Wirtschaft
International

Aus vier mach zwei – Insider rechnen mit Schliessung und Fusion griechischer Banken

Aus vier mach zwei – Insider rechnen mit Schliessung und Fusion griechischer Banken

09.07.2015, 04:05
Mehr «Wirtschaft»

Selbst bei einer Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland könnte Insidern zufolge ein Umbruch in der Bankenbranche anstehen. Möglich ist demnach, dass mehrere der grossen Institute geschlossen und mit stärkeren fusioniert werden.

Griechenland
AbonnierenAbonnieren

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, am Ende könnten von den vier grossen Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank noch zwei bestehen bleiben. Einem zweiten Insider zufolge sind zwar Fusionen von Banken notwendig. Ein Umbau der Branche könne aber über eine längere Zeit hinweg erfolgen.

Andrang vor einer griechischen Bank in Athen.
Andrang vor einer griechischen Bank in Athen.Bild: Petr David Josek/AP/KEYSTONE

Ein Restrukturierung der Branche würde wohl auf heftigen Widerstand bei der Regierung in Athen stossen, denn neben Kosteneinsparungen ist damit auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden.

«Zypern könnte ein Vorbild sein.»

Einer der Insider sagte, falls ein Rettungspaket geschnürt werde, müsse sofort gehandelt werden. «Zypern könnte ein Vorbild sein.» Im Zuge des Reformprogramms für den Inselstaat war eine der zwei grossen Banken dort geschlossen worden.

Die Starken stärken

Der Umbau würde den Insidern zufolge mit einer Stärkung der Kapitaldecke der stärksten Institute beginnen. Danach könnten die Planungen im Detail erarbeitet werden.

Auf den politischen Widerstand angesprochen, auf den solche Schritte treffen würden, sagte einer der Insider, es gebe ein Interesse, weniger Banken zu haben. «Aber ich frage mich, ob das kurzfristig sinnvoll ist.» Ein hochrangiger griechischer Banker sagte zudem, weniger Banken bedeuteten auch weniger Wettbewerb.

Banken derzeit geschlossen

Würden Banken geschlossen, wären dafür die griechischen Behörden verantwortlich. Die Überwachung liegt bei der Europäischen Zentralbank. Beim griechischen Finanzministerium war zunächst keine Stellungnahme zu den Informationen zu erhalten. Die EZB erklärte, ihre Bankenaufsicht beobachte die Lage genau und stehe in ständigem Kontakt mit der griechischen Notenbank.

Bild
Bild: Petros Karadjias/AP/KEYSTONE

Die griechischen Institute sind schwer angeschlagen, weil viele Kunden aus Angst vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone ihre Konten leergeräumt haben. Im Moment sind alle Banken bis mindestens Sonntag geschlossen.

An Geldautomaten können höchstens 60 Euro am Tag abgehoben werden. Die griechische Regierung hofft auf ein drittes Hilfspaket der anderen Euro-Staaten und hat für Donnerstag detaillierte Reformvorschläge angekündigt. (dwi/sda/reu)

EU stellt Griechenland ein Ultimatum – und täglich grüsst das Murmeltier

1 / 20
EU stellt Griechenland ein Ultimatum – und täglich grüsst das Murmeltier
«Deutsche Wirtschaftsnachrichten»: 7. Februar 2015
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nach Zinswende im Juni: EZB tastet Zinsen nicht weiter an
Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen im Euroraum trotz der zuletzt gesunkenen Inflation unverändert. Damit verzichtet die EZB nach ihrer jüngsten Zinssenkung im Juni zunächst darauf, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.

Der Leitzins, zu dem sich Banken Geld bei der Notenbank besorgen können, liegt weiter bei 4,25 Prozent. Das entschied der EZB-Rat in Frankfurt. Der Einlagenzins, den Banken für bei der Notenbank geparkte Gelder erhalten, beträgt unverändert 3,75 Prozent.

Zur Story