Wirtschaft
International

Immer mehr EU-Bürger kaufen laut Studie gefälschte Markenwaren

Immer mehr EU-Bürger kaufen laut Studie gefälschte Markenwaren

12.06.2023, 09:4712.06.2023, 09:47
Packets of Maggi instant noodles are displayed at a tea stall in Dharmsala, India, Wednesday, Aug. 12, 2015. Maggi noodles are a hugely popular snack and Nestle's "two-minute" advertisi ...
Alles gefälscht! Vielen EU-Bürgern ist das egal.Bild: AP/AP

Trotz aller Bemühungen zur Aufklärung über Folgen und Risiken von Produktpiraterie kaufen immer mehr Europäerinnen und Europäer gefälschte Markenwaren. Das geht aus einer Studie des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hervor, die am Montag am Amtssitz im spanischen Alicante veröffentlicht wurde.

Mehr als jeder achte Befragte räumte ein, in den vergangenen zwölf Monaten wissentlich nachgeahmte Produkte wie etwa Kleidung, Schuhe, Smartwatches oder Parfüms erworben zu haben. Das sind 13 Prozent - acht Prozentpunkte mehr als bei der letzten repräsentativen EUIPO-Erhebung über die Wahrnehmung von geistigem Eigentum im Jahr 2020.

Besonders jüngere Personen greifen zu

Bei den 15- bis 24-Jährigen lag der Anteil sogar bei 26 Prozent. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als vor rund drei Jahren. Die Studie mache deutlich, dass mehr für den Verbraucherschutz getan werden muss, sagte EUIPO-Exekutivdirektor Christian Archambeau. Als Hauptgrund für den Kauf von Fälschungen wurde der Preis angegeben.

People walk past a big lagguage-like advertisement of Louis Vuitton Friday June 4, 2004 in Shanghai, China. Shanghai became home to an army of foreign designer boutiques targeting the new rich of Chin ...
Louis Vuittons Taschen sind beliebt.Bild: AP

Bulgarien mit 24 Prozent sowie Spanien (20), Irland, Luxemburg (beide 19) und Rumänien (18) liegen deutlich über EU-Durchschnitt. Am «besseren» Ende der Rangliste liegt Finnland mit acht Prozent.

Mehrheit ist sich Problematik bewusst

Die Produktpiraterie ist ein Milliardengeschäft. Allerdings auch ein kriminelles. Und die grosse Mehrheit der EU-Bürger ist sich darüber im Klaren. Rund 80 Prozent stimmten der Aussage zu, dass durch gefälschte Waren kriminelle Organisationen unterstützt und Unternehmen und Arbeitsplätze gefährdet werden. Zwei Drittel gaben an zu wissen, dass Fälschungen eine Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Konsumenten und auch für die Umwelt darstellen.

Die Europäerinnen und Europäer seien sich «zunehmend der Risiken und Folgen des Kaufs gefälschter Waren und des Zugriffs auf Inhalte aus illegalen Quellen bewusst», so die EUIPO. Und dennoch: Nach der Studie hält fast jeder dritte EU-Bürger den Kauf von gefälschten Waren nach wie vor für akzeptabel. Bei den jüngeren Verbrauchern zwischen 15 und 24 Jahren klettert der Anteil der Menschen mit dieser Einstellung in der EU sogar von 31 auf 50 Prozent.

Im Bereich der Online-Inhalte versicherten 80 Prozent der befragten Europäer, sie seien gegen die Nutzung von Raubkopien. Sie nutzten für den Zugriff auf Online-Inhalte lieber legale Quellen, wenn es eine bezahlbare Möglichkeit gibt.

Eine grosse Mehrheit von 65 Prozent bezeichnete es aber als akzeptabel, Inhalte illegal herunterzuladen, wenn diese in den legalen Quellen nicht zur Verfügung stehen. 14 Prozent griffen nach eigenen Angaben in den letzten zwölf Monaten wissentlich auf Inhalte aus illegalen Quellen zu. (aeg/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Prognose: Regierungspartei bei Parlamentswahl in Lettland klar vorn
Bei der Parlamentswahl im EU- und Nato-Land Lettland zeichnet sich ein klarer Sieg des Wahlbündnisses Vereinigte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs ab. Die Mitte-Rechts-Gruppierung könne mit 35,6 Prozent der Stimmen rechnen und stärkste Kraft im neuen Parlament in Riga werden, meldeten der lettische Rundfunk und die Nachrichtenagentur Leta nach Schliessung der Wahllokale. Sie beriefen sich auf eine gemeinsame Nachwahlbefragung. Die populistische Partei Lettland an erster Stelle kommt nach den Prognosen mit 11,3 Prozent auf Platz zwei. Dahinter folgen auf Platz drei die linksgerichteten Progressiven (11,1 Prozent) vor der populistischen Partei Souveräne Macht (10,8 Prozent).
Zur Story