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Tiefe Steuern und auch noch (manchmal) über dem Nebel: Geltwil.
Tiefe Steuern und auch noch (manchmal) über dem Nebel: Geltwil.Bild: Instagram/nuqz_

Der Aargau hat ein neues Steuerparadies – das sind die Steuerfüsse aller Gemeinden

Oberwil-Lieli war im Kanton Aargau jahrelang die Steueroase. Doch jetzt gibt es einen neuen Spitzenreiter. Geltwil senkte seinen Steuerfuss um sagenhafte 25 Prozentpunkte – und ist damit der grösste Gewinner.
22.01.2020, 17:1823.01.2020, 06:18
Reto Fehr
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Das freut (wohl die meisten) 220 Seelen im Freiamt: An der Gemeindeversammlung von Geltwil im letzten November wurde der Steuerfuss von 75 auf 50 Prozent gesenkt. Dabei lag er vor zehn Jahren noch bei 105 Prozent. Oberwil-Lieli – langjähriger Spitzenreiter – ist mit 57 Prozent nur noch die zweitgünstigste Gemeinde im Kanton.

Geltwils Steuerfuss ist damit rund halb so hoch wie in den Nachbargemeinden – wie ist das möglich? Die Gründe sind gemäss Aargauer Zeitung gute Steuerzahler, wenig Infrastrukturaufgaben und das neue Quartier Reusstalblick. Wer jetzt denkt: «Da will ich hin», dürfte enttäuscht werden. Viel Platz für Neubauten hat es in dem kleinen Ort nicht.

Am anderen Ende der Steuerfüsse steht Schlossrued. Dort liegt der Satz bei 127 Prozent. Das Dorf musste seinen Steuerfuss um vier Prozentpunkte anheben und übernimmt damit die Rote Laterne. Allerdings hat die Erhöhung auch einen Vorteil: Schlossrued erhält im Gegenzug 143'000 Franken Ergänzungsbeiträge vom Kanton.

2019 teilten sich den höchsten Steuerfuss noch Full-Reuenthal, Hendschiken, Kaiserstuhl, Oberhof, Rekingen, Ueken, Wölflinswil und Uerkheim mit je 125 Prozent. Im Schnitt weisen die 210 Aargauer Gemeinden einen Steuerfuss von rund 106 Prozent aus.

Geltwil ist mit der Senkung von 25 Prozentpunkten auch der Gewinner in diesem Jahr. Immerhin konnten 14 weitere Aargauer Gemeinden ihren Steuerfuss auf dieses Jahr hin senken. Die zweitgrösste Senkung erlebt Kaiseraugst: Von 81 auf 75 Prozent.

13 Gemeinden müssen 2020 einen höheren Steuerfuss hinnehmen – allerdings ist dies in fünfen dieser Gemeinden erst provisorisch. Definitiv ist aber die Erhöhung von 10 Prozentpunkten in Dürrenäsch. Hauptgrund dafür ist das Projekt «Schulraum+», welches die Gemeinde rund 11,5 Millionen Franken kosten wird. Besonders bitter: Noch bis 2017 galt Dürrenäsch als Steuerparadies, schon auf das Jahr 2018 musste die Gemeinde den Steuerfuss um zehn Prozentpunkte anheben.

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Miami Greis
22.01.2020 19:06registriert Oktober 2017
In Geltwil wird die Schule geschlossen und in die Nachbargemeinden ausgelagert. Kommen noch ein paar gute Steuerzahler hinzu und schon zahlt man halb soviel wie die Gemeinden welche die Geltwiler Schüler aufgenommen haben. Dort werden die Klassen immer grösser, Schulhäuser müssen aus- und umgebaut werden, die Infrastrukturkosten steigen. Alles wird auswärts konsumiert und natürlich muss man überallhin das Auto nehmen. Föderalismus für 220 Nasen auf Kosten der anderen - Bravo!
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Donald
22.01.2020 18:46registriert Januar 2014
Es stellt sich immer die Frage, ob Wettbewerb in dieser Form Sinn macht...

1. Bei Durchschnittswohnungen und Durchschnittseinkommen gleichen die Mieten die Steuern nicht aus.

2. Warum soll ein Steuerzahler aus Gemeinde A 20 mehr Bezahlen, als der in Nachbargemeinde B?

Ich weiss auch nicht, wie man es anders gestalten könnte. Sodass trotzdem ein Anreiz zum behutsamen Geld ausgeben besteht. Evtl. könnte man die Sätze für die "normalen" Einkommen vereinheitlichen und den Wettbewerb nur in der "oberen" Liga führen... Oder eben Kosten für Infrastruktur besser verteilen.
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Auric
22.01.2020 20:25registriert Juli 2019
Waren die Oberwiler nicht diejenigen die sich von Asylanten frei gekauft haben?
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