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Traumstart für Sportausrüster On an der Wall Street

15.09.2021, 23:1515.09.2021, 23:16
Eine Frau mit On-Schuhen vor der New York Stock Exchange, 15. September.
Eine Frau mit On-Schuhen vor der New York Stock Exchange, 15. September.
Bild: keystone

Der Börsengang des Schweizer Laufschuh-Herstellers On Holding in New York hat einen Run von Investoren ausgelöst. Die Aktie liess mit einem Blitzstart den Ausgabepreis weit hinter sich und zog danach nochmals Tempo an, bevor ihr zu Handelsschluss auf sehr hohem Niveau etwas der Schnauf ausging.

Am Ende kostete die Aktie mit dem Börsenkürzel Onon am Mittwochabend noch 35 Dollar. Damit ist das Zürcher Unternehmen, an dem auch Tennisstar Roger Federer beteiligt ist, gut 10 Milliarden Dollar wert.

Die Firmenspitze durfte zum Börsenstart auf dem berühmten Balkon der New York Stock Exchange die Eröffnungsglocke läuten. Zur Verstärkung hatte sie noch eine Schweizer Kuhglocke mitgebracht. Aussen an der Fassade des Börsengebäudes hing ein riesiges On-Transparent.

Weit über Ausgabepreis

Die Aktie startete am frühen Nachmittag (Ortszeit) mit 35.40 Dollar in den Handel. Das war massiv höher als der Ausgabepreis von 24 Dollar. Und bereits dieser war aufgestockt worden. Ursprünglich hatte man einen Ausgabepreis von 18 bis 20 Dollar angepeilt.

Das Unternehmen aus Zürich hatte in der Nacht auf Mittwoch 31.1 Millionen A-Klasse-Aktien zu 24 Dollar platziert. Der Sprung an die New York Stock Exchange spülte dem Sportausrüster 746.4 Millionen Dollar in die Kasse.

Nach dem Start ging es mit der Aktie weiter nach oben. Das Tageshöchst wurde in der ersten Handelsstunde bei 38 Dollar erreicht. Bis Börsenschluss bröckelte dann der Kurs noch ab auf 35 Dollar.

Ausrüster von Olympiateam

Hersteller von Laufschuhen haben während der Coronavirus-Pandemie einen Nachfrageboom erlebt. Viele Menschen wendeten sich dem Laufen zu, als Fitnessstudios geschlossen und Mannschaftssportaktivitäten verboten wurden. On wurde 2010 vom ehemaligen Spitzen-Triathleten Olivier Bernhard und den Laufenthusiasten David Allemann und Caspar Coppetti gegründet.

Dank der von ihnen entwickelten Dämpfungstechnologie soll man in den On-Laufschuhe mit der markanten Sohle «auf Wolken laufen». Der 20-malige Grand-Slam-Sieger Federer stieg 2019 ein und arbeitete an der Entwicklung eines Tennisschuhs mit. On war dieses Jahr Ausrüster des Schweizer Olympia-Teams.

On sei einer der am schnellsten wachsenden Sportartikelhersteller überhaupt, hiess es im Kotierungsprospekt. Im ersten Halbjahr hat On einen Umsatz von 315.5 Millionen Franken erzielt. Das sei ein Plus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahressemester. Insgesamt ist On von 2018 bis 2020 um jährlich 66 Prozent gewachsen.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (adjusted EBITDA) belief sich in den ersten sechs Monaten 2021 auf 47.3 Millionen Franken nach 16.0 Millionen im Vorjahr.

Unter dem Strich erreichte On mit einem Reingewinn von 3.8 Millionen Franken wieder die schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatte die Firma wegen der Coronapandemie einen Reinverlust von 33.1 Millionen Franken erlitten. Den Löwenanteil des Geschäfts macht On mit Laufschuhen. Sportbekleidung und Accessoires machen nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus.

Kein Umzug nach Amerika

«Für uns ist entscheidend, dass wir einen Meilenstein erreicht haben», sagte On-Co-CEO und -Finanzchef Martin Hoffmann in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» (FuW) auf die Frage, ob er mit dem Börsengang zufrieden sei. «Selbst an einem so spannenden Tag wie heute legen wir nicht so viel Wert auf den Börsenkurs, sondern entwickeln die Firma langfristig weiter.»

«Wichtig ist, dass wir die Profitabilität auf Stufe adjustiertem EBITDA von Jahr zu Jahr steigern können. Wir sind zuversichtlich, dass wir den Umsatz und auch die Profitabilität laufend verbessern können», sagte Hoffmann. Das Geld aus dem Börsengang werde für Wachstum eingesetzt. Man investiere in Innovationen, Nachhaltigkeit, aber auch die Läden.

Auch wenn der Börsengang in New York stattgefunden habe, sei eine Verlegung des Firmensitzes nicht geplant: «Wir bleiben eine Schweizer Firma mit dem Hauptsitz in der Schweiz», sagte Hoffmann. Eine Zweikotierung an der Schweizer Börse SIX sei aber kein Thema.

Holpriges Debüt für Sportradar

Damit hat On ein bärenstarkes Debüt auf dem Börsenparkett gegeben. Dies im Gegensatz zum Start des St. Galler Sportdaten-Anbieters Sportradar am Vortag an der Technologiebörse Nasdaq, der holprig verlief: Der Aktienkurs lag am Dienstag bei Handelsschluss bei 25.05 Dollar und damit unter dem Ausgabepreis von 27 Dollar. Am Mittwoch machte die Sportradar-Aktie allerdings den Rückschlag wett und schloss genau auf dem Ausgabepreis von 27 Dollar. (sda/awp)

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