DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

bild: shutterstock

MoneyTalks

Das sind die Vorteile und Risiken beim Anlegen in Start-ups

Die Schweiz hat eine blühende Start-up-Szene. Möglichkeiten zum Anlegen stehen nicht nur professionellen Investorinnen und Investoren offen, sondern immer mehr auch uns allen. Wie du das anpackst und was du darüber wissen solltest.

Olga Miler
Olga Miler



Immer wieder poppen sie auf, die verschiedenen Ankündigungen in sozialen Medien und Newsletters: Start-up schliesst Finanzierungsrunde, grosse Wachstumspläne.

Die Schweiz ist gemäss der World Intellectual Property Organization (WPO) das führende Innovationsland und wird auch regelmässig auf verschiedenen Blogs und Listen als eines der besten Länder für Startups aufgeführt. So gibt es hier neben verschiedenen Vorteilen wie politische Stabilität, Know-How und Förderprogrammen ein gut organisiertes Ecosystem. Ende Juni trafen sich z.B. an den jährlichen «Start-up Days» in Bern über 600 Investoren, Gründer, Unternehmen, Medienvertreter und Coaches zum Wissensaustausch.

Auch bei den Investitionen tut sich viel. Gemäss dem Swiss Venture Capital Report 2021 haben sich die Investitionen in Start-ups auch in Coronazeiten robust gezeigt, in 304 Runden wurden letztes Jahr über 2,1 Milliarden Franken investiert. Gewinner-Sektor war Biotech mit einem Zuwachs an Investitionen von +31,3%. ICT (Information and Communication Technologies) inkl. Fintech dagegen konnten die hohen Total-Invesitionssummen des Vorjahres nicht halten, da grosse Finanzierungsrunden fehlten, jedoch stieg auch hier die Anzahl der Finanzierungsrunden. 80 der gesamt 304 Investitionsrunden entfielen auf den Swiss ICT Investor Club (SICTIC) welcher mit über 400 InvestorInnen zu einem der führenden Investor-Netzwerke in Europa gehört.

Mehr Möglichkeiten für KleinanlegerInnen

Neben etablierten Netzwerken und spezialisierten Anlegern gibt es immer mehr Möglichkeiten, auch mit kleineren Beträgen in Start-ups zu investieren. Aktuelles Beispiel: Challenger-Bank Neon, welche im Juni nach einer abgeschlossenen Investorenrunde zusätzlich mittels Crowdfunding auch ihre KundInnen als InvestorInnen begeistern konnten. Ausgegeben wurden stimmrechtlose, tokenisierte Aktien, sogenannte Partizipationsscheine. Innerhalb von einer Stunde kamen so 5 Millionen Franken zusammen. Im Schnitt hat ein(e) UnterstützerIn ca. 2’900 Franken investiert.

Mittels Crowdfunding/-lending/-donating können alle von uns an Projekten teilhaben oder diese unterstützen. Daten des Crowdfunding Monitors 2021 der Hochschule Luzern zeigen: In der Schweiz wurden im Jahr 2020 606 Millionen Franken vermittelt und etwa 270'000 Personen haben ein Crowdfunding-Projekt unterstützt. Den grössten Zuwachs mit +82% verzeichneten die Bereiche Crowdsupporting / Crowddonnating. Gegenwärtig haben wir in der Schweiz ca. 38 verschiedene Crowdfunding-Plattformen, somit eine breite Auswahl an Tools und Möglichkeiten.

Chancen und Risiken beim Anlegen in Start-ups

Eine Investition in einen Start-up kann Leidenschaft, Spekulation aber auch langfristige Wertanlage sein, birgt aber auch entsprechende Risiken. Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile.

Vorteile:

Nachteile:

Wie du auch kleinere Beträgen investieren kannst

1. Startups selber aussuchen und anfragen. Spannende Möglichkeiten entdeckst du z.B. über:·

2. Crowdfunding-Plattformen: Eine Übersicht der verschiedenen Plattformen findest du im Crowdfunding Monitor

3. Investoren-Netzwerk beitreten, z.B. sictic.ch, businessangels.ch, angelinvestmentnetwork.ch, startangels.ch

4. Bei einer Organisation, die GründerInnen unterstützt, mitarbeiten z.B. bei einem «Accelerator» oder einer Organisation wie innosuisse.ch oder digitalswitzerland.ch. Weitere Möglichkeiten sind, sich als Advisory Board Member / Board Member zu bewerben, eine Matching-Platform dafür ist z.B. boardmatching.ch oder in einem der verschiedenen Innovationsparks der ETH, EPFL oder der verschiedenen Universitäten anschliessen.

5. Im eigenen Unternehmen, viele grössere Unternehmen sind stark in Innovationsförderung involviert durch Accelerator-Programme, Innovationslabore und Wettbewerbe. Hier kannst du dich als Angestellte/r vielleicht nicht mit Geld beteiligen, aber dein Engagement oder deine Erfahrung einbringen.

Wie ihr seht, die Anlage in ein Start-up kann genauso spannend sein wie selber eines zu gründen, ist aber mit Zeitaufwand und Risiken verbunden. Möglichkeiten gibt es neben Geld auch viele weitere wie Coaching oder aktive Mitarbeit. Wie ist es mit euch? Engagiert ihr euch für Innovation und Unternehmertum, und wenn ja wie und was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Crowdfunding soll Obdachlosen eine Ausbildung finanzieren

Video: srf/Roberto Krone

Byton – der Tesla-Herausforderer aus China

1 / 17
Byton – der Tesla-Herausforderer aus China
quelle: byton
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
olga miler, frauen und geld, blog, watson

bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

So stehen die Chancen einer Viertage-Woche in der Schweiz

Island hat die viertägige Arbeitswoche eingeführt, internationale Firmen testen sie, doch in der Schweiz bleibt sie scheinbar utopisch. Ein Wirtschaftsexperte sagt, wer den ersten Schritt machen sollte.

Vier Tage pro Woche arbeiten, Vollzeit bezahlt werden: Island führt nun die Viertage-Woche ein, nachdem ein Experiment den positiven Effekt des Modells untermauert hat. Gleiche Produktivität in kürzerer Zeit – eigentlich ein perfekter Match für die wirtschaftsorientierte Schweiz. Warum fasst das Modell hierzulande nicht Fuss?

Schweizer Arbeitgebende bieten die Viertage-Woche kaum an. Eine Ausnahme ist das Grafikunternehmen Büro a+o in Aarau. Sie hätten das Modell im Jahr 2017 eingeführt, …

Artikel lesen
Link zum Artikel