Wirtschaft
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Trotz Frankenstärke machte Stadler Rail Gewinn – weil die Angestellten länger arbeiteten



Peter Spuhlers Stadler Rail hat im vergangenen Jahr trotz Frankenstärke schwarze Zahlen geschrieben - unter anderem weil die Angestellten länger gearbeitet haben. Der Gewinn lag im siebenstelligen Bereich, wie Spuhler in einem Interview bekanntgab.

Stadler Rail habe eigentlich mit roten Zahlen gerechnet, sagte Spuhler im Interview mit den Zeitungen «Der Bund» und «Tages-Anzeiger» vom Samstag. «So weit kam es zum Glück nicht.» Neben der Arbeitszeitverlängerung habe das Unternehmen auch gespart: beim Einkaufsvolumen oder mit der Rückstellung von Investitionen.

Bussnang, Inland - Stadler Rail Group, 19.6.2015, Blick in die Produktion der Stadler Rail Group in Bussnang. (Melanie Duchene/EQ Images)

Bild: Melanie Duchene

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail veröffentlicht als Unternehmen im Familienbesitz keinen Geschäftsbericht mit detaillierten Zahlen. 2014 hatte Stadler Rail einen deutlichen Rückgang beim Umsatz (auf 1.87 Mrd. Fr.) hinnehmen müssen, dafür aber einen rekordhohen Auftragseingang verzeichnet.

Für die Mehrarbeit, welche die Angestellten in der Schweiz wegen des starken Franken geleistet hätten, seien diese mit zusätzlichen 700 Franken entschädigt worden, sagte Spuhler. Jeder habe zudem 500 Franken Weihnachtsgeld erhalten. Inhaber Spuhler verzichtete nach eigenen Angaben «auf einen guten Teil» seines Lohnes.

Nach Aufhebung der Kursuntergrenze des Franken zum Euro ordnete Stadler Rail im Januar für seine rund 3000 Schweizer Angestellten eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 39.5 auf 42.5 Stunden bei gleichem Lohn an. Seit Anfang Jahr gilt eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche.

Geld für Investitionen fehlt

Für das laufende Jahr ist der Hersteller von Eisenbahnen fast überall gut ausgelastet, kämpft aber mit dem Margendruck. «Wir verdienen einfach zu wenig Geld», sagte Spuhler. «Dieses bräuchten wir, um Investitionen in neueste Technologien zu tätigen und neue Produkte zu entwickeln.»

Bussnang, 19.6.2015, Inland - BMK Stadler Rail, CEO Peter Spuhler an der Jahresmedienkonferenz der Stadler Rail. Portrait von Peter Spuhler in der Endmontage der Stadler Rail. (Melanie Duchene/EQ Images)

Unternehmer Peter Spuhler verzichtete auf Teil seines Lohns.
Bild: Melanie Duchene

Spuhler spricht sich ferner für die Unabhängigkeit von Stadler Rail aus. Dass das Thurgauer Unternehmen mit rund 7000 Mitarbeitenden nicht zu den Grossen am Markt zählt, ist für Spuhler nicht entscheidend. Grösse alleine bringe keine Vorteile, «sondern Technologieführerschaft, Flexibilität und die Schnelligkeit bei der Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen», sagte er.

Nach der Grossfusion der chinesischen Bahnhersteller CNR und CSR räumt Spuhler ein, dass die «Gretchenfrage» in der Branche im Moment sei, «ob in Europa auch eine solche Megafusion erfolgen muss». Er selbst sehe aber keinen Vorteil, mit den Grossen zusammenzugehen. «Lieber kaufe ich punktuell kleine Anbieter.»

Börsengang im Notfall

Danach gefragt, ob für ihn ein Börsengang in Frage käme, sagte der ehemalige SVP-Nationalrat: «Nur in zwei Fällen» - nämlich, wenn das Wachstum nicht aus eigener Kraft finanziert werden könne oder wenn dereinst aus der Familie niemand die operative Verantwortung übernehmen wolle. Spuhler gedenkt aber, noch mehrere Jahre an der Spitze des Unternehmens zu bleiben. (sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Yolo 12.03.2016 12:48
    Highlight Highlight die SVP müsste mehr wie Spuhler sein, so könnte man die auch wieder einmal ernst nehmen...
  • Silas89 12.03.2016 11:49
    Highlight Highlight Grosse Unternehmen sind nicht effizienter als ein KMU. Ab einer gewissen Grösse hat der Chef keinen Überblick. Bei grossen Firmen gibt es immer Leerläufe. In einem KMU hat der Chef im Normalfall zu jedem Mitarbeiter eine Beziehung. Ich gehe davon aus, dass Spuhler bis ins Detail weiss, wo die Probleme sind. Wenn ein Mitarbeiter eine gute Idee hat, dann kann er diese dem Chef mitteilen. In einem Grossunternehmen ist das of so kompliziert, dass es oft gar nicht versucht wird.
    • Kampfhamster 12.03.2016 16:24
      Highlight Highlight Definitiv: nein. Mit den langjährigen Mitarbeitern: ja, mit denjenigen, die in den letzten 15 Jahren dazu gekommen sind: nein. Alleine am Standort Bussnang arbeiten fast 2'000 Leute, da kann man nicht jeden kennen.
    • Silas89 12.03.2016 19:09
      Highlight Highlight Oh, da habe ich die Grösse doch noch unterschätzt. Danke für den Hinweis. :)
    • Kampfhamster 15.03.2016 22:08
      Highlight Highlight Wobei es in der Kantine immer wieder lustig anzusehen ist, wenn der Chef mit einer Horde Kravattenträger ansteht, und ein etwas älterer Mechaniker vorbeiläuft und mit "Hoi Peter, wie gohts?" grüsst und der Chef zurückgrüsst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maxy 12.03.2016 08:45
    Highlight Highlight Wenn ein Milliardär auf einen Teil seines Lohnes verzichtet macht das schon richtig Eindruck. Der kann doch all sein Geld nie im Leben ausgeben. Die Logik dass man länger arbeiten soll je schlechter die Auftragslage ist habe ich auch nie verstanden, aber wahrscheinlich macht es Sinn wenn man glaubt dass Zeit in der man kein Geld verdient auch nichts wert ist.
    • sheimers 12.03.2016 08:54
      Highlight Highlight Die Auftragslage war gar nicht schlecht. Steht doch weiter oben im Artikel.
    • Tschüse Üse 12.03.2016 09:06
      Highlight Highlight @maxy, wenn du für den gleichen Lohn mehr arbeitest hilft das dem Betrieb. Die Personalkosten werden so gesenkt.
    • Der Kritiker 12.03.2016 09:40
      Highlight Highlight @Raembe: die Personalkosten werden nicht gesenkt, sie bleiben auf dem gleichen Stand. Es werden mehr Stunden zum gleichen Lohn geleistet, womit die Kosten pro geleistete Stunde sinken. Ich spreche bewusst NICHT von Steigerung der Produktivität, denn dies bezweifle ich, solange ich es nicht selbst gesehen habe.
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