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Wettbewerbsfähigkeit bedroht

Der Schweiz gehen die Fachkräfte aus



ZUM BERICHT DER SECO UEBER DIE EU-ZUWANDERUNG UND DEN DAMIT VERBUNDENEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Alstom concern in Birr, canton of Aargau, Switzerland. Production hall of Alstom. Pictured on August 22, 2012. The Alstom repair service is checking the pieces that have to be repaired. Die Personenfreizuegigkeit mit der EU hat wesentlich zum Beschaeftigungswachstum in der Schweiz beigetragen. Laut des neusten Berichts des Staatssekretariats fuer Wirtschaft (SECO) kann rund die Haelfte des Zuwachses mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht werden.

Ein Angestellter im Reparaturservice der Firma Alstom. Bild: KEYSTONE

Im sechsten Jahr hintereinander führt die Schweiz den alljährlich erhobenen Wettbewerbsindex des Weltwirtschaftsforums (WEF) an. Trotz der über Jahre konstanten Leistung warnt das WEF vor aufziehenden Wolken am Horizont.

Wie bereits in den vergangenen Jahren profitierte die helvetische Wirtschaft von der Transparenz ihrer Institutionen, ihrer Innovationsfähigkeit sowie der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor, führte das WEF in seinem Wettbewerbsbericht aus, der in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde.

Weiter zählten die Effizienz des Arbeitsmarktes, das Ausbildungssystem und die gut ausgebaute Infrastruktur zu den Erfolgsfaktoren der Schweizer Wirtschaft.

Drohender Fachkräftemangel

Die Genfer Organisation rief die Schweiz aber dieses Jahr zur Vorsicht auf. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel bedrohe die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Seit 2012 rutschte die Schweiz vom 14. auf den 24. Platz bezüglich der Verfügbarkeit von Ingenieuren und Wissenschaftlern ab. Die vom WEF befragten Unternehmensmanager bezeichneten die Suche nach qualifiziertem Personal als ihre derzeit grösste Sorge.

«Die Annahme der Einwanderungsinitiative vom 9. Februar hatte bis jetzt noch keine Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz», erklärt Thierry Geiger, Ökonom und WEF-Direktor gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

epa04033015 Workers make the last preparations inside the Congress Center, two days before the opening of the 44th Annual Meeting of the World Economic Forum (WEF), in Davos, Switzerland, 20 January 2014. The overarching theme of the Meeting, which will take place from 22 to 25 January, is 'The Reshaping of the World: Consequences for Society, Politics and Business'.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Studie wird jedes Jahr vom World Economic Forum durchgeführt. Bild: EPA/KEYSTONE

Bislang seien die Auswirkungen noch unklar. Die Häufung solcher populistischen Initiativen könnte jedoch künftig die Rekrutierung von Talenten für die Schweizer Wirtschaft gefährden. Es gelte, weitere Zugangsbeschränkungen zum Schweizer Arbeitsmarkt zu verhindern, warnt Geiger.

USA überholt Deutschland

Aus ähnlichen Gründen musste Deutschland dieses Jahr eine Zurückstufung um einen Rang auf Platz 5 des Wettbewerbindexes hinnehmen. Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, um der Alterung der Gesellschaft zu begegnen, sagte die WEF-Deutschlandexpertin Caroline Galvan der Nachrichtenagentur DPA.

Wie bereits im Vorjahr belegte Singapur den zweiten Platz im WEF-Ranking. Die USA verbesserten sich um zwei Plätze auf Rang 3 und überholten damit Deutschland. Als wettbewerbsfähigstes Land der Eurozone landete Finnland auf Platz 4.

Strukturelle Reformen entscheidend

China verbesserte sich um einen Platz und wurde auf Rang 28 verzeichnet. Andere Schwellenländer, unter ihnen die Türkei, Südafrika und Brasilien, fielen dagegen zurück.

In den Krisenländern Europas geht es nach Einschätzung des WEF aufwärts. Portugal arbeitete sich mit seinem ambitionierten Reformprogramm um 15 Positionen auf Rang 36 hoch. Griechenland, das allerdings bis in den Bereich armer Entwicklungsländer abgerutscht war, konnte immerhin um zehn Plätze auf Rang 81 klettern. Trotz der Fortschritte gebe es aber in beiden Ländern immer noch erhebliche Probleme, gab die Genfer Organisation zu bedenken.

Die Umsetzung struktureller Reformen sei entscheidend, um eine neue Krise der Weltwirtschaft zu vermeiden, erklärten die WEF-Ökonomen. Dabei hielten sie fest, dass die Grenze der Wettbewerbsfähigkeit in Europa künftig nicht mehr zwischen Nord und Süd verlaufen würde, sondern zwischen «denen, die nötige Reformen umsetzen, und denen, die das nicht tun». (sda/dpa)

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