Wirtschaft
EU

Tsipras will an Parteitag Syriza wieder auf Kurs bringen

Alexis Tsipras will möglichst rasch einen Parteitag abhalten
Alexis Tsipras will möglichst rasch einen Parteitag abhaltenBild: RONEN ZVULUN/REUTERS

Tsipras will an Parteitag Syriza wieder auf Kurs bringen

27.07.2015, 21:2127.07.2015, 21:21

Angesichts der internen Kritik an seinem Kurs will der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras möglichst rasch eine Klärung herbeiführen. Ein Parteitag seiner Syriza-Partei müsse «so schnell wie möglich» auf den Weg gebracht werden, sagte Tsipras am Montag vor den Leitungsgremien seiner linksgerichteten Partei.

Er räumte ein, dass es beim Umgang mit der Schuldenkrise und den Forderungen der Gläubiger «Differenzen bei der Orientierung innerhalb der Partei» gebe. Nach Presseberichten könnte ein Parteitag im September abgehalten werden.

Der Regierungschef sprach sich für eine interne Bestandsaufnahme zu den «Errungenschaften und den Fehlern» der sechs Monate seit Amtsantritt der linksgeführten Regierung aus. Es müsse die Frage ehrlich beantwortet werden: «Gab es eine alternative Lösung» zu der Vereinbarung mit den Gläubigern vom 13. Juli.

Ehemaliger Energieminister mobilisiert gegen Sparvorhaben

Interne Kritiker werfen Tsipras vor, gegenüber den Gläubigern von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) eingeknickt zu sein. Der Regierungschef hatte harte Spar- und Reformauflagen im Gegenzug für eine Geldspritze akzeptiert. Im Parlament in Athen fanden die Gesetze dazu nur mithilfe der Opposition eine Mehrheit.

Griechenland muss in den nächsten Wochen mit den Gläubigern ein umfassenderes Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro aushandeln. Die Zeit für eine Einigung drängt, weil Athen am 20. August knapp 3.2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen muss.

Der von Tsipras entlassene Energieminister Panagiotis Lafazanis, der den linken Flügel der Syriza-Partei anführt, hielt am Montagabend eine Versammlung in einem Athener Stadion ab. Hunderte Anhänger kamen dort zusammen und skandierten «Nein» unter Verweis auf das Referendum vom 5. Juli. Bei der Abstimmung hatte die Mehrheit der Griechen gegen harte Spar- und Reformvorgaben votiert. (jas/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
SVPler erhält Ehrendoktortitel in Russland – die Sonntagsnews
Martin Pfister und der Nachrichtendienst des Bundes warnen vor Terrorgefahr in der Schweiz und eine verurteilte Betrügerin lieferte die Idee für die Giacometti-Briefmarke der Post – die Sonntagsnews.
Verteidigungsminister Martin Pfister hat in der «SonntagsZeitung» die kriegsführenden Staaten im Konflikt mit dem Iran kritisiert. «Die Amerikaner und Israel haben den Iran aus der Luft angegriffen. Sie haben damit, wie auch der Iran, das Völkerrecht verletzt», sagt er der «SonntagsZeitung». Pfister schloss nicht aus, dass Europa in den Krieg hineingezogen wird. Dabei beschränke sich die Gefahr nicht auf klassische militärische Austragung, sondern auf asymmetrische Kriegsführung im Sinne von terroristischen Attacken. «Es besteht die Gefahr, dass es in der Schweiz zu Terroranschlägen kommt. Zudem könnte der Krieg eine Flüchtlingswelle auslösen, die auch uns erreichen wird», sagte Pfister weiter im Interview. Dass die Schweiz direkt durch iranische Langstreckenraketen bedroht sei, glaube er zwar nicht. Kollateralschäden schliesse er jedoch nicht aus. Pfister wolle deshalb Sicherheit umfassend betrachten. Neben Armee spielten auch Polizei und Nachrichtendienst eine wichtige Rolle.
Zur Story