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Analyse

Libra, Bitcoin und Parallelwährung: Was soll das eigentlich?

Facebook will mit Libra eine neue Weltwährung schaffen, Bitcoin nimmt in Anspruch, digitales Gold zu sein, und Italien will seine Schulden mit einer Parallelwährung tilgen. Was soll dies alles?



Für die Nachkriegs-Generation war die Geld-Welt noch sehr simpel. Sie wuchs im Glauben an zwei unverrückbare Wahrheiten auf: Die Nationalbank tauscht jederzeit meine Papiernoten gegen Gold ein, und die Investitionen der Wirtschaft werden von Spargeldern finanziert.

Das war schon damals falsch, aber heute ist die Situation noch viel verwirrender geworden. Seit US-Präsident Richard Nixon zu Beginn der Siebzigerjahre das Bretton-Woods-Abkommen aufgekündigt hat, ist auch die Golddeckung Geschichte. Währungen sind Fiat-Money – Papiergeld – geworden. Ihr Wert schwankt, im schlimmsten Fall gegen Null.

An man plays around with discarded 50 Bolivar bills during a break in a pick football game, outside a building occupied by squatting families in Caracas, Venezuela, Tuesday, May 7, 2019. Due to hyperinflation in Venezuela, the 50 Bolivar bills that started circulating last year are now worthless and people throw them in the trash or in the streets. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Wenn das Geld auf der Strasse liegt und nichts mehr wert ist: Hyperinflation in Venezuela. Bild: AP/AP

Spätestens seit der Vollgeld-Initiative hat es sich auch herumgesprochen, dass nicht unsere Spargelder die Investitionen finanzieren, sondern dass dafür zum grössten Teil Bankkredite verantwortlich sind.

Schliesslich sind in den letzten Jahren verschiedene Formen von neuem Geld aufgetaucht: In ganz Europa werden regionale Parallelwährungen in Umlauf gebracht. Bitcoin und andere Kryptowährungen faszinieren nicht nur Techno-Nerds. Und nun will uns Mark Zuckerberg noch mit einer neuen Weltwährung beglücken.

All dies hat zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt. Junge Menschen fragen sich, ob ihre Altersguthaben durch Inflation zerstört werden. Ältere Semester bangen im Zeitalter von Negativzinsen um ihre Rente.

Nicht nur Laien verstehen die Geld-Welt nicht mehr. So hat eine Umfrage der Beratungsfirma CFA ergeben, dass jeder zweite Finanzprofi erwartet, dass sich sein Beruf in den nächsten fünf Jahren grundlegend verändern wird. Zeit also für die Frage: Was ist eigentlich Geld?

Goldstandard

Gold hat zwei entscheidende Eigenschaften: Es ist begrenzt vorhanden und es kann nicht künstlich hergestellt werden. Diese beiden Eigenschaften machen es zu einem idealen Geld-Anker. Eine Währung, die zu einem fixen Kurs an das gelbe Metall gebunden ist, kann sich nicht entwerten.

Zum Goldstandard kam die Welt jedoch durch einen Fehler von Isaac Newton. Der geniale Physiker berechnete zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Wechselkurs von Gold und Silber falsch, und zwar zugunsten von Gold. Das führte zu einem Run aufs gelbe Metall, und weil Grossbritannien in der Folge zur Weltmacht aufstieg, setzte sich der Goldstandard global durch.

epaselect epa04440487 A prop from the James Bond movie 'Goldfinger' is on display during the exhibition 'Designing 007: Fifty Years of Bond Style' held at the Kunsthal museum in Rotterdam, The Netherlands, 10 October 2014. The exhibition offers more than 500 gadgets, costumes, iconic vehicles, storyboards, graphic designs and props from Bond movies, and can be visited from 12 October 2014 to 8 February 2015.  EPA/BAS CZERWINSKI

Überzog selbst Frauen mit Gold: Der Bösewicht im Bond-Streifen «Goldfinger» Bild: EPA/ANP

In der Ägide des Goldstandards gab es keine Inflation. Das ist der Grund, weshalb bis heute die sogenannten «Goldbugs» (Gold-Käfer) von einer Rückkehr zum Goldstandard träumen, oder zumindest von einer Teildeckung.

Der Goldstandard hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Er lässt keine Regulierung der Geldmenge zu. Die Nationalbanken können in einer Rezession der Wirtschaft nicht mit billigem Geld unter die Arme greifen.

Das 19. Jahrhundert kannte deshalb zwar keine Inflation, es wurde jedoch regelmässig von schweren Wirtschaftskrisen gebeutelt. In Europa waren Massenelend und Auswanderung die Folge.

Weil die amerikanischen Bauern wegen des harten Dollars ihre Zinsen nicht mehr bezahlen konnten, hat in den USA der Goldstandard beinahe zu einem Volksaufstand geführt. Nur die Entdeckung von neuem Gold in Alaska hat dies verhindert. Das neue Gold hatte es möglich gemacht, die Geldmenge auszuweiten.

Kryptowährungen

Bitcoins rühmen sich gerne, «digitales Gold» zu sein. Der Grund liegt in einer Macke des mysteriösen Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto. Er hat die Anzahl der Bitcoins auf 21 Millionen Stück begrenzt. Wie Gold sind Bitcoins daher nicht beliebig vermehrbar und daher vor Inflation gefeit.

Das digitale Gold braucht keine Banken, und schon gar keine Zentralbank. Geldgeschäfte können per Internet direkt abgewickelt werden, und zwar anonym. Das gilt auch für die anderen Kryptowährungen, die immer noch wie Pilze nach einem warmen Regen aus dem Boden schiessen.

Neues Interesse von mittelfristig orientierten Investoren belebt den Kurs der Cyber-Währung. (Symbolbild)

Bitcoins wollen «digitales Gold» sein. Bild: KEYSTONE

Den Ursprung haben die Kryptowährungen in der Szene der Cypherpunks, einer Gruppe von Internet-Anarchisten. Sie träumen von einer Welt ohne Banken und ohne Staat. Das «digitale Gold» soll dabei helfen, die Wirtschaft dezentral zu organisieren. So weit die Utopie.

In der Realität ist die Produktion von Bitcoins alles andere als dezentralisiert, sondern in den Händen von ein paar wenigen Mining-Pools. Benutzt wird es vorwiegend von Spekulanten.

Bitcoin ist weit davon entfernt, massentauglich zu sein, und der hohe Stromverbrauch beim Mining der digitalen Goldstücke und beim Abwickeln der Transaktionen machen die Kryptowährungen zu einem mehr als fragwürdigen Experiment.

Weltwährung Libra

Schon vor Jahren hat Mark Zuckerberg heimlich ein Crack-Team von Spezialisten zusammengestellt und ihnen den Auftrag für eine digitale Weltwährung erteilt. Nun hat er sie vorgestellt. Libra heisst sie, und sie soll wie die Kryptowährungen langfristig die Banken überflüssig machen.

Zuckerberg träumt von einem «Internet des Geldes». So wie sie heute schon auf Whatsapp chatten, sollen die Menschen dank Libra sich bald gegenseitig Geld über das Netz überweisen können. Milliarden von Menschen, denen heute noch der Zugang zu einem Bankkonto verwehrt ist, sollen so ans Finanzsystem angedockt werden.

FILE- In this May 1, 2018, file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg delivers the keynote speech at F8, Facebook's developer conference, in San Jose, Calif. Facebook may have to wait a little longer before resolving a U.S. government investigation into the company's mishandling of personal information on its social network. The Wall Street Journal is reporting that a settlement with the Federal Trade Commission is being delayed by political wrangling. The FTC declined comment Friday, May 24, 2019. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez, File)

Will eine Weltwährung schaffen: Mark Zuckerberg- Bild: AP/AP

Geld ist Vertrauenssache. Ob Facebook je dieses Vertrauen erhalten wird, ist spätestens seit der Affäre von Cambridge Analytica mehr als fragwürdig. Zuckerberg hat für Libra daher eine eigene Firma gegründet, die er gemeinsam mit anderen betreiben will. Namhafte Unternehmen wie Visa und Mastercard haben bereits zugesagt.

Libra ist nicht an Gold, sondern an einen Korb von soliden Währungen gebunden. (Der Schweizer Franken dürfte wohl dabei sein.) Das soll der Währung Stabilität verleihen, es verhindert jedoch auch, dass damit eine eigenständige Geldpolitik betrieben werden kann. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob die amerikanische Fed und andere Zentralbanken andere Götter neben sich dulden werden, will heissen: Libra die Zulassung erteilen werden.

Parallelwährungen

Italien hat eine der höchste Staatsverschuldung der Welt und liegt deshalb permanent mit der EU und der Europäischen Zentralbank (EZB) im Clinch. Nun glaubt man in Rom ein Mittel gefunden zu haben, wie man Brüssel und Frankfurt austricksen kann: die Mini-Bots.

Mini-Bots funktionieren wie folgt: Der Staat gibt Schuldscheine heraus. Mit diesen kann man seine Steuern bezahlen. Das macht sie auch für Otto Normalverbraucher interessant. Mini-Borts werden in Italien zu einer Konkurrenz für den Euro. Sie werden mit anderen Worten zu einer Parallelwährung.

ZUR HEUTIGEN URTEILSVERKUENDUNG IM PHISHING PROZESS AM BUNDESSTRAFGERICHT IN BELLINZONA, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH, 26. OKTOBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - A Supercard Plus Mastercard at Coop Sihlcity in Zurich, pictured on January 29, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eine Supercard Plus Mastercard im Coop Sihlcity am 29. Januar 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Streng genommen eine Parallelwährung: Die Coop-Superkarte. Bild: KEYSTONE

Parallelwährungen sind keine Hexerei. Wir kennen sie von der Super- oder der Cumuluscard oder von Flugmeilen. Es ist Geld, das nur in einem bestimmten Umfeld eingesetzt werden kann. Der Zweck dabei besteht darin, den Konsum bei einem bestimmten Unternehmen oder in einer bestimmten Region zu fördern.

Lokale und regionale Parallelwährungen gibt es wie Sand am Meer. Die bekannteste ist wohl der Chiemgauer in Bayern, benannt nach dem gleichnamigen See. In der Schweiz kennen wir das WIR-Geld. Es wurde einst von Silvio Gesell geschaffen. In der Grossen Depression war es beim Gewerbe und den Bauern sehr beliebt.

Italien hingegen will die Mini-Bots als Waffe gegen den Euro einsetzen. Daher haben sowohl die EU als auch die EZB klar erklärt, dass sie das italienische Experiment auf keinen Fall dulden werden.

Fazit

Krypto-, Welt- und Parallelwährungen sind Versuche, das Korsett des herrschenden Geldsystems zu sprengen. Das ist verständlich. Spätestens seit der Finanzkrise von 2008 wächst die Einsicht, dass Geld mehr ist als bloss ein Schmiermittel der Wirtschaft. Geldpolitik ist ein entscheidender Faktor der Wirtschaftspolitik und damit ein entscheidender Faktor für unseren Wohlstand.

Leider ist Geldpolitik auch sehr kompliziert (echt). Daher ist es auch ein ideales Tummelfeld für Scharlatane und Fanatiker. Oft greifen sie reisserische Begriffe auf – beispielsweise Fiat-Money – und schlagen simple Lösungen vor – beispielsweise zurück zum Gold oder Abschaffung der Zentralbanken.

In der komplexen Realität unserer digitalen Welt sind diese Eiferer und ihre Rezepte gefährlich. Um es mit einem Vergleich zu sagen: Sie verhalten sich wie der sprichwörtliche Bauer, der sich darüber ärgert, dass die Sicherung in seinem Stall stets herausspringt. Um dies abzustellen, schlägt er ein Hufeisen über den Sicherungskasten. Das funktioniert tadellos – bis der Blitz einschlägt.

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • arpa 19.06.2019 22:56
    Highlight Highlight "..Bitcoin und andere Kryptowährungen faszinieren nicht nur Techno-Nerds..."😂
  • bangelor 19.06.2019 22:38
    Highlight Highlight Benützt Pundi X. Diese Firma könnte den richtigen Kryptowährungen zum endgültigen Durchbruch verhelfen und nicht Pseudowährungen wie die von Facebook.
  • Flexon 19.06.2019 20:46
    Highlight Highlight Die Vision "Internet des Geldes" ist unter dem Begriff "Web3" eher im Ethereum Oekosystem zu verorten als bei Facebook. Web3 beinhaltet Stablecoin(s), DeFi (Decentr. Finance), DiD (Decentr. Identitätssysteme), Token Economy (versch. Tokenstandards), Decentr. Storage, Prediction Markets, Decentr. Fondsmanagement, Besitzaufteilung von teuren Objekten mittels Tokenzuteilung, gesicherte virtuelle InGame-Besitztümer etc... Das alles ist technisch teilweise schon da und ist DEZENTRAL. Nix Facebook, Visa, Goldman Sachs oder die Rithschilds 😉

    Das ist die wahre Vision des Internet des Geldes 💥💥💥
    • ursus3000 19.06.2019 21:23
      Highlight Highlight wer Visionen hat sollte einen Arzt aufsuchen oder weniger Drogen nehmen
  • landre 19.06.2019 20:28
    Highlight Highlight Will Facebook uns veräppeln indem es "Voucher" als eine "Währung" verkaufen will?

    Geplante "Konzentrationsprozesse" sind in einer freien Marktwirtschaft erwiesenermassen eigentlich immer destruktiv.
  • Hipster mit Leggins 19.06.2019 18:10
    Highlight Highlight Als erstes: Bitcoin ist keine Krypto-Währung sondern ein Asset. Mit 7 Transaktionen pro Sekunden wäre das System bereits als Währung vom Vatikanstaat am Limit. Also sollte man Bitcoin in der Diskussion nicht immer als Währung heranziehen - wie übrigens Gold auch nicht. P.S. Libra ist ein Blockchain. Auch diese Technologie entwickelt sich weiter. Früher wurden auf dem Internet auch nur E-Mail ohne Format verschickt. Sind wir böse über die Weiterentwicklung?
    • Ueli der Knecht 20.06.2019 13:34
      Highlight Highlight Noch mehr Basics für dich, Hipster mit Leggins:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kryptow%C3%A4hrung

      "Kryptowährungen, auch Kryptogeld, sind digitale Zahlungsmittel. Sie basieren auf kryptographischen Werkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen."

      Bitcoin ist quasi der Prototyp einer Kryptowährung.

      Ferner: Libra ist keine echte Blockchain, sondern weder Fisch noch Vogel. Facebook nennt es "permissioned Blockchain". Das ist aber eigentlich eine normale, zentralisierte (aber vielfach redundante) Datenbank, die sich nur als Blockchain verkleidet. Ein Baum im Kettenkostüm.
  • Liselote Meier 19.06.2019 17:56
    Highlight Highlight Na, na, na Gold kann man seit den 50er künstlich herstellen.

    Teilchenbeschleuniger; Atomkern auf auf Wismut-Atome ballern, so entstehen Goldatome

    Das rendiert natürlich überhaupt nicht, paar Millionen für ein paar Goldatome, aber Gold kann tatsächlich künstlich hergestellt werden

    Begrenzt ist es auch nicht wirklich, im Erdkern und in den Weltmeeren gibt es noch gewaltige Mengen an Gold nur gibt es noch keine passende Fördermethode

    Es ist relativ begrenzt da es entweder nicht rendiert oder man nicht dazukommt, daher gut als Wertanlage geeignet, für den Moment, aber nicht Absolut









  • reamiado 19.06.2019 17:53
    Highlight Highlight Lieber Herr Löpfe,
    Sie schreiben, dass das mit diesen digitalen Währungen nicht funktionieren wird, aber könnte eine Weltwährung nicht doch funktionieren? Wird es zwingens zu Rezessionen/Deflationen kommen? Wenn ja warum?
    • Liselote Meier 19.06.2019 19:14
      Highlight Highlight Sehr interresante Frage aberDenke es weiter. Das würde ja mal Zwangsläufig irgendwann zur folgenden Abstimmung führen.

      Soll die Leitwährung Schweizer Franken durch die Weltwährung ersetzt werden?

      Da müsste man schon über Wochen LSD ins Trinkwasser schmeissen vor der Abstimmung als da ein Ja heraus kommen würde ;)

  • Markus Casmark 19.06.2019 17:33
    Highlight Highlight Tolle Übersicht zu Geld- und Währungssystemen, thx!

    Fiat Money strebt zwar seinem inneren Wert von Null entgegen, die Frage ist nur, wie schnell….in letzter Zeit jedenfalls nicht sehr, da die Inflation trotz der massiven Gelddruckerei einfach nicht in gewünschtem Masse steigen will….da müssen vielleicht die Lehrbücher umgeschrieben werden;-)
  • Ueli der Knecht 19.06.2019 17:00
    Highlight Highlight "Er [Satoshi]hat die Anzahl der Bitcoins auf 24 Millionen Stück begrenzt."

    21 Millionen.

    Am Anfang wurde jeder Bitcoin-Block mit 50 Bitcoins belohnt. Alle 210'000 Blocks halbiert sich diese Belohnung. Rechne!

    Das macht nach Adam Riese:
    ∑(210'000*50/2ⁿ) für 0 <= n < ∞.
    https://www.wolframalpha.com/input/?i=sum%28210000*50%2F2%5En%29,+0%3C%3Dn%3Cinfinite
    Benutzer Bild
    • Philipp Löpfe 19.06.2019 17:32
      Highlight Highlight der Knecht hat Recht!
    • Stema 20.06.2019 12:24
      Highlight Highlight Eigentlich sind es maximal etwa 20999999.9769, denn es gab einige „Unregelmässigkeiten“. Ein Beispiel: der Miner von Block 124724 hat sich statt der ihm zustehenden 50 Bitcoins „nur“ 49.99999999 Bitcoins ausbezahlt. Man könnte auch argumentieren, dass man die 50 Bitcoins für den ersten Block („Genesis“) nicht mitrechnen sollte, weil sie nie ausgegeben werden können. Am meisten ins Gewicht fallen aber wohl die geschätzen 3 - 4 Mio. Bitcoins, die bisher schon verloren gegangen sind. An falsche Adressen gesendet, die Private Keys vom Hund gefressen, und so weiter.
  • Bibilieli 19.06.2019 16:43
    Highlight Highlight Ein wichtiger Punkt geht hier vergessen. Libra und andere sogenannte "stable coins" sollen den Nutzern ermöglichen, private und geschäftliche Transaktionen ohne Mitwirkung eines Intermediärs (Bank) und ohne Volatilitätsrisiko (Bitcoin) direkt auf der Blockchain abzuwickeln. Das ist ein enorm wichtiger Schritt für den Durchbruch der Blockchain-Technologie.
    • Patrick Toggweiler 19.06.2019 17:40
      Highlight Highlight Gut. Libra hat keine Blockchain. Allerhöchsten einen einzigen Merkle Tree.
    • Ueli der Knecht 19.06.2019 17:54
      Highlight Highlight "Das ist ein enorm wichtiger Schritt für den Durchbruch der Blockchain-Technologie."

      Libra wird keine richtige Blockchain sein. Nur ein leeres Versprechen.

      In Neusprech:
      "To ensure that Libra is truly open and always operates in the best interest of its users, our ambition is for the Libra network to become permissionless. The challenge is that as of today we do not believe that there is a proven solution that can deliver the scale, stability, and security needed to support billions of people and transactions across the globe through a permissionless network" (http://bit.ly/2FhxVQc).
    • landre 19.06.2019 20:34
      Highlight Highlight Meinen Sie die Verschiedenheit zwischen "Voucher" und "Währung"?
    Weitere Antworten anzeigen
  • m. benedetti 19.06.2019 16:38
    Highlight Highlight Italien hat die höchste Staatsverschuldung in Europa nicht in der Welt, da belegt Italien den Rang 8. Auf den ersten drei Plätzen sind Libanon, gefolgt von Malavi und Japan!
  • John H. 19.06.2019 16:25
    Highlight Highlight Was ist Geld? - war eine gute Frage ;-)
  • G. Schmidt 19.06.2019 16:14
    Highlight Highlight Spannender Artikel!

    Wäre evtl. noch interessant den Einfluss der Finanzkrise auf die “neuen Währungen” zu beleuchten.

    Das Negative Zinsumfeld begünstigt gerade in neue Währungen zu investieren anstatt das “Geld” auf dem Sparkonto zu lassen. Generell gab es eine Preisinflation bei Gütern (Aktien, Hauspreisen), sowie alternative Währungen.
  • John H. 19.06.2019 16:09
    Highlight Highlight "Leider ist Geldpolitik auch sehr kompliziert (echt)"

    Kann ich echt unterschreiben, weil das auch eine Geschichte hat. Vom Tauschhandel zu Tauschwährungen zu Fiat-Geld zu Kryptowährungen haben wir im Wesentlichen zwei Arten von Akteuren: diejenigen, welche einfach ein Mittel suchen, welches für ihre realen Geschäfte tauglich ist, und diejenigen, welche ohne reale Geschäfte einfach das Mittel nutzen.

    Einfach: Realwirtschaft vs. Banken.

    Ist aber eben nicht so einfach, weil die sich mischen.
    • Sandro Lightwood 19.06.2019 17:12
      Highlight Highlight Wo teilst du die ein, welche Kryptowährungen für rein spekulative Zwecke brauchen? Zu den Banken?

      Hab in meinem Umfeld einige die Bitcoins halten, aber nichts damit kaufen wollen.
    • John H. 19.06.2019 17:32
      Highlight Highlight Klar zu den Banken. Bitcoin & co. können die Banken in ihrem Geschäftsmodell bedrohen, deshalb gehören sie in diese Kategorie. Realwirtschaft handelt mit realen Waren und Dienstleistungen.
    • Cross 19.06.2019 19:28
      Highlight Highlight Tauschhandel ist eine schöne Geschichte aus den Einleitungen der Wirtschaftsbücher, hat aber nie wirklich stattgefunden. (Vgl.: Graeber: Schulden - die ersten 5000 Jahre)
    Weitere Antworten anzeigen
  • imposselbee 19.06.2019 16:02
    Highlight Highlight Für mich verhält sich BitCoin mehr wie eine Aktie, die beliebig gestückelt werden kann, als eine Währung. Die Krux liegt in den Transaktionsgebühren, welche die Mining Pool-Owner nach der Erschaffung der BitCoins bis in alle Zeiten bekommen und die Höhe selber bestimmen können. Somit ist BitCoin auch vergleichbar mit Drogen, es wird eine schöne Welt vorgegaukelt, bis eine solide Abhängigkeit geschaffen wurde und dann die Schraube angezogen und wieder gelöst wird. Im Grunde ein System mit ganz vielen kleinen Zentralbanken (jeder BitCoin ist eine mini Zentralbank).
    • Ueli der Knecht 19.06.2019 17:34
      Highlight Highlight "Die Krux liegt in den Transaktionsgebühren, welche die Mining Pool-Owner nach der Erschaffung der BitCoins bis in alle Zeiten bekommen und die Höhe selber bestimmen können"

      Die Miners dürfen auswählen, welche Transaktionen sie verarbeiten. Die Auftraggeber dürfen auswählen, wieviel sie bereit sind für die Verarbeitung ihrer Transaktionen zu bezahlen.

      Letztlich bestimmt Angebot und Nachfrage, bzw. der freie Markt den Preis der Transaktionsgebühr. Insofern meine ich, besteht keine Gefahr für "eine solide Abhängigkeit"
    • Gwaggli 19.06.2019 19:38
      Highlight Highlight @Ueli: Ausser natürlich gewisse Miningpools würden ein Oligopol auf die Erstellung von neuen Blöcken halten.
      Bitcoin hat meiner Mienung nach eine Tendenz sich von Anarchie zur Diktatur zu Entwickeln: Die starken kontrollieren den Rest.
    • Ueli der Knecht 19.06.2019 23:42
      Highlight Highlight Yep, Gwaggli, da stimme ich dir zu.

      Der Proof-Of-Work-Konsens birgt in sich die Gefahr der Konzentration auf ein paar wenige, bzw. eben einem Oligopol. Das gilt bei Crypto-Evangelisten als Todsünde.

      Zu hohe Transaktionsgebühren fördern aber gleichzeitig alle möglichen Sidechains, so dass jeweils nur noch Transaktionen zwischen Sidechains mit relativ grossen Beträgen auf der Original-Chain gebucht werden.

      Ausserdem gibt's auch noch andere Kryptowährungen, die ohne Proof-Of-Work auskommen.

      Das ist aber leider alles noch in den Kinderschuhen, resp. sogar noch in Babywindeln. ;/
  • Do not lie to mE 19.06.2019 15:41
    Highlight Highlight Was ist eigentlich Geld?
    Bargeld = Freiheit



    The Wolff of Wall Street: Kryptowährungen
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  • DomKi 19.06.2019 15:19
    Highlight Highlight erklärt es sehr gut un spannend
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