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Analyse zur Wahl 15: Umweltschützer leben heute in der Stadt

Der Gartenzweg erobert die Städte.
Der Gartenzweg erobert die Städte.
Bild: EPA/DPA
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Der moderne Umweltschützer lebt in der Stadt

Die Nationalratswahlen zeigen: In der Schweiz hat ein Paradigmen-Wechsel stattgefunden. Umweltbewusstsein und ökologisches Denken sind heute Eigenschaften des urbanen Menschen geworden.
19.10.2015, 15:5109.11.2015, 13:53
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Auf dem Höhepunkt des Waldsterbens in den Achtzigerjahren gab es einen Autoaufkleber mit dem Spruch: «Mein Auto fährt auch ohne Wald.» Damit wollten ein die Anhänger der Autopartei ihren Humor unter Beweis stellen und sich über die «grünen Öko-Faschisten» lustig machen.  

Die SVP wehrt sich am vehementesten gegen die Energiewende

Die Autopartei ist längst von der SVP aufgesogen worden. Das Gedankengut lebt weiter, vor allem auf dem Land. In der Postkarten-Schweiz ist das Motto «freie Fahrt für freie Bürger» nach wie vor stammtischfähig. Auf dem Land hat der prophezeite Rechtsrutsch denn auch stattgefunden. Die SVP legte zu, die Partei also, die sich am vehementesten gegen die Energiewende stemmt. Sie befindet sich nach wie vor im «Mein Auto fährt auch ohne Wald»-Modus.  

Den Slogan: «Mein Auto fährt auch ohne Wald» können wir uns nicht mehr leisten.

Diesen Modus können wir uns nicht mehr leisten. Die Klimaerwärmung ist nicht nur da und von Menschenhand verursacht, sie ist auch die grösste Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Das verkünden heute nicht mehr bloss Umweltaktivisten, sondern auch mächtige Banker wie Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England. Pensionskassen stossen Aktien von Erdölkonzernen ab, Banken hinterfragen Kredite an Kohlenunternehmen und wer reich und umweltbewusst ist, hat seine deutsche Premiumkarosse gegen einen Tesla eingetauscht.

Die letzten 10'000 Jahre waren klimamässig paradiesisch

Wissenschaftler wissen derweil immer genauer über das Klima Bescheid. So weist beispielsweise Johan Rockstrom vom Resilienc Center in Stockholm in seinem Buch «Big World, Small Planet» nach, dass die für die Menschen so geeigneten Temperaturen der letzten 10'000 Jahre auf dem Planeten gleichzeitig ein Glücks- und ein Ausnahmefall waren.

Umweltschutz ist kein Hobby von Naturfreunden mehr.

Dieser Zustand ist wegen der Klimaerwärmung akut bedroht. Umweltschutz ist längst kein Hobby von Naturfreunden mehr. Auch wenn es pathetisch tönen mag: Es geht um das Überleben der Menschheit. In den Städten ist diese Botschaft angekommen, auf dem Land nicht.

In den letzten Jahrzehnten ist es deshalb zu einem erstaunlichen Paradigma-Wechsel gekommen. Einst zogen die Hippies in verlasse Tessiner und Bündner Täler, um dort ein naturnahes Leben führen zu können. Heute setzen sich die Städter für eine 2000-Watt-Gesellschaft und mehr Velowege ein. Der moderne Umweltschützer ist ein urbaner Mensch geworden.

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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M2020
19.10.2015 18:43registriert Juni 2015
Nun, auch ich leiste meinen Beitrag zum Umweltschutz nach bestem Wissen und Gewissen. Jedoch hinterfrage ich manchmal meinen Beitrag angesichts der unfassbaren Umweltverschmutzung von beispielsweise China oder Indien, welche Unmengen von Schadstoffen ins Wasser kippen und in die Luft lassen.
Rettet mein mehrfacher Gebrauch meiner Stoffeinkaufstasche wirklich die Welt? Manchmal fühlt man sich doch etwas machtlos.
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Aus dem Abwassermonitoring des Bundes geht hervor, wo wie viel Crack konsumiert wird: An erster Stelle taucht dabei die Stadt Lausanne auf, vor Chur, Schwyz und Zürich. Besorgt von dieser Entwicklung, ruft die eidgenössische Suchtkommission nun in einem «dringenden Aufruf» zu einem umstrittenen Schritt auf, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt: Der Staat selber soll den Schwerstsüchtigen Kokain abgeben, und dies «je rascher, desto besser», wie Christian Schneider, Vizepräsident der Kommission, sagte. Bei den Städten stösst diese Forderung auf offene Ohren. Sie prüfen hinter den Kulissen bereits, wie man eine solche Abgabe aufgleisen und umsetzen könnte. Und sie denken auch bereits einen Schritt weiter: Sie haben ihren Fachleuten den Auftrag gegeben, sich Gedanken über Pilotversuche für eine breitere Regulierung von Kokain zu machen, sodass allenfalls auch sogenannte Freizeitkonsumenten ihren Stoff auf legalem Weg beschaffen könnten.

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