Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ATHENS, GREECE , JANUARY 21:A Greek  and EU flag flies in front of the ancient Parthenon temple atop the Acropolis hill on January 21, 2015 in Athens, Greece. According to the latest opinion polls, the left-wing Syriza party are likely to defeat Prime Minister Antonis Samaras' conservative New Democracy party in the election, which will take place on Sunday. (Photo by Milos Bicanski/Getty Images)

Annäherung nach harscher Rhetorik? EU-Kommission und Griechenland.  Bild: Getty Images Europe

Griechenland – EU

Paris sichert Athen Hilfe bei Verhandlungen zu – Juncker will Troika abschaffen

Frankreich hat der neuen griechischen Regierung Unterstützung bei der Suche nach einer Einigung mit den internationalen Partnern zugesagt. Es sei legitim, dass sich Griechenland über die Schuldenlast sorge und um eine Erleichterung bemühe, sagte Finanzminister Michel Sapin.

Griechenlands Platz sei in der Euro-Zone. Jede neue Vereinbarung mit der Regierung in Athen müsse berücksichtigen, in welchem Umfang sie zu Strukturreformen bereit sei. Wichtig sei die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und die Rückkehr zu Wachstum, sagte Sapin am Sonntag nach einem Gespräch mit seinem griechischen Kollegen Yanis Varoufakis in Paris.

«Süchtig nach Verschuldung»

Varoufakis sagte, die Rückzahlung bestehender Schulden seines Landes müsse an die Fähigkeit gekoppelt werden, wieder Wachstum zu erzielen. Zugleich kündigte er an, keine neue Schuldentranche anzunehmen. Sein Land sei geradezu süchtig nach Verschuldung geworden, es sei Zeit für einen Entzug. «Wir wurden gewählt, um diese Sucht zu stoppen», sagte er.

Die Griechenland-Troika – bestehend aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) – hat bislang für die Geldgeber Hilfen und Auflagen mit dem hoch verschuldeten Euro-Land ausgehandelt. Die von der linken Syriza geführte Regierung in Athen lehnt jedoch die Sparauflagen ab. Auch das laufende Rettungsprogramm will sie nicht verlängern.

Keine Troika mehr?

Die Troika wird möglicherweise ohnehin nicht mehr nach Athen reisen. Laut einem Bericht des «Handelsblatts» plant EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Dreiergruppe abzuschaffen. «Wir müssen jetzt schnell eine Alternative dafür finden», heisse es in Kreisen der EU-Kommission. Juncker gehe damit auf eine zentrale Forderung des neuen griechischen Premierministers Alexis Tsipras ein. 

Der EU-Kommissionspräsident habe auch Verständnis dafür, dass Tipras den Mindestlohn erhöhen wolle. Zumindest verlaute dies aus Junckers Umfeld, schreibt das «Handelsblatt». Den von Athen geforderten Schuldenschnitt lehne Juncker dagegen weiterhin strikt ab.

Auch die deutsche Regierung ist laut «Handelsblatt» zu einer Reform der Troika bereit. Die griechische Regierung müsse sich dafür allerdings grundsätzlich zum bisher vereinbarten Spar- und Reformkurs bekennen. 

Um Beruhigung bemüht

Während der griechische Finanzminister Varoufakis diese Woche noch in Grossbritannien, Italien und voraussichtlich auch in Deutschland erwartet wird, startet am Montag auch der neue griechische Regierungschef Tsipras eine kleine Rundreise. Tsipras wird zunächst nach Zypern und dann nach Italien, Frankreich und Brüssel reisen.

Der Regierungschef hatte in den vergangenen Tagen schon von Athen aus versucht die Gemüter zu beruhigen. Der neue Regierungschef habe noch am Freitagabend mit EZB-Präsident Mario Draghi telefoniert, hiess es in Athener Regierungskreisen.

In dem Gespräch «sei der Wille erklärt worden, eine für Griechenland und Europa gleichermassen vorteilhafte Lösung zu finden». Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) zufolge rief Tsipras auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Parlamentspräsident Martin Schulz an, um die harten Worte seines Finanzministers Varoufakis zu relativieren. (dhr/sda/reu)



Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Tests zeigen: Schweizer Markenartikel gibt es in Deutschland meist günstiger

Ausländische Hersteller und Händler schöpfen gezielt die höhere Kaufkraft in der Schweiz ab, lautet die häufige Kritik. Doch wie sieht es bei Schweizer Markenherstellern aus, die ihre Produkte auch ins Ausland exportieren?

Die Schweiz am Wochenende hat getestet, wie gross der Preisunterschied bei ausgewählten Schweizer Produkten in Deutschland und in der Schweiz ist. Die Testkäufe bei Coop, der zu Edeka gehörenden Einzelhandelskette Hieber, der Drogerie Müller oder den jeweiligen Webshops zeigen, dass es die Produkte in Deutschland tatsächlich meist günstiger als in der Schweiz zu kaufen gibt.

Eine Zahnbürste von Curaprox kostet zum Beispiel 23.8 Prozent mehr, die Pralinés du Confiseur von Lindt & Sprüngli …

Artikel lesen
Link zum Artikel