten über die Unabhängigkeit Taiwans oder Tibets, Informationen über den Dalai Lama oder über das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Angaben über den Zusammenbruch der Sowjetunion – all das taucht in ihr nicht auf.

Zwar halten sich auch viele andere chinesische Firmen strikt an die Zensurgesetze. Der Suchmaschine Baidu aber wird aufgrund ihrer Grösse und ihrer zentralen Bedeutung im chinesischen Internet von westlichen Beobachtern eine besondere Bedeutung beigemessen. (ssu)

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