Wirtschaft
Schweiz

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

17.09.2019, 10:1217.09.2019, 16:20
Ein Geschäft der Migros am Zürcher Flughafen (Archivbild).
Bild: KEYSTONE

Die Migros Aare will in den kommenden zwei Jahren rund 300 Stellen abbauen. Der Abbau gehört zu einem Sparprogramm, mit dem die in den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau tätige Genossenschaft bis Ende 2021 rund 100 Mio. Franken pro Jahr einsparen will.

Wie die Migros Aare am Dienstag bekanntgab, soll der Abbau so weit wie möglich über natürliche Fluktuationen und interne Anschlussmöglichkeiten erfolgen. Allerdings kommt es zu punktuellen Kündigungen. So werden bis Ende Oktober in der Betriebszentrale in Schönbühl BE 20 Kündigungen ausgesprochen.

Ein laut Migros mit den Sozialpartnern freiwillig erarbeiteter Sozialplan kommt zur Anwendung. Aktuell beschäftigt die Migros Aare rund 12'000 Angestellte.

Das Sparprogramm begründet die Migros Aare mit dem intensiven Wettbewerb und eigenen Angaben zufolge sinkender Rentabilität der vergangenen Jahre. Kosten in der Höhe von drei Prozent des Umsatzes will die Migros Aare einsparen. Sie erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,4 Milliarden Franken.

Die Migros Aare überprüft auch ihre Immobilienstrategie, den Einkaufsprozess und die Organisationsstruktur der Betriebszentrale. So will sie Sachkosten senken.

Stellenabbau auch in anderen Regionen

Die Migros Aare ist nicht die einzige der zehn regionalen Migros-Genossenschaften, welche in letzter Zeit einen Stellenabbau bekanntgab. Im Juli kündigte die Migros Zürich einen Abbau von 38,7 Vollzeitstellen in den zentralen Diensten an, im Juni die Migros Ostschweiz einen Abbau von 90 Stellen in der Zentrale.

Zudem will die Migros Ostschweiz 2020 den Betrieb einer St. Galler Sportanlage mit 75 Angestellten aufgeben. Schon im vergangenen Jahr entschied die Konzernzentrale in Zürich, 290 Stellen abzubauen.

Umsatzstärkste Genossenschaft

Die Migros Aare ging 1998 aus dem Zusammenschluss der Genossenschaften Bern und Aargau/Solothurn hervor. In diesen Kantonen ist sie immer noch tätig. Sie ist nach eigenen Angaben die grösste private Arbeitgeberin der drei Kantone und die umsatzstärkste aller zehn regionalen Migros-Genossenschaften.

Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens steigerte sie 2018 den Umsatz um 2,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken. Der Gewinn erhöhte sich von 30,5 auf 35,1 Mio. Franken. Beim Möbelverkauf spürte die Migros Aare das «international geprägte Mitbewerberumfeld», wie sie im März dieses Jahrs in einer Mitteilung schrieb.

Die Gewerkschaft Unia forderte nach Bekanntwerden des Sparprogramms die Migros Aare auf, auf Entlassungen zu verzichten. Die Arbeitsproduktivität und damit der Gewinn pro Kopf seien beim Unternehmen in den letzten Jahren gestiegen. Sie könne den Stellenabbau deshalb «nicht nachvollziehen», schreibt die Unia in einer Mitteilung.

(aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler
1 / 21
Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler
Gottlieb Duttweiler prägte die Schweiz wie kaum ein Zweiter.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Mehr als ein «M» schlechter
Video: srf
Datenklau beim Bund könnte Mitarbeitende im Ausland gefährden – Schlagzeilen vom Sonntag
Ein Datenleck bei einem externen Anbieter der Pensionskasse Publica könnte für Bundesangestellte Folgen haben. Zudem sind die Covid-Kontrollen des Bundes abgeschlossen, während ein dänisches AKW-Start-up seinen Hauptsitz nach Zug verlegen will. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund hat nach einem Datenklau bei einem externen Software-Anbieter der Pensionskasse Publica gemäss «SonntagsBlick» hohe Risiken festgestellt. Er geht von erheblichen Schäden und längerfristigen Auswirkungen für gegenwärtige wie pensionierte Beschäftigte des Bundes aus, wie die Zeitung schrieb. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe am Mittwoch eine entsprechende Informationsnotiz in den Bundesrat eingebracht. Besonders betroffen seien die «Sicherheitsorgane des Bundes», hiess es laut «SonntagsBlick» darin. Der Bund warne intern, dass bestimmte Mitarbeitende von Behörden anderer Länder erkannt, vertieft befragt oder im Extremfall festgesetzt werden könnten. Der Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, habe einen geheimen Auftrag erhalten. Das Verteidigungsdepartement wollte sich laut «SonntagsBlick» dazu nicht äussern.
Zur Story