Wirtschaft
International

Nach Brexit: Cayman-Inseln auf schwarzer Liste der Steueroasen

Kaum ist Brexit durch, setzt die EU die Cayman-Inseln auf schwarze Liste der Steueroasen

18.02.2020, 14:24
Mehr «Wirtschaft»
Platz 6: Grand Cayman, Cayman Insel

Bild: Shutterstock
Die Cayman-InselnBild: Shutterstock

Die EU-Finanzminister haben am Dienstag in Brüssel vier neue Länder und Gebiete auf ihre schwarze Liste gesetzt: Neben den Cayman-Inseln, einem britischen Überseegebiet, gelten nun auch Palau, Panama und die Seychellen als Steueroasen.

Diese hätten «bis zu der vereinbarten Frist nicht die Steuerreformen umgesetzt, zu denen sie sich verpflichtet hatten», schreiben die EU-Finanzminister in einer Mitteilung.

Die schwarze EU-Liste der Steuerparadiese umfasst Länder oder Gebiete ausserhalb der EU, die nach deren Meinung nicht genügend gegen Steuerbetrug und -vermeidung vorgehen.

Laut EU-Diplomaten hatte Grossbritannien bis anhin stets verhindert, dass eines seiner Überseegebiete auf die Liste kommt. Doch nach dem EU-Austritt am 31. Januar sitzt das Vereinigte Königreich nicht mehr mit am Tisch. Der konservative EU-Parlamentarier Markus Ferber warnte die Briten davor, ihr Land in eine Steueroase zu verwandeln. Dann werde das Vereinigte Königreich ebenfalls auf der schwarzen Liste landen.

«Seit Beginn dieses Prozesses haben 49 Länder die notwendigen Steuerreformen durchgeführt, um die EU-Kriterien einzuhalten», lässt sich Zdravko Maric, Finanzminister Kroatiens und EU-Ratsvorsitzender, in der Mitteilung zitieren. Er machte aber deutlich, dass es sich um einen dynamischen Prozess handelt, «bei dem unsere Methodik und unsere Kriterien ständig überprüft werden».

Neu stehen nun insgesamt zwölf Länder und Gebietskörperschaften auf der schwarzen Liste. Neben den vier neuen sind dies Amerikanisch-Samoa, Fidschi, Guam, Oman, Samoa, Trinidad und Tobago, die amerikanischen Jungferninseln sowie Vanuatu. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 16 Bilder soll(t)en uns zum Nachdenken anregen
1 / 16
Diese 16 Bilder soll(t)en uns zum Nachdenken anregen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Mikrosteuer
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
53 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Butzdi
18.02.2020 16:28registriert April 2016
Warum sind Delaware und Nevada nicht als die Steueroasen gelistet, die sie sind? Weil die USA über dem internationalen Gesetz stehen?
1195
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rocky Gonzales
18.02.2020 17:14registriert September 2016
Hier sieht man einmal wie perfid das EU-System ist. Kaum ist der Brexit d.h. GB aus der EU werden die Cayman Inseln nun plötzlich als "strafbar/unethisch" etc. deklariert und GB "bestraft". Vorher war alles OK. Wieso (von anderen erw.) Luxembourg nach wie vor als ethisch. Sorry, hier meine Lieben zeigt sich das wahre Gesicht der EU, so war es übrigens auch vs. der Schweiz. Nach dem Motto: bist du nicht im Club, wirst du bestraft. Hier gilt nicht die Rechtsgleichheit sondern die Zugehörigkeit. Da müsste jedem die Augen aufgehen. Vorher gut, nun schlecht!! Beschämende EU.
9751
Melden
Zum Kommentar
avatar
Beat-Galli
18.02.2020 16:14registriert Januar 2019
Wenn die EU dann mal Delawere auf die Liste stellt, welche gefühlt ca 98% aller unversteuerten Vermögen der Welt hortet, kann ich das ganze den langsam Ernst nehmen!

Ein kleiner Tip wir die Welt besser sein könnte. Jede Firma auf der Welt muss minimum eine Person zu 100% angestellt haben, um als Firma zu gelten. Dies mit dem Ortsüblichen Lohn.

Dies würde auf einfachste weise die Armut in diesen Ecken bekämpfen, da es nicht mehr möglich wäre pro Adresse mehrere 1000 Firmeneinträge zu haben.
516
Melden
Zum Kommentar
53
Preise für Wohneigentum steigen auch im ersten Quartal

Die Preise für Einfamilienhäuser haben ihren Aufwärtstrend auch Anfang 2024 fortgesetzt. Regional kommt es aber laut einer Erhebung teilweise zu Preisrückgängen.

Zur Story