Wirtschaft
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In this photo taken on Thursday, Nov. 13, 2014, Russian President Vladimir Putin gestures during an interview with German ARD television broadcast in Russian Far Eastern port of Vladivostok, Russia. Putin has warned that Western sanctions against his country could backfire. Speaking in an interview with German ARD television broadcast, Putin said that cutting Russian access to capital markets would hurt Western exports. (AP Photo/RIA-Novosti, Mikhail Klimentyev, Presidential Press Service)

Wladimir Putin im ARD-Interview. Bild: AP/RIA Novosti Kremlin Press Service

Kräftemessen im Osten

Warum die Krise in der Ukraine nicht der Anfang eines neuen Kalten Krieges ist und wir trotzdem Angst vor Putin haben sollten

Der Kalte Krieg war ein Kräftemessen zwischen der UdSSR und den USA, zwei Supermächten. Putin hingegen kämpft um das Ansehen der sich im Niedergang befindlichen Regionalmacht Russland. Gerade das macht ihn so gefährlich.



Am 25-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer warnte Michail Gorbatschow den Westen eindringlich vor einem neuen Kalten Krieg. Der G-20-Gipfel vom vergangenen Wochenende in Brisbane scheint dem ehemaligen Vorsitzenden der KPdSU Recht zu geben: Der russische Präsident Wladimir Putin liess Kriegsschiffe vor Australien auffahren, führte sich wie ein trotziger Teenager auf, reiste vorzeitig ab und machte damit allen klar, dass das Klima zwischen Russland und dem Westen so eisig ist wie schon lange nicht mehr. 

BERLIN, GERMANY - NOVEMBER 10: In this photo provided by the German Government Press Office (BPA) German Chancellor Angela Merkel (R) meets with former President of the Soviet Union Mikhail Gorbachev at the Chancellery on November 10, 2014 in in Berlin, Germany.  (Photo by Sandra Steins/Bundesregierung via Getty Images)

Michail Gorbatschow mit Angela Merkel in Berlin Bild: Getty Images Europe

Trotzdem stimmt Gorbatschows Diagnose nicht. Was wir heute erleben, ist ein gefährlicher regionaler Konflikt, aber kein Kräftemessen zwischen zwei Supermächten. «Der Kalte Krieg war ein globales Ringen zwischen zwei verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Systemen», schreibt Philip Stephens in der «Financial Times». «Jahrzehntelang lebte die Welt im Schatten einer möglichen gegenseitigen atomaren Selbstzerstörung. 1989 hat der Kommunismus verloren. Es gibt kein Zurück.» 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sowjetunion attraktiv

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Gespenst des Kommunismus einmal mehr in Europa um. Auch im Westen waren Gewerkschaften stark und kommunistische Parteien einflussreich. Stalin und seine Nachfolger glänzten zudem – zumindest statistisch – mit hohen Wachstumszahlen der Wirtschaft und technischen Erfolgen im Weltall.

All dies machte die Sowjetunion attraktiv und nachahmenswert. Die KPdSU finanzierte Bruderparteien in aller Welt, und in der Dritten Welt lieferten sich von der Sowjetunion unterstützte Guerilla-Armeen blutige Stellvertreterkriege mit von den USA gesponserten Widersachern.

Wer nachgibt, hat verloren 

Heute hat der sowjetische Kommunismus null Sexappeal. Putin kämpft nicht für eine alternative Gesellschaftsordnung, er kämpft um Respekt und Einfluss seines Heimatlandes. Nicht Ideologie bestimmt sein Handeln, sondern nacktes Streben nach Macht. 

Die russische Journalistin Masha Gessen beschreibt in ihrer Putin-Biographie «Der Mann ohne Gesicht» seine Jugend im Leningrad der Nachkriegszeit (heute wieder St. Petersburg). Es war alles andere als eine heile Welt. Putins Eltern wohnten in einer kargen, halb verfallenen Wohnung, er besuchte keinen Montessori-Kindergarten, sondern musste sich mit Prügeleien auf der Strasse Respekt verschaffen. Die Logik der Jugendgangs scheint er auf seine Politik übertragen zu haben: Wer nachgibt, hat verloren. 

Pro-Russian gunmen sit in the back of a vehicle mounted with a machine gun in the center of eastern Ukrainian city of Donetsk, on November 17, 2014.  Seven Ukrainian soldiers and three police officers were killed in eastern Ukraine in the past 24 hours, security officials in Kiev. AFP PHOTO/MENAHEM KAHANA

Pro-russische Rebellen in der Ostukraine Bild: AFP

Im Ukraine-Konflikt setzt Putin darauf, dass der Westen zu weich ist, um ihm die Stirn zu bieten. Der intellektuelle Zögerer Obama und Mama Merkel würden nach heftigem Protestgeheul schliesslich nachgeben, lautet sein Kalkül. Bisher ist es nicht aufgegangen. Im Gegenteil: Putins völkerrechtswidrige Annexion der Krim und seine inzwischen offene Unterstützung der Rebellen in der Ostukraine hat dazu geführt, dass der Westen überraschend geeint auftritt und immer härtere Sanktionen gegen Russland verhängt. 

Russland braucht einen Ölpreis von 110 Dollar pro Fass

Die Sanktionen scheinen Wirkung zu zeigen: Russlands Wirtschaft stagniert und der Rubel befindet sich im freien Fall. Erschwerend kommt hinzu, dass der Ölpreis deutlich unter 80 Dollar pro Fass gesunken ist. Experten gehen davon aus, dass Russland als «Tankstelle der Welt» einen Ölpreis von mindestens 110 Dollar pro Fass braucht, um sein Staatsbudget im Lot zu halten. Zudem ist die Ölindustrie auf westliches Know How angewiesen, um die grossen Reserven anzuzapfen, die in der Arktis vermutet werden. 

Heisst dies, dass Putin im Ukraine-Konflikt bald einlenken wird? Keineswegs. Russland hat vorläufig noch genügend Devisenreserven, um über die Runden zu kommen, und die russische Bevölkerung steht hinter Putin. Sie fühlt sich vom Westen gedemütigt und sinnt auf Revanche. Wie ihr Präsident empfinden sie den Kollaps der Sowjetunion als geopolitische Katastrophe, die es zu korrigieren gilt. 

«Herr Putin respektiert nur, wer bereit ist, ihm die Stirne zu bieten.» 

Philip Stephens, Financial Times

Auch wenn es kein neuer Kalter Krieg ist: Der Konflikt zwischen Russland und dem Westens ist brandgefährlich, wahrscheinlich viel gefährlicher als die Auseinandersetzung mit den fanatischen Fundamentalisten des IS. Putin mag sich bisher strategisch verzockt haben. Der Abschuss des malaysischen Flugzeugs war eine katastrophale Fehlleistung, seine Einschätzung von Angela Merkel ein gewaltiger Irrtum. 

Doch einlenken dürfte er noch lange nicht. «Wer glaubt, die Ukraine-Krise wäre rasch auf diplomatischem Weg zu lösen, lügt sich selbst an», stellt Stephens fest. «Ebenfalls irrt sich, wer glaubt, Moskau sei zu Kompromissen bereit. Herr Putin respektiert nur, wer bereit ist, ihm die Stirne zu bieten.» 

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shlomo 19.11.2014 14:48
    Highlight Highlight Es ist schon spannend. Als es die UDSSR noch gab verwünschten die Rechten alle Linken ins kommunistische Russland. Heute jedoch wo Russland eher einem faschistischem Staat gleicht bejubeln die selben Leute deren "Führer".
  • halbblutprinz 18.11.2014 12:29
    Highlight Highlight Wo ist die überschrift Falschmeldung?!!
    Watson ist super für unterhaltung aber keineswegs für Neutrale berichterstattung!
    Schade
  • Romeo 18.11.2014 09:07
    Highlight Highlight Die Macht der Medien. Infos werden gegeben. Das Puzzle muss man selber mittels Denkprozess selber erledigen.
  • Manuel 18.11.2014 02:56
    Highlight Highlight (Teil3, da nur 600 Zeichen erlaubt sind)

    Wo bleiben die Fakten in diesem Bericht? Ich kann doch nicht der einzige sein, der sich eine seriöse und differenzierte Berichterstattung wünscht.

    Ich bin weder auf der "Seite" des Westens, noch auf der Russlands. Jedoch wäre es Wünschenswert, wenn wenigstens eine Zeitung in der Schweiz objektiv berichten würde. Es muss doch das Ziel jedes Journalisten sein, ein investigatives Werk herauszubringen.

    Angehängt ist ein Youtube-Video der "Anstalt" (eine politisch satirische Sendung) über das Verhältnis von Medien und Lobby-Organisationen.

    Manuel
    Play Icon
    • Romeo 18.11.2014 09:05
      Highlight Highlight http://www.philips.it/c-p/HD8750_11/-
    • quark 18.11.2014 11:23
      Highlight Highlight Was genau ist ein "investigatives Werk" ? Wie tief muss es gehen und wie umfangreich soll es sein damit es für alle verständlich ist und nicht Einschläfernd wirkt?
      "Anstalt" tolle Sendung finde ich. Ist aber auch immer in der Kritik (Einseitigkeit, Polemisch, ...). Man kann es eben nie allen Recht machen und die echte Wahrheit in der Politik hinkt doch immer Jahrzehnte hintennach.
    • Manuel 18.11.2014 17:32
      Highlight Highlight Ich erwarte einfach ein minimum an Neutralität. Zudem sollte ein Artikel einen Mehrwert bieten und nicht aufgewärmte Brühe eines anderen Artikels sein.

      Es sollten genug Informationen (und Fakten!) vorhanden sein, damit man sich eine eigene Meinung bilden kann. Kann man von diesem Artikel leider nicht behaupten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Manuel 18.11.2014 02:44
    Highlight Highlight (Teil2, da nur 600 Zeichen erlaubt sind)

    Zitat aus dem Artikel:

    "Der russische Präsident Wladimir Putin .... führte sich wie ein trotziger Teenager auf, reiste vorzeitig ab und machte damit allen klar, dass das Klima zwischen Russland und dem Westen so eisig ist wie schon lange nicht mehr. "

    "...führte sich wie ein trotziger Teenager auf" - Wenn das mal nicht seriöse und objektive Berichterstattung ist.

    Weiter wird vom Autor im zweiten Teil des Zitats unterschwellig Russland (bzw Putin) die Schuld am Konflikt gegeben.

    • Romeo 18.11.2014 22:55
      Highlight Highlight An lalasambala. Immer gerne lese ich Ihre Kommentare. Kooperation oder Kompetition ? Vereinbar mit "survival of the fittest" ? Es gibt da einige innovative Ideen welche eine neue Zeit einläuten könnten oder müssten. Gewisse Grundbedingungen unserer Gesellschaft müssen im Grundsatz überdacht werden. Da hat Herr Löpfe schon einige Artikel in diese Richtung publiziert. An dieser Stelle ein Danke an Watson für den Willen, etwas zu bewegen und sich auch in Frage zu stellen. Es ist nicht einfach.
  • Manuel 18.11.2014 02:36
    Highlight Highlight Ganz erlich? Was ist das wieder für eine Berichterstattung. Schon beim Titel (natürlich mit einem perfekten Bild) erahnte ich, das dieser Titel nichts mit seriöser Berichterstattung zutun hat.

    Und dann fängts schon an: Kriegsschiffe von Russland vor Australien. Schock. Kurzes Zitat aus dem Tagesanzeiger:

    "Das australische Verteidigungsministerium gibt sich gelassen. «Die Bewegung dieser Schiffe steht völlig im Einklang mit den Vorschriften der internationalen Gesetze, wonach sich Militärschiffe in internationalen Gewässern frei bewegen können», teilte das Ministerium mit"
  • jeanclaudevanschwarzennorris 17.11.2014 21:18
    Highlight Highlight 1. Ölausbeutung in der Antarktis? Bei den Pingus? Die Antarktis darf gemäss int. Vertrag von 1959 nur für Forschungszwecke genutzt werden. Gemeint ist wohl die Arktis. Bei den Eisbärli also.

    2. Welche Beweise hat Herr Löpfe für sein "Fact", dass die Russen das Flugzeug abgeschossen haben?

    3. Wortwahl: "Einlenken". Dieses Wort wird in westlichen Medien gerne in Bezug auf Putin verwendet. Es suggeriert, dass die einzig vernünftige Linie die Erfüllung westlicher Interessen ist. Ich habe noch nie gelesen, dass Obama in Sachen Drohnenkrieg (http://drones.pitchinteractive.com/) "einlenken" sollte.
    • Philipp Löpfe 18.11.2014 07:04
      Highlight Highlight Das mit der Arktis stimmt leider. Sh... happens, sorry
    • Angelo C. 18.11.2014 09:17
      Highlight Highlight Philipp Löpfe : Vielleicht noch ein weiterer Gedankenanstoss im Zusammenhang mit Ihrer und Obamas Bezeichnung "Regionalmacht" : Nebst dem Durchhaltewillen Russlands gegenüber noch so schweren Demütigungen und wirtschaftsschädigenden Sanktionen, habe ich bereits den militärischen Status erwähnt (auch wenn die Armee nicht mehr topmodern gerüstet ist), den eine atomare Grossmacht gemeinhin kennzeichnet. Was ich aber eigentlich drittens gestern vergessen habe anzufügen: Man bedenke, dass diese "Regionalmacht mit ihren bedeutungslosen BIP-Zahlen" im Sicherheitsrat der Uno über eine mehr als beachtliche Sperrminorität verfügt und praktisch alle int. Anliegen (insbesondere solche welche der EU und den USA wohlgefällig und ein echtes Anliegen sind) jahrelang blockieren kann. Soviel zur Regionalmacht.
  • aliceinwonderland 17.11.2014 20:52
    Highlight Highlight Es hat zwar nicht direkt mit dem Subjekt dieses Artikels zu tun, welchen ich im Grunde ganz gut finde.
    Aber ich möchte doch etwas kleines anmerken... Kann man denn das was damals unter Leuten wie Lenin und Stalin geschah, tatsächlich noch als Kommunismus bezeichnen? Blieb denn nicht die ganze Idee beim Sozialismus und dem damit verbundenen Machtwechsel auf der Strecke?
    unverfälschte Nachrichten sollten meiner Meinung nach auch beachten, die von Diktatoren missbrauchten idealistischen Gesellschaftskonstrukte, nicht mit dem dogmatischen Grössenwahn der Herrschenden zu verwechseln...
  • Maya Eldorado 17.11.2014 20:38
    Highlight Highlight Und die USA?
    jetzt wird so auf Russland rumgehackt.
    Die USA hat den Daumen auf Europa. Die EU strebt Ukraine-Erweiterung an. Lasst doch die Ukraine wählen, was sie will. Was geht das die USA an!?
    • dr_b 17.11.2014 22:22
      Highlight Highlight Und was geht es Russland an mit wem die Ukraine verhandelt?
      Es passt den Russen eben nicht ins Weltbild. Sie träumen immernoch von der Sowjetunion und haben das Gefühl über ihre ehemaligen Gebiete noch Einfluss zu haben.

      Der Beitritt der ehemaligen Sowjetstaaten zur NATO zeigt die Tendenz doch deutlich. Sie stellen sich gerne unter den schützenden Schirm des Westens, im Wissen über die unberechenbarkeit Putins und der russischen Ideologie.
      Keine dieser Staaten wurde gezwungen der NATO beizutreten.
    • dr_b 17.11.2014 22:22
      Highlight Highlight Und hören Sie doch endlich auf die USA und deren Fehltritte in der Vergangenheit zur legitimation der russischen Handlungen zu missbrauchen!
    • oskar 18.11.2014 00:07
      Highlight Highlight sobald irgendjemand russland kritisiert heisst es "und die USA?". Was soll das sein, ein blancocheck für russische Überfälle auf nachbarstaaten, weil die USA auch dreck am stecken haben?
  • Tobias K. 17.11.2014 17:41
    Highlight Highlight Herr Löpfe: Wie kommen Sie darauf, dass die Russen die Malaysian Maschine abgeschossen haben? Beide Seiten legen immer wieder gefälschte Beweise vor. Es wurden noch keine 100% stichhaltige Beweise vorgelegt. Beide Seiten hätten Ihre Vorteile aus der unsäglichen Affäre ziehen können.
  • Hugo Wottaupott 17.11.2014 17:03
    Highlight Highlight wird die ukraine nicht auch "kornkammer europas" genannt?
  • Romeo 17.11.2014 16:51
    Highlight Highlight Herr Löpfe. Interessanter Bericht. Sehe ich ähnlich. Danke.
  • poesie_vivante 17.11.2014 16:43
    Highlight Highlight So lange Politiker und Journalisten (wie Löpfe) Putin in psycholigisierender Manier zu dämonisieren versuchen, wird der Ukrainekonflikt weiter bestehen.

    Wenn man Russland schon in der Lead-Zeile lediglich als "Regionalmacht" degradiert, wie dies Löpfe tut, zeigt man, mit welcher Arroganz und Überheblichkeit man sich Russland gegenüber fühlt.

    Die Politik des Kremels hat Fehler gemacht, ihr jedoch - wie dies die westlichen Medien seit bald einem Jahr versuchen - den alleinigen "Schwarzen Peter" für den Ukrainekonflikt zuzuschieben ist nicht nur unfair sondern schlicht und einfach falsch!
    • Philipp Löpfe 17.11.2014 17:20
      Highlight Highlight Das Bruttoinlandprodukt von Russland ist nicht einmal vier Mal grösser als das schweizerische. Soll das eine Supermacht sein?
    • poesie_vivante 17.11.2014 18:55
      Highlight Highlight Die Wortwahl "Regionalmacht" benutzt auch Obama, um Russland zu verunglimpfen.

      In meiner Analyse ist der Ukrainekonflikt zu einem Grossteil nur deswegen ekaliert, weil sich Russland gedemütigt fühlt. Und diese Demütigung fängt bei der Wortwahl, dass Russland nur eine "Regionalmacht" ist, an.

      Russland fühlt sich gedemütigt, dass die USA, die EU und die NATO ihre Ukrainepolitik ohne Miteinbeziehen des wichtigsten Partners der Ukraine, nämlich von Russland, vollzogen haben. Dies zeigte auch das gestern bei Jauch ausgestrahlte Interview mit Putin von Hubert Seipel.

    • Angelo C. 17.11.2014 19:59
      Highlight Highlight Sehr guter und ausgewogener Kommentar! Übrigens hat ja selbst der letzte Präsident der SU, Michail Gorbatschow, den Westen davor gewarnt, sich einem neuen kalten Krieg anzunähern. Und wer gestern (kann auf YouTube gesehen werden) das längere Interview Putins mit dem deutschen Jounalisten Seipel mitbekommen hat, konnte sich ein einigermassen objektives Bild von den Problemen Russlands mit dem Westen machen. Wirkte geopolitisch überzeugend, sowohl vom inhaltlichen wie von seiner Mimik her zu urteilen seriös, was dieser Staatsmann einer "reinen Regionalmacht" so von sich gab. Es ist eben sehr hilfreich, wenn man die Argumente BEIDER Parteien kennt und darüber vertieft nachdenkt.
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