Wirtschaft
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epa07799275 A general view of a classic car graveyard at the Wijnland Auto Museum in Cape Town, South Africa, 28 August 2019. Les Boshoff the owner of the Wijnland Auto Museum founded the business 30 years ago. The museum is the largest collection of classic and vintage cars in South Africa. It has over 4000 vehicles. The museum restores vehicles and often supplies them to the film industry. Included in the museum is a passenger aircraft often used for filming purposes. A large part of the business of the museum is also renting the space for photography. Used also for locations, wedding photography, graduation photography, photography schools there are various uses of the museum for clients wanting an interesting background or set for their images.  EPA/NIC BOTHMA  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Bild: EPA

Interview

«Wir werden alle zwei, drei Jahre eine Rezession haben»

Negativzinsen und volatile Finanzmärkte verunsichern die Menschen. Alles halb so schlimm, sagt Olaf van den Heuvel, Chief Investment Officer des niederländischen Asset Management Aegon. Er erklärt, weshalb Rezessionen ihre Schrecken verloren haben.



In der Schweiz sind Negativzinsen derzeit ein grosses Thema. Wie beurteilen Sie als niederländischer Ökonom diese Situation?
Negative Zinsen sind rund um den Erdball die Million-Dollar-Frage – nur dass es um weit mehr als eine Million Dollar geht. In der Schweiz sind die Zinsen zwar besonders tief, doch es sind globale Faktoren, welche diese Entwicklung treiben.

Nämlich?
Die technische Entwicklung hat es ermöglicht, dass wir heute weltweite Supply Chains haben (Versorgungsketten). Das hat nicht nur die Preise der Konsumgüter gedrückt, sondern auch den Preis des Geldes, den Zins. Dazu kommt, dass in den Industrienationen die Babyboomer-Generation im Begriff ist, in Rente zu gehen.

Weil ihre Altersvorsorge auf Zinseinnahmen angewiesen ist, hat gerade diese Generation grosse Angst vor den Negativzinsen.
Ja, deshalb beginnen die Rentner nun vermehrt zu sparen. Sie haben Angst, dass sie sonst nicht über die Runden kommen. Doch diese Spargelder werden von der Wirtschaft gar nicht gebraucht. Das Angebot an Kapital übersteigt die Nachfrage bei weitem.

Bild

Der Ökonom Olaf van den Heuvel ist Chief Investment Officer bei Aegon Asset Management in Den Haag.

Gleichzeitig sinkt der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung.
Was wiederum dazu führt, dass wir uns von den gängigen Wachstumserwartungen verabschieden müssen. Wir werden alle zwei, drei Jahre eine Rezession haben.

Das tönt gruslig.
Ist es aber nicht. Schauen Sie nach Japan. Dort ist dies bereits der Normalzustand – und die Menschen leben gut damit.

Mit anderen Worten: Rezessionen haben ihren Schrecken verloren?
Genau. Und die Zentralbanken müssen sich daher überlegen, ob es noch Sinn macht, jeden Wirtschaftsabschwung mit einer Senkung der Leitzinsen zu bekämpfen.

In der Schweiz können die Zinsen gar nicht mehr viel weiter sinken. Sie sind bereits bei minus 0,75 Prozent.
Täuschen Sie sich nicht. Ich habe kürzlich eine Studie gelesen, die besagt, dass mehr als 4 Prozent durchaus möglich sind.

Warum gibt es derzeit so viele Spargelder, die gar nicht gebraucht werden?
Weil alle wie verrückt sparen. Gleichzeitig drücken die Zentralbanken mit den tiefen Zinsen noch mehr Geld in die Wirtschaft. Der Anteil der Jungen in der Gesellschaft schrumpft jedoch. Deshalb sehen die Unternehmen keine Möglichkeit, dieses Geld sinnvoll zu investieren, selbst wenn es derzeit praktisch gratis ist.

Was machen die Unternehmen mit ihren Gewinnen? Stopfen sie es in die sprichwörtlichen Matratzen?
Nein, sie kaufen ihre Aktien zurück und verbessern so deren Kurs.

Wenn die Unternehmen nicht investieren, wäre es da nicht an der Zeit, dass die öffentliche Hand aktiv wird?
Mit einem staatlichen Programm in eine ökologische Infrastruktur beispielsweise?
Derzeit besteht diese Notwendigkeit nicht. Wie erwähnt, Rezessionen sind nicht mehr, was sie einst waren. Die Nachfrage künstlich anzukurbeln ist nicht mehr nötig.

Die Aufträge in der Industrie gehen jedoch bedrohlich zurück.
Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit sehr tief. Wer einen Job will, wird derzeit mit grösster Wahrscheinlichkeit auch einen finden. Staatsprogramme wie in den Siebzigerjahren sind daher überflüssig geworden. Heute haben wir ein Problem der Verteilung – und natürlich ein Problem mit dem Klimawandel. Wenn wir eine CO2-Steuer erheben, dann beginnen sich Investitionen in den Umweltschutz zu rechnen.

FILE - In this Thursday, May 16, 2019 photo cars for export and import are stored in front of containers at the harbor in Bremerhaven, Germany. The German economy shrank by 0.1 percent in the second quarter as global trade conflicts and troubles in the auto industry weighed on Europe's largest economy. (AP Photo/Martin Meissner, file)

Auf Halde gebaut! Deutsche Autos warten auf den Export in Bremerhaven. Bild: AP

Was ökologisch sinnvoll ist, macht auch wirtschaftlich Sinn?
Genau. Wenn wir mit Lenkungsabgaben die Wirtschaft so steuern, dass es sich lohnt, in den Umweltschutz zu investieren, dann werden die Unternehmen es auch tun. Geld ist ja im Überfluss vorhanden. Das ist der weit bessere Weg als staatliche Programme.

Sprechen wir nochmals über die Rezession. Deutschland ist in Schwierigkeiten. Früher hätte das in ganz Europa für Angstschweissausbrüche gesorgt. Kann man das heute ignorieren?
Es ist primär die Autoindustrie, die Probleme hat. Sie befindet sich in einem grossen Transformationsprozess. Die Autoindustrie ist für Deutschland sehr wichtig. Gleichzeitig dürfen wir jedoch nicht übersehen, dass es dem deutschen Dienstleistungssektor glänzend geht. Deutschland ist mittlerweile ein sehr reiches Land, und die Arbeitslosigkeit ist tiefer als vor der Krise 2008/2009.

Sind Arbeitsplätze in der Industrie am Verschwinden, so wie einst die Jobs in der Landwirtschaft verschwunden sind?
Ja. Der Industriesektor wird wichtig bleiben, aber immer weniger Menschen werden dort tätig sein. Menschen werden zunehmend sich gegenseitig bedienen.

Schön, aber viele Dienstleistungsjobs sind lausig bezahlt. Wie also soll eine Dienstleistungs-Gesellschaft für genügend Wertschöpfung sorgen?
Dieses Problem zu lösen wird eine der grössten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte werden. Die Menschen im Dienstleistungssektor müssen anständig bezahlt werden. Unsere hochentwickelte Wirtschaft produziert genügend Güter für alle. Es ist bloss eine Frage, wie wir sie vernünftig verteilen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Osci_N 01.10.2019 02:49
    Highlight Highlight Na das Bild passt ja perfekt!
    In Cuba hatten sie seit Amtsantritt Castro's bloss 1 Rezession. Die begann vor über 50 Jahre und dauert weiter an.
    Das Selbe mit der Revolución Bolivariana in Venezuela! Leider übernimmt unser sog. Kapitalismus immer mehr Kommunistische (sorry Keynesianische) Rezepte. Dies führt uns ins Verderben wo der Reichtum einer Politischen Kaste zugespielt wird. Oder wer bekommt das Geld? Die Staaten welche sich verschulden! Danach fliegt uns alles um die Ohren und es heisst, Kapitalismus... pfff dass ich nicht lache
  • Todesstern 30.09.2019 06:40
    Highlight Highlight Kann es sein dass dieser Ökonom keine Ahnung hat von was er labert...?
  • Schneider Alex 30.09.2019 06:07
    Highlight Highlight "Der Wachstumszwang verhindert, dass eine höhere Arbeitsproduktivität in mehr Freizeit umgesetzt wird. Stattdessen braucht es in zunehmendem Ausmass eine Bürokratie, die in der Lage ist, Vollbeschäftigung weiterhin zu garantieren, selbst wenn es sich dabei um Bullshit-Jobs handelt."
    (H. P. Guggenbühl in Infosperber vom 11.8.19 zum Buch von Prof. M. Binswanger: Der Wachstumszwang, Wiley-VCH Verlag. 2019)
  • Alles Gratis 30.09.2019 00:30
    Highlight Highlight Selten so einen Blödsinn gelesen. Die Reichen werden reicher und der Mittelstand und die untere Schicht werden weiter ausbluten. 1% der Weltbevölkerung besitzt über 95% des gesamten Vermögens der Welt. Kauft lieber lokal ein bei Familienbetrieben kleinen KMU's ein und uns geht es allen bald viel besser. Hierzu gerne zwei Beispiele: Zalando lässt zu Niedriglöhnen schuften. Amazon hat 2018 keine Steuern bezahlt.
  • /bin/env bash -c "install_gentoo.sh" 30.09.2019 00:26
    Highlight Highlight "Normalzustand - die Menschen leben gut damit."

    Lässt sich als Millionär natürlich gut behaupten... Ganz ehrlich was zur Hölle soll denn bitte schön heute noch gut sein?!
    Wir leben in einer Gesellschaft in der die Kosten Jahr laufend steigen, in der jeder noch so kleine menschliche Akt aufs erbärmlichste monetarisiert wird, auf einem Planet der gerade bei lebendigem Leibe gekocht wird. Schon komisch verursachen Depressionen und Angststörungen gerade bei jungen Leuten mehr und mehr Probleme, muss wohl alles ein Zufall sein. 🤔
    • Selbst-Verantwortin 30.09.2019 18:55
      Highlight Highlight ...auf meinem iPhone geschrieben in der warmen Wohnung mit vollem Bauch vor der nächsten Ferienreise...
      Ja, ja uns geht es so schlecht 🤦‍♀️🤦‍♂️
      In der Welt sind immer mehr Menschen nicht mehr superarm! Der Fortschritt geht uns allen zu langsam, aber wer behauptet, es sei sooo schlimm, kann keine drei Generationen zurück schauen.
  • Doppelpass 29.09.2019 21:54
    Highlight Highlight Dass das gegenwärtige System am seine Grenzen stösst ist offensichtlich.
    "Die Menschen in den Dienstleistungssektoren müssen anständig bezahlt werden".
    "Wenn wir mit Lenkungsabgaben die Wirtschaft so steuern, dass es sich lohnt, in den Umweltschutz zu investieren, dann werden die Unternehmen es auch tun. Geld ist ja im Überfluss vorhanden."
    Da müssen wir auch nicht warten, bis der letzte Staat das auch noch kapiert. Vorteile werden diejenigen haben, die zuerst damit beginnen.
    Dann los!
  • fools garden 29.09.2019 21:49
    Highlight Highlight Wir brauchen nur aufzuhören das Geld der Bank zu bringen, dann wird sich die Saumode mit den Negativzinsen auch wieder legen.
    • The Destiny // Team Telegram 29.09.2019 22:06
      Highlight Highlight Schön wäre, aber da gibt es leider bereits Gegenmaßnahmen die ergriffen werden könnten.
  • Rainbow Pony 29.09.2019 21:04
    Highlight Highlight Bei allem Respekt vor dem Chefökonom hier, ich teile praktisch keine der Äusserungen. Der Preis des Geldes wurde ja kaum aufgrund heftigen Sparens dermassen gedrückt, wie wir es heute erleben. Die Rentner sparen? Die Rentner haben schon gespart und die jüngere Generation gibt ihr Kapital gerade aufgrund der tiefen Zinsen substantiell ab. Was die Verteilung angeht, so ist das doch kein neues Phänomen! Die Ungleichheit war bis zum 2WK brutal, danach wurde sie minimiert, wonach sie mit dem Neoliberalismus wieder explodiert ist - es sei denn, Staaten fahren Programme zur Umverteilung.
    • The Destiny // Team Telegram 29.09.2019 22:07
      Highlight Highlight Von alt zu jung oder wie?
    • Rainbow Pony 30.09.2019 00:31
      Highlight Highlight Wenn du deine Frage etwas ausformulierst, versuche ich sie dir zu beantworten.
  • Sauäschnörrli 29.09.2019 20:42
    Highlight Highlight „Auf Halde gebaut! Deutsche Autos warten auf den Export in Bremerhaven.“

    Und gezeigt werden Mitsubishi Eclipse und Space Star, Suzuki Ignis und Jimny, ein paar Ford Ranger und ein einsamer VW Crafter.
    • joevanbeeck 30.09.2019 02:03
      Highlight Highlight Der Chief Investment Officer wird ja kaum Watson Bild-Redaktor sein, etwas nachdenken würde helfen, gilt auch für die Herzileins.
    • Schlumpfinchen 30.09.2019 08:22
      Highlight Highlight @joevanbeek hauptsache den anderen sagen er soll nachdenken, während man selbst Blödsinn schreibt. Nimm deinen Ratschlag selbst zu Herzen.
      Nur so als Info: das mit den Autos ist die Bildunterschrift und Sauschnörrli kritisiert damit die Bildauswahl und den nicht ganz passenden Untertitel. Das alles hat mit dem Interviewten gar nichts zu tun.
  • ströfzgi 29.09.2019 19:32
    Highlight Highlight "Wenn die Unternehmen nicht investieren, wäre es da nicht an der Zeit, dass die öffentliche Hand aktiv wird?"

    Bitte nicht und bitte ja. Nur WENN dann global. Bringt ja nichts wenn wir zb online shops höher besteuern würden (weil die Verkäuferin wegrationalisiert wurde) und gleichzeitig Amazon steuerlich anlocken und dort wieder Steuern verlieren.

    Und plötzlich reden wir nicht mehr über Europa, sondern über Global - das Thema von morgen.

    Gutes Thema gewählt, Mr. Löpfe. Mehr von! 😘
  • Fairness 29.09.2019 19:30
    Highlight Highlight Lenkungsabgaben sind aber sicher nich dazu da, due Unternehmen zu subventionieren. Die sollen gefälligst ihre viel zu hohen Profite dazu verwenden. Können sie halt weniger Boni und Dividenden zahlen, keine Aktienrückkäufe usw.
    • Platon 29.09.2019 21:54
      Highlight Highlight @Fairness
      Wo steht etwas von Subventionen? Nirgends! Das wird mit Lenkungsabgaben auch nicht gemacht.
  • _kokolorix 29.09.2019 19:18
    Highlight Highlight Dieser Ökonom kommt mir sehr überheblich vor. Er klammert jegliche politischen Prozesse aus. Dabei sind die grossen Firmen dabei ihre immensen Gewinne in die Verhinderung griffiger CO₂ Gesetze zu investieren. Wie alle anderen auch, scheuen die mächtigen Konzernbosse Veränderungen. Schliesslich sind sie im bestehenden System reich und mächtig geworden darum versuchen sie den Stats Quo aufrecht zu erhalten. Sie setzen gezielt Lobbyisten ein und schrecken auch vor plumper Korruption nicht zurück. Dazu werden die Rechtspopulisten unterstützt, weil diese mit Geld (noch) leicht zu beeinflussen sind
    • TheManoure 29.09.2019 20:21
      Highlight Highlight Der politische Prozess ist ja auch weder die Aufgabe noch der Expertenbereich von Ökonomen. Ein Ökonom sammelt und analysiert Daten und stellt, mit Kommentaren, die Ergebnisse vor. Diese stehen nun der Öffentlichkeit und insbesondere der Politik zur Verfügung um die Wirkungen ihrer Entscheidungen besser abschätzen zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Diese sachliche Nüchternheit mag aber auf den einen oder anderen arrogant wirken.
    • Kanischti 29.09.2019 20:25
      Highlight Highlight Er klammert die politischen prozesse nicht aus. Die lenkungsabgaben, von denen er spricht, werden ja von der regierung erhoben.
      Er wehrt sich nur gegen staatlich erzwungene programme. Verbote. Auflagen. Beschränkungen.
    • _kokolorix 29.09.2019 21:53
      Highlight Highlight Wirtschaft und Politik sind hochgradig verzahnt und nicht voneinander unabhängig zu betrachten. Von daher erwarte ich von einem Ökonomen schon, dass er sich damit auseinandersetzt und diese Wechselwirkung berücksichtigt.
      Was geschieht denn, wenn sich die Wirtschaftslobby weiterhin durchsetzt und wir keine nennenswerte CO₂ Steuer einführen? Das ist nämlich im Moment der Stand der Dinge. Dann werden die nächsten Jahrzehnte weiterhin die Firmen subventioniert welche rücksichtslos die Erde und ihre Biosphäre ausbeuten und all die schönen, von ihm angekündigten, Marktmechanismen versagen
  • Der Rückbauer 29.09.2019 19:11
    Highlight Highlight Solche Plapperi gibt es an jeder Ecke in Europa. - Die USA können es einfach besser, die hatte noch nie Strafzinsen, obwohl Trump immer auf die FED haut. - Der Euro ruiniert Europa. Und wenn er sagt, Japan hätte das schon lange: Stimmt, da hat er recht. Und wenn er sagt, wir würden japanische Verhältnisse kriegen: Nein, danke. Die Japaner sind Soldaten, keine Bürger. 8m2 Wohnfläche pro Person. Und immer Achtung-Steht, auch vor den Tepco-Managern/Fukushima.
    Rezession? Seit Jahren prognostiziert. Keine Spur davon. Nur um den Bürger zu enteignen. Aber wenn, dann wehe!
    • neutrino 30.09.2019 00:19
      Highlight Highlight @Rückbauer: ich habe fast 10 Jahre in Japan gelebt, meine Erfahrung war eine andere: stagnierende Wirtschaft, stagnierende Löhne, kein Wachstum, viele Alte, etc..aber: das mit den 8m2 stimmt nicht mal in Tokyo. Und in Städten wie Sapporo (1Mio Einwohner) gibt's viel Wohnraum sehr günstig. Zudem: der soziale Zusammenhal ist in Japan sehr ausgeprägt - kaum Alltagskriminalität, etc. Aber worauf stützt denn du deine Aussagen? Wann und wie lange hast du in Japan gelebt?
    • Der Rückbauer 30.09.2019 08:28
      Highlight Highlight Neutrino: Nein, war ich noch nie, wir haben aber eine eingeheiratete Japanerin in der Familie. - Natürlich sind die sozialen und kulturellen ("soziopolitischen") Unterschiede enorm. Und die ökonomischen auch. "Japaner sind Soldaten, keine Bürger": Kollektivismus vs. Individualismus. Zentralismus vs. Föderalismus. Nimm den 2. Weltkrieg als Beispiel.
      Schau nach Hong Kong!
      Japanische Verhältnisse im Lande der Individualisten? Nein, danke.
  • Markus97 29.09.2019 18:26
    Highlight Highlight Vielleicht reguliert sich die Wirtschaft tatsächlich selbst, und ist einfach an eine Wachstumsgrenze gestossen...
    • Auric 29.09.2019 19:11
      Highlight Highlight Nein, keine Wachstumsgrenze, da git es noch ganz viel zu wachsen, in der zweiten und dritten Welt zu dem alten vom Club of Rome verteufelten "mehr" und bei uns zu dem komplett ignorierten "besser"

      Da die Globale Situation in jeder erdenklichen Beziehung besser wird (Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Kinder pro Frau, und auch die Tierwelt erfreut sich einem global greening der Pflanzenwelt (dank gestiegenem CO2 Pegel). Es geht es der Welt tatsächlich besser.
      Und für diese ketzerische Aussage werde ich von den Misanthropen natürlich gesteinigt.
    • Cremetörtchen 29.09.2019 19:43
      Highlight Highlight Die (deutsche) Wirtschaft reguliert sich nicht selbst. In den letzten fünfzehn Jahren sind die Löhne in Deutschland gerade mal um 1% gestiegen. Deuschland exportiert derzeit noch aber die inländisch flächendeckende Kaufkraft ist wirklich gering und die Exportabhängigkeit gross.

      Der Mindestlohn müsste eigentlich schon längst bei 14. Euro liegen damit die heimische Wirtschaft davon profitiert. Aber vielleicht liegt es ja in der menschlichen Natur Systeme bis zu Kollaps zu beanspruchen.

      Zumindest warnen immer mehr Ökonomen vor dem dezeitigen Ungleichgewicht. Und das macht mir Angst...

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