Wirtschaft
USA

IWF-Chefin: Historisch schwaches Wachtum der Weltwirtschaft

IWF-Chefin: «Kampf gegen Inflation noch nicht gewonnen»

11.04.2024, 16:3811.04.2024, 16:38
Nach dem Willen der Europäer soll die Bulgarin Kristalina Georgiewa Chefin des Internationalen Währungsfonds werden. Sie führt derzeit die Geschäfte der Weltbank. (Archivbild)
IWF-Chefin Kristalina Georgiewa steht seit 2019 an der Spitze der Organisation mit Sitz in Washington und jetzt vor einer zweiten Amtszeit. Bild: KEYSTONE

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mittelfristig weiter mit einem historisch schwachen Wachstum der Weltwirtschaft. Der Kampf gegen die hohe Inflation sei noch nicht gewonnen.

«Die ernüchternde Realität ist, dass die globale Wirtschaftstätigkeit im historischen Vergleich schwach ist», sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgiewa, am Donnerstag in Washington. Das Wachstum liege nur bei knapp über 3 Prozent. Es gebe immer noch viele Dinge, die dem IWF Sorgen bereiteten, darunter geopolitische Spannungen. Auch die Narben der Coronapandemie seien nicht verheilt. «Wir agieren in einer Welt, in der wir mit dem Unerwarteten rechnen müssen», warnte Georgiewa.

Der IWF will kommenden Dienstag im Zuge der Frühjahrstagung in der US-Hauptstadt seinen neuen Konjunkturausblick vorstellen. Im Januar sagte der IWF für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 3,1 Prozent für das laufende Jahr voraus. Georgiewa sagte nun, dass das globale Wachstum aufgrund der robusten Konjunktur in den USA und in einer Reihe von Schwellenländern «geringfügig stärker» ausfallen könne.

Die IWF-Chefin machte deutlich, dass die Hauptursache für das schwache Wachstum eine Verlangsamung der Produktivität sei. «Der weltweite Produktionsverlust seit 2020 beläuft sich auf rund 3,3 Billionen US-Dollar, wobei die Kosten unverhältnismässig stark auf die verletzlichsten Länder entfallen.»

Der IWF und die Weltbank beginnen am Montag ihre jährliche Frühjahrstagung. Themen bei den Beratungen dürften die Bekämpfung der hohen Verbraucherpreise, die Entwicklung der Weltwirtschaft und die Reformpläne bei der Weltbank sein. (sda/awp/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Trump steckt in der China-Falle
Beim kommenden Treffen der beiden mächtigsten Männer der Welt hat Xi Jinping die besseren Karten.
In einer Woche reist Donald Trump nach Peking. Er ist spät dran. Bereits im vergangenen Jahr haben die Staatsoberhäupter von Australien, Frankreich, Neuseeland, Spanien und der EU Xi Jinping die Ehre erwiesen. Im laufenden Jahr sind diejenigen von Finnland, Irland, Südkorea, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Spanien dazu gekommen.
Zur Story