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Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio



Der Nobelpreis für Wirtschaft geht an Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer. Sie haben sich dem Kampf gegen Armut verschrieben.

Das Trio erhält die renommierte Auszeichnung für den experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekanntgab. Die in Frankreich geborene Duflo ist erst die zweite Frau in der Nobelgeschichte, die den Wirtschaftspreis bekommt. Alle drei Preisträger lehren an US-Universitäten.

Die Erkenntnisse der drei Ökonomen hätten «unsere Fähigkeit, Armut zu bekämpfen, in der Praxis dramatisch verbessert», hiess es in der Begründung der Jury. So hätten die Forscher etwa gezeigt, wie sich die Schulbildung und die Gesundheit von Kindern mit kleinen, präzisen Schritten verbessern liesse.

Die 46-jährige Duflo, die die französische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft hat, ist mit dem gebürtigen Inder Banerjee (58) verheiratet, der ebenfalls ausgezeichnet wurde. Beide arbeiten am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Duflo sagte, sie haben nicht damit gerechnet, schon in ihrem Alter mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet zu werden. Sie hätte gedacht, dass man viel älter sein müsse, um sich den Preis zu verdienen. Der Preis erfülle sie mit Demut.

Mit der Auszeichnung sind alle Träger der diesjährigen Nobelpreise verkündet worden. In der vergangenen Woche waren in Stockholm bereits die Auszeichnungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden, am Freitag folgte dann die Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers in Oslo.

Alle Preise sind in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 912 000 Franken) dotiert. Dieses Preisgeld bekommen die Geehrten am 10. Dezember, dem Todestag von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, überreicht - zusammen mit einer Medaille und einer Urkunde.

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht. Er wird vielmehr seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis.

Besonders häufig wurden US-Amerikaner ausgezeichnet, darunter auch die vor Duflo bisher einzige Frau, die Professorin Elinor Ostrom. (aeg/awp/sda/dpa)

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