Wirtschaft
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China, USA, Handelsstreit, Handelskrieg (Symbolbild)

Peking übt Vergeltung für die US-Massnahmen gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei. Bild: Shutterstock

China schlägt zurück – der Handelsstreit mit den USA spitzt sich weiter zu



Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert. Am Samstag führte Peking neue Strafzölle auf US-Importe ein. Auf Einfuhren im Umfang von 60 Milliarden Dollar müssen fortan Abgaben zwischen fünf und 25 Prozent gezahlt werden.

Der Schritt wird als Vergeltung für die US-Massnahmen gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei gesehen. Der von Washington unter Druck gesetzte Konzern kündigte unterdessen an, sein Engagement in Afrika auszubauen.

Von den neuen chinesischen Zöllen sind rund 5400 Produkte betroffen, von Kosmetika über Kaffeemaschinen, Sportausrüstung und Musikinstrumenten bis hin zu Kondomen, Diamanten und Wein.

Zuvor hatten die USA höhere Zölle auf chinesische Importe in die USA im Umfang von 200 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Der bereits seit gut einem Jahr andauernde Handelsstreit zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hatte sich zuletzt weiter hochgeschaukelt. Insgesamt haben beide Länder inzwischen Zölle auf Produkte im Wert von 360 Milliarden Dollar erhoben.

Retourkutsche aus Peking

Angesichts des Drucks aus Washington auf den chinesischen Telekommunikations-Riesen Huawei hatte China auch mögliche Einschränkungen beim Export von Seltenen Erden ins Spiel gebracht, die für Hightech-Produkte wichtig sind.

Zudem hatte Peking eine eigene schwarze Liste für «unzuverlässige» ausländische Unternehmen angekündigt. Dem Wirtschaftsministerium zufolge würde eine solche Liste auch ausländische Firmen miteinbeziehen, die Verträge nicht einhalten, Lieferungen aussetzen oder andere Massnahmen gegen chinesische Firmen unternehmen.

Trump hatte US-Unternehmen kürzlich per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Hierbei gilt Huawei als Hauptziel. Ungeachtet eines vergangene Woche verkündeten dreimonatigen Aufschubs könnte der Bann für Huawei massive Folgen haben. Der Konzern bezieht viele Teile für seine Produkte – etwa Hochleistungs-Speicherchips – aus den USA.

A man uses his smartphone outside of a shop selling Huawei products at a shopping mall in Beijing, Wednesday, May 29, 2019. Chinese tech giant Huawei filed a motion in U.S. court Wednesday challenging the constitutionality of a law that limits its sales of telecom equipment, the latest action in an ongoing clash with the U.S. government. (AP Photo/Mark Schiefelbein)

Der chinesische Konzern Huawei gilt als Hauptziel der US-Massnahmen. Bild: AP/AP

Huawei angeblich zu regierungsnah

Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan verteidigte am Samstag die Massnahme. Huawei stehe der kommunistischen Führung in Peking «zu nahe», sagte Shanahan auf einer Verteidigungs- und Sicherheitskonferenz in Singapur. Die Verflechtungen zwischen zivilen Unternehmen und dem Militär seien zu eng, sagte er. China habe zudem Gesetze, die Firmen zur Offenlegung von Daten zwingen könnten.

Pekings Antwort auf die US-Massnahmen gegen Huawei zielt nach Einschätzung von Experten darauf, ausländische Unternehmen zur Fortsetzung ihrer Geschäftsbeziehungen zu Huawei zu bewegen.

Google etwa hatte angekündigt, sich an die US-Vorgaben halten zu wollen, ebenso der zur japanischen Softbank-Gruppe gehörende britische Halbleiterspezialist ARM.

Warnung vor «Kollateralschäden»

Der China-Experte Christopher Balding warnte bereits vor weiteren «wirtschaftlichen Strafaktionen» mit möglicherweise «erheblichen Kollateralschäden» in anderen Ländern.

Trump betont immer wieder, China werde für die Abgaben in Milliardenhöhe aufkommen müssen. Die Experten weisen jedoch darauf hin, dass Konsumenten und Importeure in den USA ein Grossteil der Zusatzkosten tragen müssen.

Huawei erklärte unterdessen, mit einem Vertragsentwurf seine Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union (AU) intensiviert zu haben. Demnach enthält das Abkommen Übereinkünfte über Cloud-Dienste, Künstliche Intelligenz und den neuen Mobilfunkstandard 5G. China ist Afrikas wichtigster Handelspartner. Peking investiert jedes Jahr Milliarden in die Infrastruktur des Kontinents, wie etwa Strassen, Schienen, Häfen sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. (sda/afp)

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Richard Meier (1) 02.06.2019 19:46
    Highlight Highlight China geht es besser als vor 150 Jahren. Aber zu welchem Preis? Ca. 40% des Ackerbodens ist vergiftet, Städte versmogt, ca. 100'000 Menschen sterben jährlich in den Kohleminen, wöchentlich werden 1-2 neue Kohlekraftwerke gebaut. Menschen werden überwacht. Der Präsident sieht die Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit als die grössten Feinde.China möchte Weltmacht sein. Ziel ist es bis 2050 als grösste Wirtschafts- und Militärmacht aufzutreten .Und wir? Wir geben ihnen unser Wissen und sie bauen es billiger z.B. Sonnenkollektoren. Sie beherrschen durch Subventionen den Markt. Wacht endlich auf!
  • Zeit_Genosse 02.06.2019 03:48
    Highlight Highlight Sollten wir in der Schweiz uns nicht auch die Frage stellen, ob wir einem staatsnahen Techgiganten eines totalitären Regimes erlauben sollen, eine Schlüsselinfrastruktur hier aufzubauen, die wir nach deren Konditionen zu betreiben haben. Wollen wir alle sensiblen Wirtschaftsdaten über dieses Netz offenlegen müssen? Meiner Meinung geht die Schweiz beispiellos naiv damit um. Wenn wir ggü. der EU bereits skeptisch mit Nähe sind, wieso dann nicht stärker ggü. China? Warum wird von der CH-Regierung und der Bevölkerung dieser menschenrechtfeindliche Staat so gutgeheisen?
    • Ökonometriker 02.06.2019 07:39
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse: weil es keine Alternativen gibt. Oder welcher Techkonzern gibt meine Daten nicht an ein mörderisches Regime weiter? Mit Huawei hat man zumindest eine gewisse Balance - kein Regime hat die vollständigen Daten.
    • MARC AUREL 02.06.2019 09:06
      Highlight Highlight Zeit _Genosse, es hat damit zu tun dass die Schweizer BIG BUSINESS machen können und dann spielt es keine Rolle mehr was Menschenrechte usw angeht! Von Skepsis keine Spur....
    • Beba 02.06.2019 09:21
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse
      Es konnte nicht bewiesen werden, dass Huawei diese Manipulationen vorgenommen hat.
      Das war wieder ein Furz von Amerika.
      Entweder haben sie die Technilogie sehr gut versteckt, oder es gibt sie schlicht und einfach nicht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cédric Wermutstropfen 01.06.2019 23:36
    Highlight Highlight Je länger je mehr frage ich mich, ob wir wirklich einen Staat wie China als globale Führungsmacht akzeptieren dürfen. Ich halte das für brandgefährlich für alle freiheitsliebenden Menschen. Das Beste wäre eine baldige Demokratisierung von innen. Die Frage ist nur, können wir es uns erlauben, darauf zu hoffen?
    • mukeleven 01.06.2019 23:42
      Highlight Highlight erlauben schon - erleben werde. wir das sicherlich nicht mehr, leider...
    • michiOW 02.06.2019 00:54
      Highlight Highlight @es isch wies isch
      Ja, die USA haben viel Dreck am Stecken, aber sie sind doch ein ganzes Stück demokratischer und sozialer als China.
    • Cédric Wermutstropfen 02.06.2019 01:34
      Highlight Highlight @es isch...: Wenn Du den Unterschied zwischen den Staatssystemen von den USA und China nicht kennst, dann spricht das nicht gerade für deine Bildung. Meinen Text zu kopieren und einfach USA und China zu vertauschen funktioniert nicht. Die USA sind eine Demokratie, auch wenn Dir Trump nicht passt. Es gibt zudem eine funktionierende Gewaltentrennung. In China ist keines von beidem der Fall. Ein verrückter Staatspräsident in China ist eine Bedrohung für die globale Sicherheit und damit ein existentielles Risiko für die Menschheit. Die gleiche Person als Präsident der USA ist lediglich nervig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tanem 01.06.2019 21:34
    Highlight Highlight Zitat: "China habe zudem Gesetze, die Firmen zur Offenlegung von Daten zwingen könnten."

    Ach sag bloss? Das kenn ich doch von irgendwoher... ;-)
    • Toerpe Zwerg 02.06.2019 15:58
      Highlight Highlight Und woher? Wer ausser China zwingt bei sich tätige Unternehmen dazu, know how Preis zu geben?
  • Töfflifahrer 01.06.2019 21:31
    Highlight Highlight Aha also dürfen nur die USA ihre Firmen zur Offenlegung aller Daten verpflichten. Denn das ist unter anderem auch im Patriot act geregelt.
    • Idiot 02.06.2019 02:12
      Highlight Highlight @swisskiss naja mit funkzellenabfragen werden zu 99% daten von unschuldigen herausgegeben, welche per zufall zum zeitpunkt einer tat in der nähe des tatorts waren.
      Und für die spionage vorwürfe gegenüber huawei gibt es bis dato noch keinerlei beweise.
    • Toerpe Zwerg 02.06.2019 07:04
      Highlight Highlight Ein Apfel ist keine Birne.
  • Sauäschnörrli 01.06.2019 21:25
    Highlight Highlight „China habe zudem Gesetze, die Firmen zur Offenlegung von Daten zwingen könnten.“

    War da nicht mal etwas Mr. Shanahan?

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/FBI%E2%80%93Apple_encryption_dispute?wprov=sfti1
    • Toerpe Zwerg 02.06.2019 07:07
      Highlight Highlight Können Sie den Zusammenhang erläutern?
  • Hiker 01.06.2019 21:00
    Highlight Highlight Auch wenn ich Trump nicht über den Weg traue, hier hat er möglicherweise recht. Ich bin nun kein Experte aber wenn ich sehe wie China seine Wirtschaftsmacht einsetzt kommen mir starke Zweifel. Man sollte den Chinesen mit gesundem Misstrauen begegnen. Am Ende bestimmen Sie unsere gesamte Wirtschaft. Das ist nicht gerade Wünschenswert.
    • franzfifty 01.06.2019 23:21
      Highlight Highlight Wie bitte? Wer bestimmt über die Wirtschaftsmisslage? Die Chinesen? Ich glaub Du hast hier was komplett verschlafen
    • davej 01.06.2019 23:57
      Highlight Highlight Echt Witzig. Die USA bestimmt jetzt schon die gesamte Wirtschaft.
      Apple und Google überwachen uns und arbeiten mit dem Staat. Dazu kommt noch die NSA. Aber klar, die bösen Chinesen...
      ps: Die USA hat auch Gesetze, die Firmen zur Offenlegung von Daten zwingen könnten.
    • Lausannois86 02.06.2019 00:22
      Highlight Highlight Weil die USA und die US Unternehmen ja keine Spionage betreiben etc. Der einzige Unterschied: die USA machens öffentlich, China versteckt
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