Wirtschaft
Luftfahrt

Airbus will Kosten in Rüstungssparte senken – Stellenabbau droht

Airbus will Kosten in Rüstungssparte senken – Stellenabbau droht

18.12.2019, 03:0618.12.2019, 03:06

Beim europäischen Flugzeugbauer Airbus droht ein Stellenabbau in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte. Airbus Defence and Space habe «den Dialog mit Arbeitnehmervertretern aufgenommen, um mögliche Massnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur (...) zu besprechen.»

epa07958213 The Airbus A320neo aircraft takes off for its first flight from the airport of Toulouse-Blagnac, southern France, 25 September 2014 (reissued 29 October 2019). According to media reports 2 ...
Bild: EPA

Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. «Wir können dabei nichts ausschliessen», sagte ein Airbus-Sprecher auf die Frage nach einem möglichen Stellenabbau. Zunächst werde mit dem Europäischen Betriebsrat gesprochen. Die Sparte habe «in den vergangenen drei Jahren mit unerwartetem Gegenwind zu kämpfen», begründete Spartenchef Dirk Hoke den Sparkurs.

«All dies hat uns in die aussergewöhnliche Lage gebracht, dass unsere kurzfristige Perspektive einerseits so kritisch ist wie nie zuvor und einen entscheidenden Turnaround erfordert.»

Diese Entwicklung schlage sich im Auftragseingang, in der Gesamtleistung und im operativen Gewinn nieder und könne nicht mehr durch die laufenden Einsparungen wettgemacht werden.

Schleppendes Raumfahrt-Geschäft

Bei Airbus Defence and Space arbeiten derzeit rund 34'000 der konzernweit 134'000 Mitarbeiter. In der Rüstungssparte hatten sich Aufträge immer wieder verschoben. «Dieser mangelnde Auftragseingang zehrt unseren Auftragsbestand nach und nach auf», schrieb Hoke in einem Reuters vorliegenden Brief an die Belegschaft. Der Streit um das Militär-Transportflugzeug A400M und der Ausfuhrstopp nach Saudi-Arabien belasten die Airbus-Sparte ebenfalls. Das zyklische Raumfahrt-Geschäft läuft schleppend.

«Die Geschäftsperspektiven unserer zentralen Geschäftsfelder wie Kampf- und Tankflugzeuge, Drohnen, Connected Intelligence und auch Space Systems sind äusserst vielversprechend.»

«All dies hat uns in die aussergewöhnliche Lage gebracht, dass unsere kurzfristige Perspektive einerseits so kritisch ist wie nie zuvor und einen entscheidenden Turnaround erfordert», schrieb Hoke an die Mitarbeiter. Airbus müsse «robuste Massnahmen» ergreifen. «Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um das Blatt zu werden.»

Langfristig seien die Aussichten aber so gut wie noch nie, erklärte der Spartenchef. «Die Geschäftsperspektiven unserer zentralen Geschäftsfelder wie Kampf- und Tankflugzeuge, Drohnen, Connected Intelligence und auch Space Systems sind äusserst vielversprechend.» (sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das ist der A380
1 / 22
Das ist der A380
Das Aus für den Riesenjet: Airbus wird den A380 nicht mehr produzieren.
quelle: ap/ap / kamran jebreili
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Airbus stellt Produktion des A380 ein
Video: srf
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Trumps Börsengeschäfte – anrüchig und lukrativ
Donald Trump hat in den ersten drei Monaten des Jahres Börsengeschäfte in Millionenhöhe getätigt, wie die US-Ethikbehörde vermeldet. Pikant: Der US-Präsident investiert auch in Unternehmen, die von seiner Regierung profitieren.
Der US-Präsident – offizielles Jahresgehalt 400'000 Dollar – darf Wertpapiere besitzen, kaufen und veräussern, muss seine privaten Transaktionen gegenüber dem Staat aber offenlegen. Die Verfassung der Vereinigten Staaten verbietet ihm Börsengeschäfte nicht, wohl aber Insidergeschäfte. Der gegenwärtige Amtsinhaber Donald Trump und sein Umfeld sind schon mehrfach verdächtigt worden, solche verbotenen Geschäfte getätigt zu haben – bis jetzt jedoch ohne offizielle Anklageerhebung und ohne hieb- und stichfesten Beweis.
Zur Story