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FILE - In this Sept. 13, 2018, file photo, Jeff Bezos, Amazon founder and CEO, speaks at The Economic Club of Washington's Milestone Celebration in Washington. Bezos announced in September that he's dedicating half of his new $2 billion Bezos Day One Fund toward creating schools for children under 5 years old nationwide, which could make him the top philanthropic funder of early education. (AP Photo/Cliff Owen, File)

Statt sich erpressen zu lassen, hat Bezos beschlossen, die Drohungen publik zu machen. Bild: AP/FR170079 AP

Boulevardblatt erpresst Jeff Bezos mit schlüpfrigen Fotos – nun dreht dieser den Spiess um



Amazon-Chef Jeff Bezos hat dem US-Boulevardblatt «National Enquirer» Erpressung mit übelsten Methoden vorgeworfen. In einem Brief vom Donnerstagabend (Ortszeit) erklärte der Unternehmer, das Blatt habe mit der Veröffentlichung intimer Privatfotos von ihm gedroht.

Dies solle geschehen, falls er die von ihm initiierte Untersuchung gegen die Zeitschrift nicht einstelle. Er beschuldigte den Chef des «Enquirer»-Verlags American Media Inc, David Pecker, hinter dem Erpressungsversuch zu stehen. Pecker ist ein guter Bekannter von US-Präsident Donald Trump – und der halte ihn «fälschlicherweise für seinen Feind», schrieb der Eigentümer der «Washington Post» in seinem offenen Brief.

Hintergrund ist Bezos' Trennung von seiner Ehefrau MacKenzie und sein Verhältnis mit einer anderen Frau. Das Ehepaar hatte im vergangenen Monat bekanntgegeben, dass es sich scheiden lassen will. Wenig später machte der «National Enquirer» die Affäre des Amazon-Chefs mit Lauren Sanchez öffentlich und verbreitete dabei unter anderem Textnachrichten und Fotos von ihm.

Publikmachen der Drohungen

Bezos liess nach eigenen Angaben untersuchen, wie das Blatt an dieses Material gelangt war. Er erklärte, Mittelsmänner von Pecker hätten ihn daraufhin aufgefordert, dies zu unterlassen. Man habe ihm gesagt, falls er dies nicht tue, würde der Verleger schlüpfrige Fotos von ihm und seiner Geliebten öffentlich machen.

Statt sich der Erpressung zu beugen, habe er sich aber entschlossen, die Drohungen publik zu machen, schrieb Bezos in dem auf dem Portal «Medium» veröffentlichten Brief.

«Sie sagten, sie hätten mehr Textnachrichten und Fotos, die sie veröffentlichen würden, falls wir unsere Untersuchung nicht einstellen würden», schrieb der Unternehmer. Dazu stellte er E-Mails, die nach seiner Darstellung aus dem Hause von American Media Inc. stammen.

Der 54-jährige Bezos ist der Gründer und Konzernchef des US-Internetriesen Amazon und laut «Forbes» der derzeit reichste Mensch der Welt. Das US-Magazin schätzte sein privates Vermögen zuletzt auf rund 137 Milliarden Dollar.

Fragwürdige Methoden

In this Jan. 31, 2014 photo, David Pecker, Chairman and CEO of American Media, addresses those attending the Shape & Men's Fitness Super Bowl Party in New York. The Aug. 21, 2018 plea deal reached by Donald Trump's former attorney Michael Cohen has laid bare a relationship between the president and Pecker, whose company publishes the National Enquirer. Besides detailing tabloid's involvement in payoffs to porn star Stormy Daniels and Playboy Playmate Karen McDougal to keep quiet about alleged affairs with Trump, court papers showed how David Pecker, a longtime friend of the president, offered to help Trump stave off negative stories during the 2016 campaign. (Marion Curtis via AP)

David Pecker Bild: AP/AP

David Pecker und der «National Enquirer» sorgen immer wieder für Schlagzeilen – auch und gerade im Zusammenhang mit Donald Trump. So veröffentlichte das Trump wohlgesonnene Skandalblatt während des Präsidentschaftswahlkampfs unter anderem das Foto einer vermeintlich vom Tode gezeichneten Hillary Clinton. Der Titel: «Hillary: Noch sechs Monate zu leben.»

Ausserdem spielten Pecker und sein Verlag eine Rolle in der Schweigegeldaffäre um Trump. American Media Inc. (AMI) zahlte dem ehemaligen Playmate Karen McDougal, die behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben, 150'000 US-Dollar für die Rechte an ihrer Geschichte.

Der «National Enquirer» veröffentlichte diese aber nie. Das Blatt soll sich die Rechte vielmehr gesichert haben, um die angebliche Affäre totzuschweigen. Die Methode ist in den USA als «catch and kill» bekannt (zu Deutsch etwa: «fange und vernichte»). AMI gab im Dezember zu, das Geld bezahlt zu haben – bestritt aber das angebliche Ziel dahinter.

Den Arbeitsmethoden des Verlagsimperiums von Pecker hat Bezos nun den Kampf angesagt. «Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung erheben kann, wie viele Leute können es dann?», fragt er in seinem offen Brief.

«Natürlich will ich keine persönlichen Fotos veröffentlicht sehen, aber ich werde auch nicht bei ihren allseits bekannten Erpressungsmethoden mitmachen, bei ihren politischen Gefälligkeiten, politischen Attacken und Korruption.» Er habe sich stattdessen dafür entschieden, den Spiess umzudrehen – und zu «sehen, was dadurch zum Vorschein kommt». (viw/sda/dpa)

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55
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    Alle Leser-Kommentare
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 08.02.2019 18:10
    Highlight Highlight Ich finde Epressung Scheisse und Notabene ist es Strafbar oder?
  • roger.schmid 08.02.2019 16:24
    Highlight Highlight Bezos ist anscheinend nicht der einzige, der von diesem widerlichen Schmierenblatt in Trumps Diensten erpresst wurde. Diese "Zeitschrift " passt wirklich zu Trump..

    Ronan Farrow Says Jeff Bezos Isn't The Only One AMI Tried To Blackmail
    https://www.huffingtonpost.com/entry/ronan-farrow-says-jeff-bezos-isnt-the-only-person-ami-has-tried-to-blackmail_us_5c5d54c4e4b0a502ca347c0c


  • Rim 08.02.2019 12:43
    Highlight Highlight Ob dies für Pecker (NE) welcher von Mueller - für die vergangen "Verbrechen" seines Blatter, mit der Einschränkung, dass keine weiteren begangen werden- Immunität geniesst, "gesund" ist, (und für seinen Freund Trump) wird sich schnell mal weisen. Ich halte diese erneute Erpressung für eine "Verzweiflungstat" von Pecker (Saudis-Trump) gegen die WP und deren Enthüllungen.
  • Bert der Geologe 08.02.2019 11:02
    Highlight Highlight Ein Bild von Bezos in schlüpfrigen Posen verbreitet uns in panischen Schrecken. Es genügt schon die Vorstellung. Schrecken der Bevölkerung ist ein Straftatbestand. Wir sollten Pecker einklagen.
  • dontbelievetheirpropaganda 08.02.2019 10:44
    Highlight Highlight Ich bin nur hier um mich kaputtzulachen über "linke" und "Antikapitalisten" die sich nun für den Abzocker in Chief Jeff Bezzos einsetzen :)
    • Magnum44 08.02.2019 11:45
      Highlight Highlight Du wirst wohl auch nicht den Unterschied zwischen Klima und Wetter nicht sehen.
    • Hierundjetzt 08.02.2019 13:06
      Highlight Highlight Weil nur Kommunisten empathisch sind? Also so Venezuela-Maduro empathisch? Oder doch eher so Molina "ich verdiene 150'000.- und bin arm"-mässig? Und warum ist Bezzos ein "Abzocker" wenn der Mindestlohn in den USA bei 7.50 liegt? Ist es nicht der Staat der den Mindestlohn festlegt?

      Fragen über Fragen
    • Fabio74 08.02.2019 13:06
      Highlight Highlight Typen die sich in ihrem Hass und Frust suhlen sind schon jämmerlich.
      Für dein Weltbimd ist auch Erpressung legitim wenn man nur seine nicht existierende Selbstachtung ausleben kann.
      Menschen mit Bildung verurteilen Straftaten und sehen für alle die gleichen Rechte vor
    Weitere Antworten anzeigen
  • roger.schmid 08.02.2019 10:42
    Highlight Highlight Was Bezos im Bett treibt ist mir komplett egal.
    Dass er in einer Minute mehr "verdient" als ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt in einem gesamten Jahr und gleichzeitig Hungerlöhne zahlt finde ich höchst unmoralisch.
    • Adumdum 08.02.2019 12:43
      Highlight Highlight Ja, Marktwirtschaft ist schon schwer zu ertragen. Besser wenn erfolgreiche Unternehmenagründer ab einem bestimmten Erfolg teilweise enteignet werden.

      Zu Bezos Reichtum: er hat 120 Milliarden. Amazon hat 613,000 Angestellte. Wenn er Bezos sein halbes Vermögen nimmt und auf den Lohn seiner Angestellten auf 10 Jahre verteilt, verdient jede/r $10,000 mehr im Jahr, über 10 Jahre.

      Oder $5 pro Stunde mehr, brutto!

      Dann macht Amazon 6 Mia weniger Gewinn im Jahr, Einbußen von mehr als 50%... Damit sinkt der Wert von Amazon an der Börse dramatisch, Bezos hat plötzlich gar nicht mehr das Geld...
    • roger.schmid 08.02.2019 14:52
      Highlight Highlight Adumdumm, das waren jetzt so viele Denkfehler auf einmal, da reichen die maximalen Buchstaben die im Kommentarfeld zur Verfügung stehen niemals aus um dir das alles zu erklären 😅

      Geh doch noch einmal über die Bücher (nicht die der HSG..). Tipp: das "System" Amazon ist nicht mehr Marktwirtschaft, sondern ein neuer Feudalismus.

    • Adumdum 09.02.2019 10:37
      Highlight Highlight #roger.schmid - dann rechne das doch mal in deiner Version vor? Zahlen brauchen nicht viele Zeichen. Ideologien schon...

      A propos Feudalismus: Substantiv, maskulin [der]
      1.
      auf dem Lehnsrecht aufgebaute Wirtschafts- und Gesellschaftsform, in der alle Herrschaftsfunktionen von der über den Grundbesitz verfügenden aristokratischen Oberschicht ausgeübt werden
      2a.
      System des Lehnswesens im mittelalterlichen Europa

      Verstehe den Zusammenhang nicht. Werden Amazon Arbeiter in Amazon rein geboren? Die Nachbarn die woanders arbeiten Leben in einem anderen Land?? 🤔

      Bitte erläutern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Swan 08.02.2019 09:56
    Highlight Highlight Ich tippe ja auf die Affäre (als Quelle).

    Aber gut, dass er sich nicht erpressen lässt. Seine Frau weiss eh Bescheid und auch wir haben schon mehr erfahren als wir wissen sollten/wollten.
  • pun 08.02.2019 09:34
    Highlight Highlight Immer wieder süss, wenn sich zwei stinkreiche Hardcore-Kapitalisten in der Öffentlichkeit streiten. Da kommt immer so ein kleiner Hauch von Hoffnung auf, dass Marx doch recht hatte und sich der Kapitalismus selbst zerstört.
    • Froggr 08.02.2019 09:41
      Highlight Highlight Wird er nicht ;)
    • Bowell 08.02.2019 09:45
      Highlight Highlight Mindestens 30 Jahre nachdem sich der Kommunismus schon selbstzerstört hat. Na dann, herzliche Gratulation....
    • P. Silie 08.02.2019 09:49
      Highlight Highlight Wishful thinking.. Im Gegensatz zu restlos ALLEN Staaten, die ein anderes System probierten und gradios daran scheiterten, aufersteht der längst totgeglaubte Kapitalismus wieder und wieder... Nein, Kapitalismus ist nicht perfekt, aber zur Zeit das einzige das einigermassen funktioniert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 08.02.2019 09:33
    Highlight Highlight Wenn ich die wäre, würde ich meine Website schnell von Amazon weg zügeln. :)

    Da werden die Späne fliegen, wie vor ein paar Jahren bei Gawker.
  • Pafeld 08.02.2019 09:16
    Highlight Highlight Ein Verlag, der "catch&kill" anwendet, gehört eigentlich sofort dichtgemacht. Denn es verstösst ganz klar gegen die Kernaufgabe, die eine Presseagentur hat. Die Pressefreiheit geht auch mit der Informationspflicht einher. Aber gerade die Teppichetagen von Presseverlagen sehen die Pressefreiheit nur noch als praktisches Vehikel, um sich für Profite um diverse Gesetze zu foutieren.
  • walsi 08.02.2019 09:12
    Highlight Highlight Hätte er keine Affäre, hätte er das Problem nicht. Er hat seine Frau betrogen, aber die Zeitung die das bekannt macht ist das Übel. Ja, tötet den Boten.
    • Shlomo 08.02.2019 09:19
      Highlight Highlight Eine Affäre haben ist im Gegensatz zu Erpressung keine Straftat.
    • dechloisu 08.02.2019 09:24
      Highlight Highlight Ich bin kein Fan von Bezos, aber mit wem er schläft ist seine persönliche Entscheidung.
      Dann von einem Medienunternehmen erpresst zu werden ist unter aller Sau.

      Meiner Meinung nach hat er den richtigen Schritt gemacht.
    • Gubbe 08.02.2019 09:32
      Highlight Highlight Mit dem Boten meinst du sicher die Zeitung, dann gehe ich mit dir einig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans der Dampfer 08.02.2019 09:10
    Highlight Highlight Bezos der Wohltäter und Kämpfer für die Freiheit. Ich lach mich schlapp.
    • JaneSodaBorderless 08.02.2019 10:24
      Highlight Highlight Bin auch kein Fan von Bezos. Und trotzdem ist das Verhalten der Zeitung rechtswidrig und gehört zu recht angeprangert.
  • Butschina 08.02.2019 08:57
    Highlight Highlight Finde ich gut geht er nicht darauf ein. Bevor es veröffentlicht wird muss aber sicher sein wer der Täter ist.
  • Anluma23 08.02.2019 08:50
    Highlight Highlight 'Murica
    • G. Samsa 08.02.2019 10:22
      Highlight Highlight Auf den Kommentar haben alle gewartet.

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